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Kurkuma: Wundergewürz oder Gesundheitsfalle? Was viele über die Risiken nicht wissenKurkuma: Wundergewürz oder Gesundheitsfalle? Was viele über die Risiken nicht wissenKurkuma: Wundergewürz oder Gesundheitsfalle? Was viele über die Risiken nicht wissenKurkuma: Wundergewürz oder Gesundheitsfalle? Was viele über die Risiken nicht wissenKurkuma: Wundergewürz oder Gesundheitsfalle? Was viele über die Risiken nicht wissen


Datum: 14. OKT 26 - GUT ZU WISSEN
Kurkuma: Wundergewürz oder Gesundheitsfalle? Was viele über die Risiken nicht wissen
Als Gewürz in der Küche gilt Kurkuma für die meisten Menschen als gut verträglich. Hochdosierte Kapseln können jedoch vor allem in Verbindung mit blutverdünnenden Medikamenten unerwünschte Wirkungen haben ...

Ein Patient nimmt seit Jahren zuverlässig seinen Blutverdünner, und seine Gerinnungswerte sind stabil. Dann beginnt er mit einem „natürlichen“ Kurkuma-Präparat. Wenige Wochen später ist der Gerinnungswert (INR) auf über 10 gestiegen, ein Bereich, in dem schwere Blutungen drohen. Dieser Fall ist nicht erfunden: Die neuseeländische Arzneimittelbehörde Medsafe hat ihn 2018 dokumentiert und öffentlich davor gewarnt. Das goldgelbe Gewürz hat also auch eine Schattenseite, über die kaum jemand spricht.



Auch Prominente schwören auf die goldene Wurzel



Wie beliebt Kurkuma inzwischen ist, zeigt der britische Sänger Gary Barlow von Take That. Wie das Magazin Hello! berichtete, zeigte er seinen Fans auf Instagram, wie er sich seine „goldene Milch“ zubereitet. Das ist ein warmes Getränk aus Nussmilch, frischer Kurkumawurzel, Ingwer, Honig, Kokosöl, Zimt und Pfefferkörnern, das er als festen Bestandteil seiner täglichen Rituale beschrieb. In einer Tasse goldener Milch steckt eine Menge, die für gesunde Menschen unbedenklich ist. Anders sieht es bei hochkonzentrierten Kapseln aus.



Ein Gewürz mit großem Ruf



Kurkuma gilt heute fast als Wundermittel. Ihr wird nachgesagt, verschiedenste Entzündungsprozesse im Körper zu beeinflussen, und deshalb wird ihr auch eine schützende Wirkung auf Herz und Gefäße zugeschrieben. In der traditionellen Volksmedizin wird sie häufig bei Sodbrennen eingesetzt. Außerdem soll sie Blähungen verringern, Beschwerden beim Reizdarmsyndrom lindern und bei Durchfall helfen. Ihr werden antimikrobielle und pilzhemmende Eigenschaften zugeschrieben. In der indischen Volksheilkunde galt sie sogar als Gegenmittel bei Schlangenbissen. Viele Frauen greifen bei Regelschmerzen zu ihr, andere nutzen sie zur Unterstützung eines ausgeglichenen Blutzuckerspiegels oder in der Kosmetik zur Gesichtspflege. Auch in der Krebsforschung wird ihr Wirkstoff Curcumin in Laborstudien untersucht. Für eine Wirkung am Menschen gibt es jedoch keine ausreichenden Belege.



Die Verbraucherzentrale ordnet das nüchtern ein: Kurkuma sei weder ein Wundermittel noch eine Allzweckwaffe, und als Mittel gegen Krankheiten sei Curcumin noch nicht ausreichend erforscht. Wer mehr über die richtige Verwendung des Gewürzes in der Küche erfahren möchte, findet Tipps im Beitrag Die häufigsten Fehler, die Menschen machen, die Kurkuma verwenden.



Bei zu hohen Mengen können aber auch unerwünschte Wirkungen auftreten.



Vorsicht bei blutverdünnenden Medikamenten



Das Problem betrifft vor allem Menschen, die blutverdünnende Medikamente einnehmen. Hier kann es zu einer unkontrollierten Wechselwirkung kommen, die im ungünstigsten Fall innere Blutungen begünstigt.



Laut Medsafe kann Curcumin die Blutplättchen beeinflussen und die Wirkung von Gerinnungshemmern wie Warfarin verstärken. Die Behörde rät, Kurkuma-Präparate zusammen mit Gerinnungshemmern, Thrombozytenaggregationshemmern, bestimmten Schmerzmitteln (sogenannten NSAR) oder bestimmten Antidepressiva zu meiden. Ausdrücklich betont sie aber auch, dass die Warnung nicht für Kurkuma als Gewürz im Essen gilt. Ende 2022 berichtete die Behörde in einem weiteren Beitrag über einen Patienten, dessen Gerinnungswerte stark schwankten. Er hatte zusätzlich zu einer sehr kurkumareichen Ernährung ein Kurkuma-Tonikum eingenommen.



Mögliche Warnzeichen, bei denen man ärztlichen Rat einholen sollte, sind ungewöhnliche blaue Flecken, häufiges Nasen- oder Zahnfleischbluten, Blut im Urin oder Stuhl sowie kleine Schnitte, die auffällig lange nachbluten.



Auch die Leber kann betroffen sein



Weniger bekannt ist, dass hochdosierte Kurkuma-Präparate in seltenen Fällen die Leber belasten können. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) wies bereits 2021 darauf hin, dass Verdachtsfälle von Leberschäden überwiegend nach der Einnahme von Präparaten mit erhöhter Bioverfügbarkeit beobachtet wurden. Viele solcher Präparate enthalten Piperin aus schwarzem Pfeffer. Wie das Gesundheitsportal aponet.de berichtet, bezeichneten Forscher im „American Journal of Medicine“ im Jahr 2022 kurkumabedingte Leberschäden als wachsendes Problem und stellten zehn Fälle vor.



Laut dem Fachportal DocCheck nahm eine 36-jährige Amerikanerin wegen Knieschmerzen ein halbes Jahr lang täglich ein Kurkuma-Präparat ein, bis ihre Leberwerte entgleisten. Nach dem Absetzen normalisierten sich die Werte innerhalb eines Monats wieder weitgehend. Das Magazin Spektrum der Wissenschaft erklärt, warum Piperin dabei eine Rolle spielen könnte: Schon wenige Milligramm können die Curcumin-Konzentration im Blut um ein Vielfaches erhöhen.



Wie viel Kurkuma ist unbedenklich?



Wie das amerikanische Nachrichtenportal Insider berichtete, gilt als unbedenkliche Tagesmenge ein Wert von rund 2,4 bis 2,8 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht. Dabei wird jedoch oft ein entscheidendes Detail übersehen: Dieser Wert bezieht sich auf Curcumin, also den Wirkstoff, und nicht auf das Kurkumapulver selbst.



Das BfR empfiehlt, langfristig insgesamt nicht mehr als 3 Milligramm Curcumin pro Kilogramm Körpergewicht und Tag aufzunehmen, und zwar einschließlich der Mahlzeiten. Dieser Wert entspricht der zulässigen Tagesaufnahme, die auch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) für den Farbstoff E100 festgelegt hat.



Ein Rechenbeispiel: Wer 70 Kilogramm wiegt, sollte täglich nicht mehr als etwa 210 Milligramm Curcumin aufnehmen. Kurkumapulver enthält im Durchschnitt nur rund drei Prozent Curcumin. Laut Spektrum der Wissenschaft stecken etwa 200 Milligramm Curcumin in ungefähr sieben Gramm Kurkumapulver. Ein gestrichener Teelöffel wiegt etwa zwei bis drei Gramm. Mit zwei bis drei Teelöffeln Gewürz am Tag bleibt man also in der Regel im unbedenklichen Bereich.



Ganz anders sieht es bei Kapseln aus. Viele Präparate enthalten Extrakte mit 500 Milligramm Curcumin oder mehr pro Tagesdosis, oft noch mit Piperin kombiniert. Laut Verbraucherzentrale wurden Beschwerden bereits im Bereich von 180 Milligramm Curcumin beobachtet. Nicht beim Würzen übertreiben wir also, sondern beim Schlucken von Kapseln!



Wer besonders vorsichtig sein sollte



Aus Sicht der Verbraucherzentrale sollten Schwangere und Stillende sowie Menschen mit Gallensteinen auf Kurkuma-Nahrungsergänzungsmittel verzichten. Wer blutverdünnende Medikamente nimmt, eine Lebererkrankung hat oder eine Operation vor sich hat, sollte Präparate nur nach Rücksprache mit dem Arzt verwenden. Grundsätzlich gilt: Erzählen Sie Ihrem Arzt oder Apotheker von allen Nahrungsergänzungsmitteln, die Sie einnehmen, auch von pflanzlichen.



Tipps aus Sicht der Ernährungsberatung




  • Lieber würzen als schlucken: Kurkuma entfaltet ihren Geschmack am besten in Currys, Suppen, Linsengerichten oder einer Tasse goldener Milch.

  • Mit etwas Fett kombinieren: Curcumin ist fettlöslich. Ein wenig Öl oder Kokosmilch im Gericht verbessert die Aufnahme, auch ohne hochdosierte Präparate.

  • Vielfalt statt Fixierung: Kein einzelnes Gewürz ersetzt eine ausgewogene Ernährung. Kurkuma passt gut zu Verwandten wie Ingwer, über den Sie im Beitrag Abnehmen mit Ingwer. Wie soll man sonst 5 kg abnehmen? mehr lesen können.

  • Kreativ in der Küche: Eine Prise Kurkuma kann auch Getränken eine besondere Note geben, wie in Tomatensaft gegen Cholesterin (und noch viel mehr!) oder in Warum müssten wir jeden Tag Zitronensaft mit Kurkuma trinken?

  • Auf Qualität achten: Kaufen Sie Gewürze aus vertrauenswürdigen Quellen und lagern Sie sie dunkel und trocken.



Fazit: Genuss ja, Übertreibung nein



Kurkuma ist ein wunderbares Gewürz mit langer Tradition. In üblichen Küchenmengen ist es für die meisten Menschen gut verträglich. Problematisch können hochdosierte Kapseln werden, besonders in Kombination mit Piperin oder mit blutverdünnenden Medikamenten. Wer das goldene Gewürz mit Maß und Verstand verwendet, kann es weiterhin ohne Sorge genießen.


 
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Februar 2015
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