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Ein Teelöffel Kreuzkümmel im Glas Wasser: das Geheimnis, das der Ayurveda seit Jahrtausenden kenntEin Teelöffel Kreuzkümmel im Glas Wasser: das Geheimnis, das der Ayurveda seit Jahrtausenden kenntEin Teelöffel Kreuzkümmel im Glas Wasser: das Geheimnis, das der Ayurveda seit Jahrtausenden kenntEin Teelöffel Kreuzkümmel im Glas Wasser: das Geheimnis, das der Ayurveda seit Jahrtausenden kenntEin Teelöffel Kreuzkümmel im Glas Wasser: das Geheimnis, das der Ayurveda seit Jahrtausenden kennt


Datum: 15. OKT 26 - GUT ZU WISSEN
Ein Teelöffel Kreuzkümmel im Glas Wasser: das Geheimnis, das der Ayurveda seit Jahrtausenden kennt
Kreuzkümmelwasser ist ein altes Hausritual aus der indischen Küchentradition, das als wohltuend für die Verdauung gilt. Am Abend angesetzt und am Morgen warm getrunken, kann es eine ausgewogene Ernährung auf angenehme Weise ergänzen.

Drei Gramm. So wenig Kreuzkümmel, etwa ein gehäufter Teelöffel, nahmen Frauen in einer iranischen Untersuchung täglich zu sich. Nach drei Monaten zeigten sie im Vergleich zu einer Kontrollgruppe günstigere Werte bei Körpergewicht, Taillenumfang und Blutfetten. Ein Wundermittel ist das unscheinbare Gewürz deshalb nicht. Es zeigt aber, warum ein uraltes Ritual aus dem Ayurveda heute auch Ernährungswissenschaftler neugierig macht: ein Glas warmes Wasser mit einem Teelöffel Kreuzkümmel am Morgen.



Eine bekannte indische Filmschauspielerin erzählte in einer Interviewsendung, dass sie ihren Tag seit Jahren mit heißem Kreuzkümmelwasser beginnt. Über den Geschmack solle man sie lieber nicht fragen, meinte sie lachend, angenehm sei nicht das richtige Wort. Trotzdem möchte sie auf ihr Morgenritual nicht mehr verzichten. Früher habe sie bei ihren häufigen Reisen nach Delhi wegen des Wetterwechsels und der schlechten Luft regelmäßig mit Halsbeschwerden zu kämpfen gehabt. Seit das Kreuzkümmelwasser fester Bestandteil ihrer Morgen ist, empfindet sie diese Beschwerden als deutlich seltener. Auch Haut, Haare und Nägel fühlten sich für sie besser an. Das ist eine persönliche Erfahrung und kein Beweis, sie zeigt aber, wie fest dieses einfache Getränk in der indischen Alltagskultur verankert ist.



Wasser mit Mehrwert



Die Flüssigkeitszufuhr ist für den Körper äußerst wichtig. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt Erwachsenen rund anderthalb Liter Trinkflüssigkeit am Tag, am besten in Form von Wasser und ungesüßten Getränken. Mit einem kleinen Zusatz wird Wasser jedoch zu einem besonders interessanten Begleiter, auch für alle, die auf ihr Körpergewicht achten. Anders gesagt: Wasser mit einem Teelöffel Kreuzkümmel hat bemerkenswerte Eigenschaften.



Ob man es warm oder kalt trinkt, ist dabei übrigens nicht ganz gleichgültig. Mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag Wann man kaltes bzw. warmes Wasser trinken sollte.



Was steckt im Kreuzkümmel?



Kreuzkümmel (Cuminum cyminum) gehört wie Kümmel, Fenchel und Anis zur Familie der Doldenblütler. Er ist trotz des ähnlichen Namens ein ganz eigenes Gewürz mit warmem, erdigem und leicht bitterem Aroma. Laut einem Merkblatt der Schule für Diätassistenten der Medizinischen Hochschule Hannover wurde er schon im alten Ägypten hoch geschätzt. Seine Samen enthalten rund sechs Prozent ätherische Öle, die die Bildung von Verdauungssäften anregen. Hinzu kommen sekundäre Pflanzenstoffe mit antioxidativer Wirkung sowie Mineralstoffe wie Eisen, Calcium, Magnesium und Zink.



Besonders auffällig ist der Eisengehalt: Nach den Nährwertdaten der amerikanischen Lebensmitteldatenbank FoodData Central zählen Kreuzkümmelsamen zu den eisenreichsten Gewürzen überhaupt. Im Wasser landet davon allerdings nur ein kleiner Teil. Das Getränk ist also kein Ersatz für eisenreiche Lebensmittel, sondern eine aromatische Ergänzung.



Kreuzkümmel ist reich an Antioxidantien und wird in der Volksheilkunde traditionell zur Stärkung der Abwehrkräfte und gegen Entzündungen eingesetzt. Einzelne Inhaltsstoffe werden zudem in Labor- und Tierversuchen auf mögliche schützende Eigenschaften hin untersucht. Für den Menschen gibt es dazu jedoch keine belastbaren Belege, und kein Gewürz kann Krankheiten vorbeugen oder ärztliche Behandlung ersetzen. Am meisten geschätzt wird Kreuzkümmel seit jeher als Freund des Verdauungstrakts.



Was sagt die Wissenschaft?



Kreuzkümmel und Körpergewicht: In einer randomisierten Studie aus dem Iran, veröffentlicht in der Fachzeitschrift Complementary Therapies in Clinical Practice (Zare und Kollegen, 2014), erhielten 88 übergewichtige Frauen drei Monate lang eine Ernährungsberatung zur Gewichtsabnahme. Die eine Hälfte aß zusätzlich zu zwei Mahlzeiten Joghurt mit insgesamt drei Gramm gemahlenem Kreuzkümmel pro Tag, die andere Hälfte nur Joghurt. In der Kreuzkümmelgruppe sanken Gewicht, Taillenumfang, Fettmasse sowie Gesamtcholesterin, Triglyceride und das „schlechte" LDL-Cholesterin stärker, während das „gute" HDL-Cholesterin anstieg. Wichtig: Die Teilnehmerinnen aßen das Gewürzpulver selbst und ernährten sich zugleich kalorienreduziert. Ob Kreuzkümmelwasser eine vergleichbare Wirkung hat, wurde nicht untersucht.



Kreuzkümmel und Verdauung: In einer kleinen Fallserie, erschienen im Middle East Journal of Digestive Diseases (Agah und Kollegen, 2013), erhielten 57 Menschen mit Reizdarmbeschwerden täglich einige Tropfen Kreuzkümmelöl. Sie berichteten über weniger Bauchschmerzen, Blähungen und Völlegefühl. Da es keine Vergleichsgruppe gab, sind die Ergebnisse vorsichtig zu bewerten, und ein konzentriertes Öl ist nicht mit einem milden Wasseraufguss gleichzusetzen.



Auch Fachleute sehen die Rolle von Gewürzen realistisch: Die Gewürzexpertin Manuela Mahn erklärte gegenüber t-online, dass Gewürze vor allem bei alltäglichen Befindlichkeitsstörungen wie leichten Verdauungsbeschwerden oft wohltuend wirken. Wundersame Heilversprechen seien dagegen mit Skepsis zu betrachten, auch weil Gewürze je nach Ernte, Klima und Boden sehr unterschiedlich ausfallen.



Wie bereitet man Kreuzkümmelwasser zu?



Geben Sie am Abend einen Teelöffel Kreuzkümmel (Sie können ganze Samen oder gemahlenen verwenden) in ein Glas Wasser (3 dl) und lassen Sie es über Nacht stehen. Am nächsten Morgen das Wasser 5 Minuten lang aufkochen und anschließend abkühlen lassen. Nach etwa 15 Minuten alles abseihen und noch warm trinken.




  • Ganze Samen ergeben ein klares, mildes Getränk und lassen sich leicht abseihen.

  • Gemahlener Kreuzkümmel schmeckt intensiver, hinterlässt aber etwas Bodensatz. Ein feines Sieb oder ein Kaffeefilter hilft.

  • Wer das Aroma verstärken möchte, röstet die ganzen Samen vorher kurz in einer trockenen Pfanne, bis sie duften.



Für einen besseren Geschmack können Sie diesem Getränk etwas Zimt und einen Teelöffel Honig hinzufügen. Den Honig rühren Sie am besten erst ein, wenn das Wasser nur noch lauwarm ist, damit sein feines Aroma erhalten bleibt. Warum diese beiden Zutaten so gut zusammenpassen, erfahren Sie in unserem Beitrag Duo, das Wunder wirkt: Honig und Zimt. Achten Sie beim Zimt auf die Sorte: Ceylon-Zimt enthält deutlich weniger Cumarin als der günstigere Cassia-Zimt, worauf auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hinweist. Mehr dazu in Schädlicher und gesunder Zimt.



Eine frische Variante gelingt mit einem Spritzer Zitronensaft. So trinkt auch die eingangs erwähnte Schauspielerin ihr Kreuzkümmelwasser. Wie Zitrone und Zimt zusammenwirken, lesen Sie in Wissen Sie, was passiert, wenn Sie Zimt und Zitrone mischen?



Was Leser berichten



Wer das Ritual ausprobiert, beschreibt häufig ähnliche Eindrücke. Ein warmes Getränk am Morgen fühle sich für den Magen sanfter an als ein kaltes Glas Wasser oder der erste Kaffee. Nach schweren Mahlzeiten am Vorabend empfinden viele das Kreuzkümmelwasser als angenehm. Und das abendliche Ansetzen werde schnell zur kleinen, beruhigenden Gewohnheit. Andere geben offen zu, dass sie sich an den herb-erdigen Geschmack erst gewöhnen mussten und deshalb mit Zimt, Honig oder Zitrone abrunden. Solche Erfahrungen sind individuell. Sie zeigen aber, dass es weniger um ein Wunder geht als um ein bewusstes, wohltuendes Morgenritual.



Kreuzkümmel in die tägliche Küche einbauen



Kreuzkümmel muss nicht nur im Glas landen. Er verfeinert Hülsenfrüchte, Gemüsepfannen, Eintöpfe und Kohlgerichte und macht sie für viele Menschen bekömmlicher. Probieren Sie zum Beispiel unser Rezept für Kohlnudeln in Sahnesauce, in dem Kreuzkümmel eine Hauptrolle spielt. Ein weiteres Gewürz mit langer ayurvedischer Tradition ist Kurkuma. Wie man es richtig verwendet, erklärt der Beitrag Die häufigsten Fehler, die Menschen machen, die Kurkuma verwenden.



Für eine gute Verdauung zählen vor allem ausreichend Ballaststoffe, Bewegung und regelmäßiges Trinken. Natürliche Ballaststofflieferanten stellen wir in Was passiert, wenn man jeden Tag 6 getrocknete Pflaumen isst? vor. Wer abends gerne noch etwas Bekömmliches trinkt, sollte auch den Beitrag Ist das Trinken von Kefir nachts wirklich empfehlenswert? lesen.



Für wen ist Vorsicht geboten?



In üblichen Küchenmengen gilt Kreuzkümmel als gut verträglich. Dennoch sollten einige Menschen vorher mit ihrer Ärztin, ihrem Arzt oder in der Apotheke Rücksprache halten:




  • Schwangere und Stillende sollten auf größere Mengen über längere Zeit verzichten. Gewürzmengen in Speisen gelten als unbedenklich.

  • Menschen, die Medikamente gegen Diabetes oder zur Blutverdünnung einnehmen, sollten ärztlichen Rat einholen, da Kreuzkümmel in Studien den Blutzucker beeinflusst hat.

  • Bei einer Allergie gegen Doldenblütler wie Sellerie, Fenchel, Karotte oder Koriander kann auch Kreuzkümmel Beschwerden auslösen.

  • Honig ist für Säuglinge unter einem Jahr grundsätzlich nicht geeignet.

  • Bei anhaltenden Verdauungsbeschwerden gehört die Ursache ärztlich abgeklärt. Ein Hausmittel ersetzt keine Diagnose.



Fazit



Ein Teelöffel Kreuzkümmel, ein Glas Wasser und eine Nacht Geduld: Mehr braucht dieses jahrtausendealte Ritual nicht. Kreuzkümmelwasser ist kein Schlankheitsmittel und kein Medikament. Als warmer Start in den Tag kann es aber eine ausgewogene Ernährung bereichern, die Flüssigkeitszufuhr angenehmer machen und vielen Menschen ein wohliges Gefühl im Bauch schenken. Probieren Sie es eine Woche lang aus und achten Sie darauf, wie Ihr Körper darauf reagiert.


 
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Februar 2015
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