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Kastanien: Eines der ältesten Lebensmittel der Welt – und ein Herbstgenuss, der lange satt machtKastanien: Eines der ältesten Lebensmittel der Welt – und ein Herbstgenuss, der lange satt machtKastanien: Eines der ältesten Lebensmittel der Welt – und ein Herbstgenuss, der lange satt machtKastanien: Eines der ältesten Lebensmittel der Welt – und ein Herbstgenuss, der lange satt machtKastanien: Eines der ältesten Lebensmittel der Welt – und ein Herbstgenuss, der lange satt macht


Datum: 13. OKT 26 - GUT ZU WISSEN
Kastanien: Eines der ältesten Lebensmittel der Welt – und ein Herbstgenuss, der lange satt macht
Geröstete Maroni liefern rund 245 Kilokalorien pro 100 Gramm, sind von Natur aus glutenfrei und enthalten Ballaststoffe, Kalium, Kupfer und Vitamin C ...

Eine Handvoll heißer Maroni in der Papiertüte, die Finger warm, die Schale knistert – und eine halbe Stunde später merkt man, dass man eigentlich gar keinen Hunger mehr hat. Genau das macht die Edelkastanie so besonders: Sie ist sättigender, als man ihr zutraut, und deutlich leichter, als ihr Ruf vermuten lässt. Während Walnüsse oder Mandeln mit weit über 500 Kilokalorien pro 100 Gramm zu Buche schlagen, bringen geröstete Kastanien nicht einmal die Hälfte davon auf die Waage.



Wie stark dieser Duft unsere Vorstellung vom Winter prägt, zeigt eine berühmte Geschichte aus der Musikwelt. Der amerikanische Sänger und Komponist Mel Torm{-15447} schrieb im Hochsommer 1945 gemeinsam mit Bob Wells ein Lied, das bis heute zu den meistgespielten Weihnachtsliedern gehört. Die beiden versuchten, sich an einem drückend heißen Tag in Kalifornien „kühle Gedanken“ zu machen – und die erste Erinnerung, die ihnen einfiel, waren über offenem Feuer geröstete Kastanien. So entstand „The Christmas Song“, den Nat King Cole weltberühmt machte. Die Kastanie wurde damit zum Inbegriff von Wärme, Geborgenheit und Winterstimmung.



Ähnliche Erinnerungen teilen auch viele unserer Leserinnen und Leser. Eine Leserin aus der Steiermark erzählt, dass ihre Großmutter jeden Herbst die gesammelten Kastanien in einer alten, durchlöcherten Pfanne auf dem Holzherd röstete: „Wir Kinder haben sie gleich heiß geschält und uns die Finger verbrannt. Abendessen brauchten wir danach keines mehr.“ Ein Leser aus Südtirol berichtet, dass er im Büro seit Jahren Kastanien statt Keksen als Zwischenmahlzeit isst – und seitdem am Nachmittag deutlich seltener zum Süßigkeitenautomaten geht.



Eine Speise aus der Urzeit



Kastanien gelten als eines der ältesten Lebensmittel der Menschheit. Schon unsere Vorfahren sammelten die nahrhaften Früchte, und erstaunlicherweise bereiten wir sie heute auf sehr ähnliche Weise zu wie vor Tausenden von Jahren: über dem Feuer geröstet, gekocht oder getrocknet und zu Mehl gemahlen.



Lange Zeit galten Kastanien als „Brot der Armen“, denn sie waren kostenlos, einfach zuzubereiten und vielseitig verwendbar – vom Hauptgericht bis zur Süßspeise. Das Historische Lexikon der Schweiz beschreibt etwa, dass Kastanien in der italienischen Schweiz einen wichtigen Beitrag zur Ernährung leisteten, bevor Mais, Bohnen und Kartoffeln nach Europa kamen. In manchen Gemeinden war es in Krisenjahren sogar verboten, Kastanien an Auswärtige zu verkaufen – so wertvoll waren sie.



Heute ist die Kastanie vor allem ein Herbst- und Wintergenuss. Auch auf Mallorca ziehen in den kalten Monaten Maronenstände durch die Innenstadt von Palma, wie das Mallorca Magazin berichtet.



Welche Eigenschaften machen Kastanien also zu einer so guten Wahl für den Speiseplan?



1. Eine Frucht, die angenehm satt macht



100 Gramm geröstete Kastanien liefern laut der Nährwertdatenbank FoodData Central des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) rund 245 Kilokalorien. Damit zählen sie zwar zu den energiereicheren Lebensmitteln, liegen aber weit unter klassischen Nüssen wie Walnüssen, Haselnüssen oder Mandeln. Der Grund: Kastanien enthalten kaum Fett, dafür viel Stärke und Wasser.



Interessant ist, dass der Kaloriengehalt beim Rösten steigt. Das liegt allerdings nicht daran, dass „neue“ Kalorien entstehen, sondern daran, dass Wasser verdampft – die Nährstoffe sind also auf weniger Gewicht konzentriert. Rohe Kastanien enthalten rund 200 Kilokalorien pro 100 Gramm.



Das Schöne daran: Schon nach wenigen Kastanien stellt sich bei vielen Menschen ein angenehmes Sättigungsgefühl ein. Die Kombination aus komplexen Kohlenhydraten und Ballaststoffen sorgt dafür, dass die Energie eher gleichmäßig freigesetzt wird. Viele Leserinnen und Leser berichten, dass sie nach einer Portion Maroni mehrere Stunden lang keinen Hunger verspüren. Wer Kastanien über den Tag verteilt genießen möchte, sollte trotzdem auf die Menge achten – eine Handvoll pro Portion ist ein gutes Maß.



2. Von Natur aus glutenfrei



Ein großer Teil der Kastanie besteht aus Stärke. Deshalb eignet sie sich hervorragend für Suppen, Pürees, süße und herzhafte Gerichte. Da Kastanien kein Gluten enthalten, ist Kastanienmehl eine beliebte Zutat in der glutenfreien Küche. Menschen mit Zöliakie sollten beim Kauf dennoch auf eine ausdrückliche Kennzeichnung „glutenfrei“ achten, da Mehle in Mühlen mit Getreide in Berührung kommen können. Hilfreiche Informationen dazu bietet die Deutsche Zöliakie-Gesellschaft.



Wer weitere glutenfreie Alternativen sucht, findet Anregungen in unseren Beiträgen Die in Vergessenheit geratene Hirse ist ein Vulkan der Gesundheit und Warum ist Maisbrot so köstlich?.



3. Unterstützt eine gesunde Verdauung



Kastanien sind eine gute Ballaststoffquelle: 100 Gramm geröstete Kastanien enthalten rund 5 Gramm Ballaststoffe. Das entspricht etwa einem Sechstel des von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfohlenen Richtwerts von 30 Gramm pro Tag.



Ballaststoffe tragen zu einer normalen Darmtätigkeit bei und dienen den nützlichen Darmbakterien als Nahrung. Bestimmte lösliche Ballaststoffe können zudem im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung dazu beitragen, die Cholesterinwerte im Normalbereich zu halten, wie auch die Apotheken Umschau erklärt. Wer bisher wenig Ballaststoffe gegessen hat, sollte die Menge langsam steigern und ausreichend trinken.



4. Mineralstoffe für Herz und Muskeln



Kastanien enthalten viel Kalium – rund 590 Milligramm pro 100 Gramm gerösteter Früchte. Kalium trägt zur Aufrechterhaltung eines normalen Blutdrucks sowie zu einer normalen Funktion von Muskeln und Nervensystem bei. Hinzu kommen Phosphor, Magnesium und besonders viel Mangan.



Anders als oft behauptet, sind Kastanien übrigens kein fettreiches Lebensmittel: Mit nur rund 2 Gramm Fett pro 100 Gramm gehören sie zu den fettärmsten „Nüssen“ überhaupt. Das wenige Fett, das sie enthalten, besteht überwiegend aus ungesättigten Fettsäuren.



Bemerkenswert ist auch der Gehalt an Vitamin C – für eine Nussfrucht eher ungewöhnlich. Rohe Kastanien enthalten etwa 40 Milligramm pro 100 Gramm, geröstete noch rund 26 Milligramm, was etwa einem Viertel des Tagesbedarfs eines Erwachsenen entspricht. Dazu liefern Kastanien Vitamine der B-Gruppe, insbesondere Vitamin B6 und Folat. Eine Übersichtsarbeit zur Zusammensetzung der Edelkastanie, erschienen im Journal of the Science of Food and Agriculture, hebt neben diesen Nährstoffen auch den Gehalt an pflanzlichen Antioxidantien hervor.



5. Kupfer für Abwehr, Blutbildung und Bindegewebe



Kupfer ist ein Spurenelement, das zu einer normalen Funktion des Immunsystems, zu einem normalen Eisentransport im Körper, zur Erhaltung von normalem Bindegewebe und zu einer normalen Funktion des Nervensystems beiträgt. Kastanien sind eine überraschend gute Kupferquelle: Schon 80 Gramm geröstete Kastanien liefern rund ein Drittel des täglichen Schätzwerts für Erwachsene. Gerade in der Erkältungszeit ist eine abwechslungsreiche, nährstoffreiche Ernährung eine gute Grundlage für das allgemeine Wohlbefinden.



Wer im Herbst gern zu Nüssen greift, findet bei uns außerdem das Rezept für selbstgemachte Haselnussmilch – eine wunderbare Ergänzung zu Kastanien in der kalten Jahreszeit.



Wichtig: Nicht jede Kastanie ist essbar



Essbar sind nur die Früchte der Edelkastanie (Esskastanie, Marone), die in stacheligen Fruchtbechern wachsen und eine kleine Spitze haben. Die Früchte der Rosskastanie, die Kinder im Herbst gern zum Basteln sammeln, sind dagegen ungenießbar und können Magen-Darm-Beschwerden verursachen. Im Zweifel greift man daher besser zu Kastanien vom Markt oder aus dem Handel.



Zum Schluss: So erkennen Sie gute Kastanien



Je stärker die Schale glänzt, desto frischer und besser sind die Kastanien in der Regel. Sie sollten sich prall und schwer anfühlen und beim Schütteln nicht klappern. Damit sie länger frisch bleiben, lagert man sie an einem dunklen und kühlen Ort, am besten im Gemüsefach des Kühlschranks.



Ein bewährter Rat aus der Volksküche: Kastanien am besten für sich allein genießen und dazu Wasser oder Tee trinken. So fühlen sich viele Menschen danach weniger aufgebläht. Wer zu Blähungen neigt, sollte zunächst mit kleineren Portionen beginnen. Und wer wissen möchte, welche Lebensmittel Fachleute dagegen eher meiden, dem empfehlen wir unseren Beitrag 9 Dinge, die Ernährungswissenschaftler niemals essen würden.


 
Geröstete Maroni
 
Kastanien als Herbstgenuss
 
Ballaststoffe in Kastanien
 
Nährstoffe in gerösteten Kastanien
 
Kupfer in Edelkastanien
 





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Februar 2015
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