Neuesten Nachrichten


Interaktive Widgets:




Wenn die Banane dunkel wird: Was die reifen Punkte auf der Schale wirklich für Ihre Gesundheit bedeutenWenn die Banane dunkel wird: Was die reifen Punkte auf der Schale wirklich für Ihre Gesundheit bedeutenWenn die Banane dunkel wird: Was die reifen Punkte auf der Schale wirklich für Ihre Gesundheit bedeutenWenn die Banane dunkel wird: Was die reifen Punkte auf der Schale wirklich für Ihre Gesundheit bedeutenWenn die Banane dunkel wird: Was die reifen Punkte auf der Schale wirklich für Ihre Gesundheit bedeuten


Datum: 13. OKT 26 - GUT ZU WISSEN
Wenn die Banane dunkel wird: Was die reifen Punkte auf der Schale wirklich für Ihre Gesundheit bedeuten
Braun gesprenkelte Bananen sind süßer, besonders bekömmlich und ein Geschenk für jede Backstube. Die viel geteilte Behauptung, sie würden Krebszellen bekämpfen, hält einer genauen Prüfung jedoch nicht stand ...

Millionenfach geteilt, in unzähligen Kettenbriefen und Bildbotschaften verbreitet: „Bananen mit dunklen Flecken vernichten Krebszellen!“ Wer so etwas liest, möchte am liebsten sofort zur Obstschale greifen. Doch bevor Sie nur noch braune Bananen kaufen, lohnt sich ein Blick auf die Quelle. Die wahre Geschichte ist nämlich spannender, als die Kettenbriefe vermuten lassen.



Zrele Bananen unterscheiden sich tatsächlich deutlich von grünen, in Geschmack, Zuckergehalt und Bekömmlichkeit. Bevor Sie allem glauben, was im Netz kursiert, sollten Sie aber prüfen, was die Wissenschaft wirklich sagt.



Wenn ein gut gemeinter Rat zur Last wird



Eine bekannte australische Wissenschaftsjournalistin hat erlebt, wie diese Geschichte im echten Leben wirkt. Als mehrere Menschen aus ihrer Familie und ihrem Freundeskreis an Krebs erkrankten, erreichten sie immer wieder gut gemeinte Nachrichten mit dem Bananen-Rat. Sie schrieb später darüber und nannte die Behauptung eine grobe Verzerrung einer Forschungsarbeit ohne klinische Bedeutung. Solche Botschaften, so ihre Erfahrung, vergrößern nur den Lärm, mit dem schwer kranke Menschen ohnehin zu kämpfen haben. Ihre Erfahrung wird von der australischen Faktenprüfung AAP FactCheck und von Africa Check aufgegriffen.



Viele von uns kennen die Situation: Eine Tante, ein Nachbar oder ein Kollege schickt einen „Gesundheitstipp“ weiter, ohne böse Absicht. Gerade deshalb lohnt es sich, genau hinzusehen.



Woher stammt die Geschichte?



Die Antwort auf die Frage, was mit sehr reifen Bananen geschieht, kommt tatsächlich aus Japan. Dort untersuchten zwei Forscher der Teikyo-Universität in Tokio Bananen in verschiedenen Reifestadien. Ihre Arbeit erschien 2009 unter dem Titel „Differences in Biological Response Modifier-like Activities According to the Strain and Maturity of Bananas“ in der Fachzeitschrift Food Science and Technology Research.



Von Bananen ist übrigens bekannt, dass sie nicht an der Staude ausreifen sollten. Dort werden sie leicht mehlig, verlieren an Geschmack, und ihre Struktur verändert sich deutlich. Deshalb werden sie grün geerntet, reifen auf dem Weg in den Laden nach, und wir bekommen sie im besten Fall genau im richtigen Moment in die Hand.



Doch nicht alle …



Was es mit „TNF“ wirklich auf sich hat



In vielen Beiträgen heißt es, reife Bananen mit vielen dunklen Flecken würden einen Stoff namens TNF abgeben. Die Abkürzung steht für Tumornekrosefaktor. Das klingt beeindruckend, entspricht aber nicht dem, was die Studie untersucht hat.




  • TNF stammt nicht aus der Banane. Es ist ein Botenstoff, den die weißen Blutkörperchen von Säugetieren selbst bilden. Das US-amerikanische Nationale Krebsinstitut (NCI) stellte gegenüber Africa Check klar, dass Bananen keinen Tumornekrosefaktor enthalten.

  • Die Versuchstiere aßen keine Bananen. Den Mäusen wurde ein Bananenauszug in die Bauchhöhle gespritzt. Danach stieg die Zahl bestimmter Abwehrzellen an, und zwar umso stärker, je reifer die Bananen waren. Am deutlichsten war das bei einer Hochlandsorte.

  • Über Krebs beim Menschen sagt die Studie nichts. Die Forscher behaupteten weder, dass Bananen TNF enthalten, noch dass sie ein Mittel gegen Krebs gefunden hätten.



Ein Krebsforscher der University of New South Wales in Sydney erklärte gegenüber AAP FactCheck sogar, dass Bananenpflanzen das Gen zur Bildung von TNF gar nicht besitzen. Der Australische Krebsrat (Cancer Council Australia) betont, dass kein einzelnes Lebensmittel und keine besondere Diät Krebs heilen kann.



„Achtmal gesünder“? Lieber mit Vorsicht genießen



Ja, Sie haben richtig gelesen: In den Kettenbriefen heißt es, überreife Bananen seien bis zu achtmal „wirksamer“ als grüne. Außerdem enthielten sie ein Vielfaches an Antioxidantien im Vergleich zu Äpfeln, Birnen, Wassermelonen, Ananas oder Trauben. Eine solche Aussage für Menschen lässt sich aus der japanischen Mäusestudie jedoch nicht ableiten.



Richtig ist: Beim Reifen verändert sich die Banane chemisch stark. Laut dem französischen Obst- und Gemüseinstitut Aprifel wird Stärke in Einfachzucker umgewandelt. Die braune Verfärbung der Schale entsteht unter anderem durch das Enzym Polyphenoloxidase. Das beeinflusst Aussehen, Geschmack, Konsistenz und auch den Nährwert. Ein Wundermittel wird die Banane dadurch nicht. Sie bleibt aber ein wertvoller Teil einer abwechslungsreichen Obstauswahl, gleich welche Farbe ihre Schale hat.



Reife Bananen und Blutzucker: genau umgekehrt



Gelegentlich liest man, der Zucker in reifen Bananen sei so weit „abgebaut“, dass sie für Menschen mit Diabetes nur halb so problematisch seien. Hier ist eine Klarstellung besonders wichtig, denn das Gegenteil trifft zu.



Je reifer die Banane, desto mehr Stärke ist bereits in schnell verfügbaren Zucker umgewandelt. Nach Messungen, die in der Datenbank zum glykämischen Index der Universität Sydney gesammelt werden, liegt der glykämische Index einer grünen Banane bei etwa 42. Eine reife gelbe Banane erreicht etwa 51, eine überreife mit braunen Flecken kann bis etwa 62 erreichen. Auch die Übersicht zum glykämischen Index von diabetesDE nennt für die Banane einen Wert um 51 und weist darauf hin, dass eine Banane mit Joghurt den Blutzucker langsamer ansteigen lässt als eine Banane pur.



Mehr dazu, für wen Bananen weniger geeignet sein können, lesen Sie in unserem Beitrag Wer sollte keine Bananen essen?



Unser Rat als Ernährungsfachleute: Wer auf seinen Blutzucker achten muss, greift eher zu gelben Bananen mit wenigen Punkten. Kombinieren Sie sie mit Eiweiß oder Ballaststoffen, etwa Naturjoghurt, Haferflocken oder einer Handvoll Nüsse. Bei Diabetes sprechen Sie Ihre persönliche Obstmenge am besten mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder einer Ernährungsberatung ab.



Warum reife Bananen trotzdem in die Obstschale gehören



Auch ohne Wunderwirkung haben gesprenkelte Bananen echte Vorzüge:




  • Gut bekömmlich: Die Apotheken Umschau beschreibt reife Bananen als gut verdaulich. Sie liefern Kalium, Magnesium und Vitamin B6. Die AOK hebt den löslichen Ballaststoff Pektin hervor, der als magenfreundlich gilt.

  • Natürliche Süße: Eine mittelgroße Banane liefert laut Weight Watchers rund 105 Kilokalorien, etwa 27 Gramm Kohlenhydrate und etwa ein Fünftel des Tagesbedarfs an Vitamin B6. Sehr reife Früchte sind so süß, dass Sie beim Backen oft weniger Zucker brauchen.

  • Weniger Verschwendung: Wer braune Bananen nicht wegwirft, sondern zu Bananenbrot, Pfannkuchen oder einem Mixgetränk verarbeitet, schont Geldbeutel und Umwelt.



Eine einfache Idee für überreife Früchte finden Sie in unserem Rezept Einfacher Bananen-Pudding. Wer es abends gern warm und würzig mag, liest weiter bei Was passiert, wenn man vor dem Schlafengehen eine Banane mit Zimt isst?



So lagern Sie Bananen richtig




  • Bananen mögen es nicht kalt. Im Kühlschrank verfärbt sich ihre Schale braun, wie auch die Apotheken Umschau beschreibt.

  • Bewahren Sie Bananen getrennt von anderem Obst auf. Sie geben das Reifegas Ethylen ab, das Äpfel und Birnen schneller nachreifen lässt.

  • Sind die Bananen zu schnell reif geworden, schälen und in Stücke schneiden, dann einfrieren. Gefroren eignen sie sich wunderbar für cremige Mixgetränke oder Fruchteis.



Noch mehr Bananen-Wissen



Wussten Sie, dass in den frühen Ketchup-Rezepten statt Tomaten Bananen verwendet wurden? Die überraschende Geschichte lesen Sie in 7 Fakten über Ketchup, welche Sie nicht wussten! Warum auch die Banane Teil der Liste der Gesunde Nahrungsmittel, welche unter Umständen Lebensgefährlich sein können ist, erfahren Sie ebenfalls bei uns. Und welche Rolle reife Bananen in der basenbetonten Küche spielen, beschreibt unser Beitrag 10 Alkalische Lebensmittel, die Sie täglich essen sollten.



Unser Fazit



Dunkle Punkte auf der Bananenschale sind kein Grund zur Sorge und auch kein Zaubermittel. Sie zeigen einfach, dass die Frucht reif, süß und besonders aromatisch ist. Die oft geteilte Behauptung über „krebsbekämpfende“ Bananen beruht auf einer missverstandenen Mäusestudie. Für Menschen, die auf ihren Blutzucker achten, sind eher weniger reife Bananen die bessere Wahl. Genießen Sie Bananen in jedem Reifegrad als Teil einer bunten, ausgewogenen Ernährung. Und wenn Sie das nächste Mal einen Kettenbrief mit einem „Gesundheitswunder“ erhalten, lohnt sich ein Blick auf die Originalquelle.


 
Reife Bananen
 
Krebsprävention
 
Bananenmythen
 
Gesundheitstipps
 





Rundum gesund - RSS
Copyright (c)
Rundgesund.com
Februar 2015
π Kontakt:
info@rundgesund.com
Über uns   |   Facebook Rundum Gesund - Seitenanfang