Neuesten Nachrichten


Interaktive Widgets:




Gluten und Schilddrüse: Eine unterschätzte Verbindung, über die viel zu selten gesprochen wirdGluten und Schilddrüse: Eine unterschätzte Verbindung, über die viel zu selten gesprochen wirdGluten und Schilddrüse: Eine unterschätzte Verbindung, über die viel zu selten gesprochen wirdGluten und Schilddrüse: Eine unterschätzte Verbindung, über die viel zu selten gesprochen wirdGluten und Schilddrüse: Eine unterschätzte Verbindung, über die viel zu selten gesprochen wird


Datum: 16. OKT 26 - GUT ZU WISSEN
Gluten und Schilddrüse: Eine unterschätzte Verbindung, über die viel zu selten gesprochen wird
Bei manchen Menschen mit Autoimmunthyreoiditis kann eine glutenfreie Ernährung einen positiven Effekt auf die Schilddrüsenantikörperwerte haben ...

Gluten und Schilddrüse: Eine unterschätzte Verbindung, über die viel zu selten gesprochen wird



Bei manchen Menschen mit einer autoimmunen Schilddrüsenentzündung kann der Verzicht auf Gluten die Werte der Schilddrüsenantikörper positiv beeinflussen – erste Studien deuten darauf hin, wobei sich mögliche Veränderungen erst nach mehreren Monaten zeigen. Ob eine glutenfreie Ernährung im Einzelfall sinnvoll ist, sollte immer gemeinsam mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden.



Sie sind ständig müde, Ihr Bauch ist aufgebläht, die Gelenke schmerzen und morgens fühlt sich der Kopf an wie in Watte gepackt? Viele Menschen schieben solche Beschwerden jahrelang auf Stress oder das Alter. Dabei könnte die Spur zu einem kleinen, schmetterlingsförmigen Organ am Hals führen – und zu einem Eiweiß, das täglich auf unseren Tellern landet: Gluten.



Wenn Hollywood-Stars den Speiseplan umstellen



Die Schauspielerin Zoe Salda{-15439}a, bekannt aus „Avatar“ und „Star Trek“, machte 2016 öffentlich, dass sie an der Hashimoto-Thyreoiditis leidet, einer autoimmunen Entzündung der Schilddrüse. Auch ihre Mutter und Schwester sind betroffen. Im Gespräch mit dem Magazin „The Edit“ von Net-a-Porter erzählte sie, dass sie gemeinsam mit ihrem Ehemann zu Hause konsequent auf glutenfreie und milchfreie Ernährung umgestiegen sei – ihr Körper brauche „saubere“ Ernährung, um zur Ruhe zu kommen.



Ähnliche Geschichten hört man in Selbsthilfegruppen immer wieder: Betroffene berichten, dass sie sich nach einigen Monaten ohne Brot, Nudeln und Gebäck aus Weizen weniger aufgebläht und energiegeladener fühlen. Andere wiederum merken kaum einen Unterschied. Genau diese Unterschiede machen das Thema so spannend – und zeigen, wie individuell unser Körper reagiert.



Die Schilddrüse – klein, aber mächtig



Schätzungen der Amerikanischen Schilddrüsengesellschaft (American Thyroid Association) zufolge erkrankt etwa jede achte Frau mindestens einmal im Leben an der Schilddrüse. Auch die Zahl der festgestellten Fälle von Schilddrüsenkrebs ist in den vergangenen Jahrzehnten deutlich gestiegen – Fachleute führen das zu einem großen Teil auf genauere Ultraschalluntersuchungen zurück, durch die heute auch sehr kleine Knoten entdeckt werden. Aktuelle Zahlen für Deutschland veröffentlicht das Zentrum für Krebsregisterdaten am Robert Koch-Institut. Manche sprechen sogar von einer regelrechten Epidemie der Schilddrüsenerkrankungen, und vereinzelt wird auch über Viren als möglichen Auslöser spekuliert – wissenschaftlich gesichert ist das bisher jedoch nicht.



Schilddrüsenhormone wirken auf nahezu alle Zellen unseres Körpers: Sie steuern Stoffwechsel, Körpertemperatur, Herzschlag und Energiehaushalt. Ähnlich weit verbreitet sind die Andockstellen für Vitamin D – fast jede menschliche Zelle besitzt einen Vitamin-D-Rezeptor. Deshalb lohnt es sich, auf eine gute Versorgung mit beiden zu achten. Wie wichtig dabei auch Jod ist, lesen Sie in unserem Artikel Können Sie nicht abnehmen? Ihnen fehlt vielleicht Jod?



Was passiert, wenn Gluten auf ein empfindliches Immunsystem trifft?



Gluten ist ein Eiweiß, das in Weizen, Dinkel, Roggen, Gerste und weiteren Getreidesorten vorkommt. Bei empfindlichen Menschen kann es die Darmschleimhaut reizen. Gelangen Bestandteile des Glutens in den Blutkreislauf, erkennt das Immunsystem sie unter Umständen als Fremdkörper und bildet Antikörper. Eine verbreitete Annahme lautet, dass diese Abwehrreaktion bei manchen Menschen auch das Schilddrüsengewebe in Mitleidenschaft ziehen könnte – die Schilddrüse arbeitet dann langsamer und der Hormonspiegel sinkt.



Tatsächlich haben Zöliakie und Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse einen gemeinsamen erblichen Hintergrund des Immunsystems, wie eine Übersichtsarbeit in der Fachzeitschrift „Nutrients“ zusammenfasst. Wer an Hashimoto erkrankt ist, sollte daher mit seiner Ärztin oder seinem Arzt besprechen, ob ein Test auf Zöliakie sinnvoll ist. Informationen dazu bietet die Deutsche Zöliakie Gesellschaft.



Wichtig ist dabei: Nicht jede Unverträglichkeit ist gleich Zöliakie. Fachleute unterscheiden zwischen Zöliakie, Weizenallergie und der sogenannten Glutensensitivität ohne Zöliakie. Bei vielen Menschen mit Beschwerden nach dem Verzehr von Getreide steckt keine Zöliakie dahinter, sondern eher eine Reizung oder Entzündung im Darm.



Was sagt die Forschung?



Eine viel beachtete Pilotstudie polnischer Forscher um Robert Krysiak, veröffentlicht in der Fachzeitschrift „Experimental and Clinical Endocrinology & Diabetes“, begleitete 34 Frauen mit Hashimoto-Thyreoiditis. Sechzehn von ihnen ernährten sich sechs Monate lang glutenfrei, die übrigen aßen wie gewohnt. In der glutenfreien Gruppe sanken die Werte der Schilddrüsenantikörper, und der Vitamin-D-Spiegel stieg leicht an. Allerdings handelte es sich um eine kleine Studie, und bei allen Teilnehmerinnen waren zuvor zufällig Antikörper gefunden worden, die auf eine Glutenempfindlichkeit hindeuten.



Eine spätere Untersuchung über zwölf Monate, erschienen im „Journal of Clinical Medicine“, ging der Frage nach, ob man eine glutenfreie Ernährung bei chronischer Autoimmunthyreoiditis grundsätzlich empfehlen sollte. Die Amerikanische Akademie der Hausärzte (AAFP) kommt in ihrer Auswertung zu dem Schluss, dass sich zwar einzelne Laborwerte verändern können, ein Nachweis für weniger Beschwerden aber bisher fehlt. Auch eine polnische Literaturübersicht sieht keine allgemeine Notwendigkeit für alle Hashimoto-Betroffenen.



Das Fazit aus Sicht der Ernährungsberatung: Bei Menschen mit nachgewiesener Zöliakie oder Glutenempfindlichkeit kann der Verzicht auf Gluten den Autoimmunprozess womöglich beruhigen und die Antikörper senken. Der Körper braucht dafür allerdings Geduld – in den Studien wurden Veränderungen erst nach etwa sechs Monaten gemessen. Für alle anderen gilt: Wer ohne medizinischen Grund auf Gluten verzichtet, riskiert eher eine einseitige Ernährung.



Diese Anzeichen sollten Sie ernst nehmen



Wenn Sie häufig unter Blähungen oder Verdauungsbeschwerden leiden, raue Haut an den Oberarmen (sogenannte Reibeisenhaut) bemerken, oft müde sind, Schwindel verspüren oder das Gefühl haben, das Gleichgewicht zu verlieren, öfter Kopfschmerzen haben oder mit Entzündungen, Schwellungen und Gelenkschmerzen kämpfen, kann ein hormonelles Ungleichgewicht dahinterstecken – unter Umständen auch eines, das mit Gluten zusammenhängt.



Diese Beschwerden können jedoch viele verschiedene Ursachen haben. Lassen Sie deshalb Ihre Schilddrüsenwerte (TSH, freie Hormone und Antikörper) ärztlich überprüfen, bevor Sie Ihre Ernährung grundlegend umstellen. Ein Zöliakietest ist nur aussagekräftig, solange Sie noch Gluten essen. Hilfreiche Informationen für Betroffene bietet auch die Schilddrüsenliga Deutschland.



Ernst nehmen sollte man die Schilddrüse in jedem Fall: Eine dauerhaft schlecht arbeitende Schilddrüse kann sich auf Herz, Stoffwechsel, Stimmung, Gewicht und Fruchtbarkeit auswirken.



Glutenfrei genießen – so gelingt der Einstieg



Wer nach ärztlicher Rücksprache auf Gluten verzichten möchte, muss nicht auf Genuss verzichten. Von Natur aus glutenfrei sind unter anderem Reis, Mais, Kartoffeln, Buchweizen, Quinoa und Amaranth. Besonders empfehlenswert ist ein fast vergessenes Getreide – lesen Sie dazu Die in Vergessenheit geratene Hirse ist ein Vulkan der Gesundheit. Und wer Brot nicht missen möchte, findet eine leckere Alternative in unserem Beitrag Warum ist Maisbrot so köstlich? Achten Sie dabei immer auf die Zutatenliste, denn viele Fertigprodukte enthalten verstecktes Weizenmehl.



Wie eng Ernährung, Haut und innere Organe zusammenhängen, zeigt übrigens auch unser Artikel Was die Falten auf Ihrem Gesicht über Ihre Gesundheit aussagen.


 
Gluten und Schilddrüse
 
Glutenfreie Ernährung bei Autoimmunthyreoiditis
 
Zusammenhang zwischen Gluten und Schilddrüse
 
Effekt von Gluten auf Schilddrüsenantikörperwerte
 
Schilddrüsenerkrankungen und Glutenunverträglichkeit
 





Rundum gesund - RSS
Copyright (c)
Rundgesund.com
Februar 2015
π Kontakt:
info@rundgesund.com
Über uns   |   Facebook Rundum Gesund - Seitenanfang