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Datum: 16. OKT 26 - GUT ZU WISSEN
Zwei Zutaten, eine Pizza: Das Rezept, das Köche nur ungern verraten
Griechischer Joghurt und Mehl mit Backpulver – mehr braucht es nicht für einen schnellen Pizzateig ohne Hefe und ohne Wartezeit ...

Zwei Zutaten, eine Pizza: Das Rezept, das Köche nur ungern verraten



Griechischer Joghurt und Mehl mit Backpulver – mehr braucht es nicht für einen schnellen Pizzateig ohne Hefe und ohne Wartezeit. Im Vergleich zu manchem klassischen Teig liefert diese Variante etwas mehr Eiweiß und kann eine leichtere Alternative für die bewusste Küche sein.



Stellen Sie sich vor: Es ist Freitagabend, der Hunger ist groß, und Sie haben weder Hefe im Haus noch Lust, eine Stunde auf das Aufgehen des Teigs zu warten. In nur 15 Minuten liegt trotzdem ein duftender, goldbrauner Pizzaboden auf dem Blech – aus genau zwei Zutaten, die in fast jedem Kühlschrank und Vorratsschrank zu finden sind. Klingt zu schön, um wahr zu sein? Genau dieses Rezept hat sich in den vergangenen Jahren von einem kleinen Blog aus um die ganze Welt verbreitet.



Grieschischer Joghurt und Mehl mit Backpulver – das ist alles, was Sie für einen selbstgemachten Pizzateig benötigen, der im Vergleich zum klassischen Teig mehr Eiweiß liefert und kaum Zucker enthält.



Wie ein Fotomodell die Zwei-Zutaten-Pizza bekannt machte



Das Rezept für den hervorragenden Pizzateig aus nur zwei Zutaten veröffentlichte als eine der Ersten Elettra Wiedemann auf ihrem Blog. Die Tochter der Schauspielerin Isabella Rossellini ist eigentlich als Fotomodell bekannt geworden, entdeckte aber ihre Leidenschaft für die schnelle, unkomplizierte und trotzdem ausgewogene Küche. Ihr Grundgedanke: Wer wenig Zeit hat, soll trotzdem nicht zu Fertigprodukten greifen müssen. Pizzen aus diesem einfachen Teig werden deshalb vielerorts auch „Wiedemann-Pizzen“ genannt.



Auch viele unserer Leserinnen und Leser haben den Teig inzwischen ausprobiert. Eine Mutter von zwei Kindern aus der Steiermark schrieb uns, dass ihre Kinder den Teig mittlerweile selbst kneten und jeder seine eigene kleine Pizza belegt: „Seit wir dieses Rezept kennen, bestellen wir am Wochenende kaum noch Pizza.“ Ein pensionierter Leser aus Bayern erzählte, dass er anfangs skeptisch war, weil der Teig ohne Hefe auskommt, aber vom knusprigen Rand und dem leicht säuerlichen Aroma positiv überrascht wurde.



Das Rezept: So einfach geht es



Nehmen Sie 200 Gramm Mehl mit Backpulver und Salz. Sie können eine fertige Mischung kaufen (im englischsprachigen Raum als selbsttreibendes Mehl erhältlich) oder sie ganz einfach selbst herstellen: Mischen Sie 200 Gramm Weizenmehl mit etwa einem halben Päckchen Backpulver und einer Prise Salz. Geben Sie zum Mehl 150 Gramm griechischen Joghurt.



Vermengen Sie Mehl und Joghurt gut, bis ein glatter Teig entsteht. Lassen Sie den fertigen Teig etwa 10 Minuten ruhen. Rollen Sie ihn anschließend aus und geben Sie bei Bedarf noch etwas Mehl dazu, damit der Teig nicht klebt. Die Pizza belegen Sie ganz nach Ihrem Geschmack.



Unser Backtipp: Heizen Sie den Ofen auf 220 bis 250 Grad Celsius vor und backen Sie den Boden etwa 5 Minuten vor, bevor Sie ihn belegen. Danach braucht die Pizza je nach Belag weitere 8 bis 12 Minuten. So wird der Boden knusprig und nicht matschig.



Griechischer Joghurt oder normaler Joghurt – macht das einen Unterschied?



Zwischen griechischem und normalem Joghurt besteht ein deutlicher Unterschied. Ein Austausch ist zwar möglich, doch der Geschmack und die Beschaffenheit des Teigs sind nicht dieselben. Griechischem Joghurt wird durch Abtropfen die Molke entzogen, deshalb ist er dicker und cremiger. Geschmacklich erinnert er an jungen Frischkäse, behält aber den typischen Joghurtgeschmack. Er enthält in der Regel auch mehr Fett (häufig um die 10 Prozent). Ursprünglich wurde er aus Schafsmilch hergestellt, manchmal auch aus einer Mischung von Kuh- und Schafsmilch.



Wer im Supermarkt genau hinschaut, entdeckt übrigens zwei Bezeichnungen: „griechischer Joghurt“ und „Joghurt nach griechischer Art“. Letzterer wird oft nicht abgetropft, sondern durch Zugabe von Sahne oder Milcheiweiß cremiger gemacht. Die Verbraucherzentrale empfiehlt grundsätzlich, beim Einkauf einen Blick auf die Zutatenliste und die Nährwerttabelle zu werfen.



Und noch ein Unterschied zwischen griechischem und normalem Joghurt kann bei Ihrem nächsten Einkauf entscheidend sein: Griechischer Joghurt liefert pro Portion mehr Eiweiß und enthält weniger Milchzucker. Durch die Abtropfung geht zwar ein Teil des Kalziums mit der Molke verloren, doch die lebenden Joghurtkulturen bleiben erhalten – sofern das Produkt nicht nachträglich wärmebehandelt wurde. Nährwertangaben für verschiedene Joghurtsorten finden Sie zum Beispiel in der Lebensmitteldatenbank FoodData Central des US-Landwirtschaftsministeriums.



Wer seinen griechischen Joghurt lieber selbst herstellen möchte, findet eine Anleitung in unserem Beitrag Das gesunde Geheimnis mit griechischem Joghurt.



Was sagt die Ernährungswissenschaft?



Als Ernährungsberater sehen wir in diesem Rezept vor allem einen Vorteil: Ein Teil des Mehls wird durch ein eiweißreiches Milchprodukt ergänzt. Eiweiß trägt zum Erhalt der Muskulatur bei und kann das Sättigungsgefühl unterstützen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt für Erwachsene eine Zufuhr von etwa 0,8 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht am Tag. Allerdings ist nicht jede Eiweißquelle gleich wertvoll – mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag Proteine, die nicht (besonders?) gesund sind.



Joghurt wird seit Langem mit einer ausgewogenen Ernährung in Verbindung gebracht. Die Harvard-Universität fasst auf ihrem Ernährungsportal The Nutrition Source zusammen, was über Joghurt bekannt ist. Eine umfangreiche Auswertung mehrerer Langzeitstudien, veröffentlicht in der Fachzeitschrift BMC Medicine, fand einen Zusammenhang zwischen regelmäßigem Joghurtverzehr und einem etwas geringeren Risiko für Typ-2-Diabetes. Die amerikanische Lebensmittelbehörde FDA erlaubt seit 2024 einen entsprechenden, ausdrücklich eingeschränkten Hinweis. Wichtig: Es handelt sich um Beobachtungen, nicht um einen Beweis, und ein Pizzateig ersetzt selbstverständlich keine ausgewogene Ernährung.



Interessant ist auch die Frage, wie sich Milchprodukte mit unterschiedlichem Fettgehalt auswirken. Darüber haben wir im Beitrag Schützt vollfetter Käse wirklich vor Demenz? berichtet. Und wer griechischen Joghurt auch süß genießen möchte, findet eine Idee im Artikel Gefrorener Honig: gesunder Trend oder heimlicher Feind für Zähne und Blutzucker?



Der Belag entscheidet mit



Der leichteste Teig verliert seinen Vorteil, wenn er unter Wurst, viel Käse und salziger Fertigsoße verschwindet. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt Erwachsenen, weniger als 5 Gramm Salz am Tag zu sich zu nehmen. Gerade Tiefkühlpizzen enthalten oft erstaunlich viel davon, wie wir im Beitrag In welchen Nahrungsmitteln verbirgt sich am meisten Salz? gezeigt haben.



Unsere Empfehlungen für einen ausgewogenen Belag:



  • eine selbstgemachte Tomatensoße aus passierten Tomaten, Knoblauch und Oregano – warum Tomaten mehr als nur ein Pizzabelag sind, lesen Sie im Beitrag Tomatensaft gegen Cholesterin (und noch viel mehr!),

  • reichlich Gemüse wie Paprika, Zucchini, Spinat, Pilze oder Rucola,

  • mäßig Käse – lieber ein kräftiger Käse in kleiner Menge als viel milder Käse,

  • ein paar Tropfen Olivenöl nach dem Backen statt davor.



Abwandlungen für Experimentierfreudige



Der Grundteig lässt sich leicht abwandeln. Ein Teil des Weizenmehls kann durch Vollkornmehl ersetzt werden, was den Ballaststoffgehalt erhöht – ähnlich wie bei Nudeln, worüber wir im Beitrag Ist es empfehlenswert, Pasta zu essen? geschrieben haben. In diesem Fall braucht der Teig eventuell einen Löffel mehr Joghurt. Getrocknete Kräuter, etwas Knoblauchpulver oder geriebener Parmesan direkt im Teig sorgen für zusätzliches Aroma. Aus demselben Teig lassen sich außerdem Fladenbrote, Brötchen oder Knoblauchstangen backen. Wer gern mit anderen Mehlsorten experimentiert, findet Anregungen im Beitrag Warum ist Maisbrot so köstlich? oder ganz ohne Mehl im Rezept Apfelkuchen ohne Mehl.



Hinweis: Menschen mit Laktoseintoleranz vertragen griechischen Joghurt oft etwas besser als Milch, dennoch kann er Beschwerden verursachen. In diesem Fall bietet sich laktosefreier Joghurt an. Wer an Zöliakie leidet, muss auf glutenfreies Mehl ausweichen, wobei sich die Beschaffenheit des Teigs verändert.



Fazit



Sie werden es kaum glauben, aber eine solche Pizza kann eine leichtere Alternative zur klassischen Variante sein: schnell zubereitet, ohne Hefe, mit etwas mehr Eiweiß und kaum Zucker im Teig. Entscheidend bleibt, wie Sie sie belegen und wie viel Sie davon essen. Probieren Sie es aus – und schreiben Sie uns, mit welchem Belag Ihre Zwei-Zutaten-Pizza am besten gelungen ist!


 
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Februar 2015
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