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Ingwer oder Meerrettich: Welche scharfe Wurzel gehört wirklich auf Ihren Teller?Ingwer oder Meerrettich: Welche scharfe Wurzel gehört wirklich auf Ihren Teller?Ingwer oder Meerrettich: Welche scharfe Wurzel gehört wirklich auf Ihren Teller?Ingwer oder Meerrettich: Welche scharfe Wurzel gehört wirklich auf Ihren Teller?Ingwer oder Meerrettich: Welche scharfe Wurzel gehört wirklich auf Ihren Teller?


Datum: 18. SEP 26 - GUT ZU WISSEN
Ingwer oder Meerrettich: Welche scharfe Wurzel gehört wirklich auf Ihren Teller?
Zwei scharfe Wurzeln, zwei völlig unterschiedliche Nährwertprofile – und ein jahrhundertealter Hausmittel-Trick, der bis heute in vielen Küchen weiterlebt. Wir vergleichen Ingwer und Meerrettich anhand ihrer Nährstoffe und erklären ...

Scharf, würzig, unverwechselbar: Sowohl Ingwer als auch Meerrettich gehören seit Generationen zu den beliebtesten Naturheilmitteln in europäischen und asiatischen Küchen. Doch während der eine aus den Tropen stammt, wächst der andere direkt vor unserer Haustür. Wer beide Wurzeln kennt, weiß: Es lohnt sich, genauer hinzuschauen.



Ingwer: Die asiatische Wunderknolle



Ingwer (Zingiber officinale) gehört zu den bekanntesten Gewürz- und Heilpflanzen weltweit und wurde in Deutschland sogar zur „Arzneipflanze des Jahres" gekürt. Seine Schärfe verdankt er vor allem dem Inhaltsstoff Gingerol, der als entzündungshemmend und antioxidativ gilt. Traditionell wird Ingwer vor allem gegen Reiseübelkeit eingesetzt – die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) empfiehlt hierfür ein bis zwei Gramm Ingwerpulver rund eine Stunde vor Reiseantritt. Auch bei Übelkeit im Rahmen einer Chemotherapie kann Ingwer laut ärztlichen Leitlinien ergänzend zur üblichen Behandlung eingesetzt werden – immer in Absprache mit dem behandelnden Arzt.



Quelle: Apotheken Umschau – Ingwer ist gesund, eignet sich aber nicht für jeden



Meerrettich: Das heimische „pflanzliche Penizillin"



Meerrettich (Armoracia rusticana), auch als „Kren" bekannt, trägt nicht ohne Grund den Beinamen „pflanzliches Penizillin". Verantwortlich dafür sind die enthaltenen Senfölglykoside (Glucosinolate), die erst beim Reiben oder Zerkleinern der Wurzel durch das Enzym Myrosinase in aktive Senföle umgewandelt werden. Diese Senföle wirken nachweislich gegen Bakterien und Viren und werden traditionell zur Unterstützung bei Atemwegs- und Harnwegsinfekten eingesetzt. Eine Kombination aus Meerrettich und Kapuzinerkresse wurde in klinischen Studien sogar bei akuter Bronchitis und Sinusitis untersucht und zeigte sich dort wirksam und gut verträglich.



Quellen: Utopia – Meerrettich: So gesund ist er wirklich, Apotheken Umschau – Meerrettich, Kren, PTA heute – Meerrettich: Scharfmacher gegen Infekte



Der direkte Nährwertvergleich



Wer beide Wurzeln nüchtern nebeneinanderstellt, stellt fest: Die Unterschiede sind größer, als man denkt.

















Nährstoff (pro 100 g)MeerrettichIngwer
Kalorienca. 48 kcalca. 79 kcal
Kohlenhydrateca. 11 gca. 18 g
Vitamin Cca. 25 mgca. 5 mg
Magnesiumca. 27 mgca. 43 mg


Quelle Nährwertdaten: FatSecret Lebensmitteldatenbank. Nährwerte können je nach Sorte, Anbau und Zubereitung leicht variieren.



Beim Vitamin C liegt Meerrettich klar vorn – zum Vergleich: Eine Zitrone bringt es auf rund 50 mg pro 100 g, Meerrettich kommt also bereits auf die Hälfte davon. Ingwer wiederum punktet beim Magnesium, das unter anderem für die Muskel- und Nervenfunktion wichtig ist.



Der warme Wickel: Ein traditionelles Hausmittel-Ritual



Ein warmer Wickel mit Meerrettich oder Ingwer zählt zu den bekanntesten Hausmitteln in der Volksmedizin – oft angewendet als abendliches Ritual zur Entspannung nach einer üppigen Mahlzeit. Wichtig zu wissen: Wissenschaftliche Belege für eine direkte Wirkung auf die Verdauung durch äußerliche Anwendung gibt es bislang nicht in ausreichendem Maße. Was jedoch gut dokumentiert ist: Wärme allgemein kann Verspannungen im Bauchbereich lindern und subjektiv als wohltuend empfunden werden, während die in beiden Wurzeln enthaltenen Scharfstoffe bei äußerlicher Anwendung ein leichtes Wärme- und Kribbelgefühl auf der Haut auslösen können.



Wer das Ritual dennoch ausprobieren möchte, geht am besten so vor:



Zutaten



  • 2 Esslöffel Meerrettich- oder Ingwerpulver

  • 4 Esslöffel einer milden, unparfümierten Bodylotion

  • Frischhaltefolie



Anwendung



  1. Ein Handtuch in warmem (nicht heißem) Wasser anfeuchten und für einige Minuten auf den Bauch legen, um die Haut zu entspannen.

  2. Lotion und Pulver zu einer cremigen Paste vermischen.

  3. Die Paste dünn auf den Bauchbereich auftragen und mit Frischhaltefolie locker umwickeln.

  4. Nach spätestens 30 bis 60 Minuten wieder entfernen und die Haut gründlich abwaschen. Bei Rötung, Brennen oder Unwohlsein den Wickel sofort entfernen.




Wichtiger Hinweis: Meerrettich und Ingwer können bei direktem Hautkontakt reizend wirken. Ein Wickel sollte nie über einen längeren Zeitraum (und schon gar nicht über Nacht) auf der Haut verbleiben, da dies zu Hautreizungen oder Verbrennungen führen kann. Personen mit empfindlicher Haut, Hauterkrankungen, in der Schwangerschaft oder Stillzeit sowie Kinder sollten vorab Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker halten. Dieser Beitrag ersetzt keine medizinische Beratung.


Fazit: Zwei starke Wurzeln, zwei unterschiedliche Stärken



Ob Ingwer oder Meerrettich – beide Wurzeln bringen wertvolle Pflanzenstoffe mit, die traditionell geschätzt werden und in Teilen auch wissenschaftlich untersucht sind. Meerrettich punktet mit weniger Kalorien und mehr Vitamin C, während Ingwer beim Magnesiumgehalt die Nase vorn hat. Am Ende ist es weniger eine Frage von „Gewinner" oder „Verlierer", sondern eine Frage des persönlichen Geschmacks – und beide verdienen definitiv einen festen Platz in der Küche.


 
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Februar 2015
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