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Fleisch jeden Tag: Warum Ihr Lieblingsgericht Sie nährt – und gleichzeitig belastetFleisch jeden Tag: Warum Ihr Lieblingsgericht Sie nährt – und gleichzeitig belastetFleisch jeden Tag: Warum Ihr Lieblingsgericht Sie nährt – und gleichzeitig belastetFleisch jeden Tag: Warum Ihr Lieblingsgericht Sie nährt – und gleichzeitig belastetFleisch jeden Tag: Warum Ihr Lieblingsgericht Sie nährt – und gleichzeitig belastet


Datum: 17. SEP 26 - GUT ZU WISSEN
Fleisch jeden Tag: Warum Ihr Lieblingsgericht Sie nährt – und gleichzeitig belastet
Ein saftiges Steak liefert Eiweiß, Eisen und Vitamin B12 – und kann bei täglichem Verzehr dennoch Herz, Gefäße und Darm belasten ...

Der Duft von gebratenem Fleisch auf dem Grill, das Knistern in der Pfanne, der erste Biss in ein zartes Steak – für viele Menschen gehört Fleisch einfach zum Alltag. Doch was passiert eigentlich in unserem Körper, wenn dieses Ritual nicht nur am Wochenende, sondern jeden einzigen Tag stattfindet? Die Antwort ist komplizierter, als es ein einfaches "gesund" oder "ungesund" vermuten lässt.



Ein Bekannter aus dem Bekanntenkreis unserer Redaktion erzählte kürzlich, wie er nach Jahren mit täglichem Wurstbrot zum Mittagessen von seinem Hausarzt auf erhöhte Cholesterinwerte hingewiesen wurde. Erst die Umstellung auf zwei bis drei fleischhaltige Mahlzeiten pro Woche – kombiniert mit mehr Gemüse und Hülsenfrüchten – brachte seine Werte wieder in einen unauffälligen Bereich. Seine Erfahrung deckt sich erstaunlich gut mit dem, was die Wissenschaft heute über Fleischkonsum weiß.



Die positive Seite: Eiweiß, Eisen und Vitamin B12



Zunächst der positive Blick: Fleisch ist eine dichte Quelle von Eiweiß, das unser Körper für Wachstum, Zellerneuerung und den Erhalt der Muskulatur benötigt. Ein Beispiel: 120 Gramm mageres Rinderhack liefern etwa 23 Gramm Eiweiß – ein spürbarer Beitrag zum Tagesbedarf eines Erwachsenen.



Hinzu kommen Vitamin B12 und Eisen, zwei Nährstoffe, die eng mit unserer Energie und unserem Wohlbefinden verknüpft sind. Ein Mangel an Vitamin B12 zeigt sich häufig als Müdigkeit, Konzentrationsschwäche und Blässe. Deshalb wird Menschen, die dauerhaft auf Fleisch verzichten, häufig empfohlen, Vitamin B12 gezielt über Nahrungsergänzungsmittel aufzunehmen – da dieses Vitamin in nennenswerten Mengen praktisch ausschließlich in tierischen Lebensmitteln vorkommt. Ein systematischer Übersichtsartikel zur Vitamin-B12-Versorgung von Vegetarierinnen und Veganern zeigt, dass ein B12-Mangel in dieser Gruppe je nach untersuchter Population deutlich häufiger vorkommt als bei Menschen mit gemischter Kost.



Die Schattenseite: Cholesterin und Herz-Kreislauf-Risiko



Doch die tägliche Portion Fleisch hat auch ihre Tücken. Ein zentrales Thema ist Cholesterin – eine Substanz, die der Körper zwar für den Zellaufbau benötigt, die sich bei Überschuss jedoch in den Gefäßwänden ablagern kann. Verengen sich die Gefäße dadurch, fließt das Blut schwerer, was das Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall erhöhen kann.



Eine der bislang größten Übersichtsstudien zu diesem Thema stammt von Forschenden der University of Oxford, die 13 Kohortenstudien mit über 1,4 Millionen Teilnehmenden auswertete. Das Ergebnis: Jede zusätzliche tägliche Portion von 50 Gramm verarbeitetem Fleisch (etwa Speck, Schinken oder Wurst) war mit einem um rund 18 Prozent höheren Risiko für koronare Herzkrankheit verbunden. Bei unverarbeitetem rotem Fleisch wie Rind, Lamm oder Schwein lag der Zusammenhang mit rund 9 Prozent pro 50 Gramm täglich niedriger. Bei Geflügel fand sich hingegen kein klarer Zusammenhang mit einem erhöhten Herzrisiko.



Wer seinen Cholesterinspiegel im Blick behalten möchte, findet in unserem Beitrag "Tomatensaft gegen Cholesterin (und noch viel mehr!)" alltagstaugliche Ansätze, und auch Rotkohl wird eine cholesterinsenkende Wirkung nachgesagt.



Fleisch kann Energie geben und Müdigkeit vorbeugen



Die positive Seite des täglichen Fleischkonsums: Viele Menschen berichten, dass sie sich dadurch energiegeladener fühlen. Neben Eiweiß liefert Fleisch auch Eisen, das am Sauerstofftransport im Blut beteiligt ist. Ist genügend Eisen vorhanden, fühlen wir uns tendenziell leistungsfähiger; bei einem Mangel kann sich hingegen schneller Müdigkeit einstellen.



Ein aktueller Ernährungsbericht der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde CDC weist darauf hin, dass Eisenmangel bei Frauen im gebärfähigen Alter ein verbreitetes und zunehmendes Thema ist. Regelmäßiger Verzehr von magerem rotem Fleisch kann hier einen Beitrag leisten, da das darin enthaltene Häm-Eisen vom Körper leichter aufgenommen wird als das Eisen aus pflanzlichen Quellen. Mehr zum Thema finden Sie auch in unserem Artikel "Blutarmut auf dem Teller: Diese Lebensmittel helfen – und diese stehlen heimlich Eisen aus Ihrem Körper".



Ganz so einfach ist die Sache allerdings nicht: Auch wenn Fleisch das Wohlbefinden kurzfristig steigern kann, deuten die vorliegenden Daten darauf hin, dass ein maßvoller Verzehr von einigen Portionen pro Woche einem täglichen Konsum langfristig vorzuziehen ist.



Was ist mit dem Darmkrebsrisiko?



Ein Thema, das im Zusammenhang mit rotem Fleisch immer wieder zur Sprache kommt, ist Darmkrebs – eine der häufigsten Krebsarten in Europa. Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC), die der Weltgesundheitsorganisation (WHO) untersteht, stufte rotes Fleisch 2015 in die Gruppe 2A ein, was so viel bedeutet wie "wahrscheinlich krebserregend für den Menschen". Verarbeitetes rotes Fleisch – etwa Salami, Wurst oder Speck – wurde in die Gruppe 1 eingeordnet, also als Substanz, für die eine krebserregende Wirkung beim Menschen als belegt gilt.



Wichtig für die Einordnung: Diese Klassifikation beschreibt die Stärke der wissenschaftlichen Beweislage, nicht die Höhe des individuellen Risikos. Laut IARC steigt das Darmkrebsrisiko um etwa 18 Prozent für jede zusätzliche tägliche Portion von 50 Gramm verarbeitetem Fleisch – ein Zusammenhang, der zwar statistisch relevant, für den Einzelnen aber im Kontext der Gesamternährung zu betrachten ist.



Sättigung und Einfluss auf das Körpergewicht



Eine positive Eigenschaft von Fleisch: Es sättigt vergleichsweise gut. Eiweiß wird vom Körper langsamer verdaut als Kohlenhydrate, weshalb man sich nach einem Steak oder einem Burger oft länger satt fühlt als nach einem Teller Nudeln. Ein wissenschaftlicher Übersichtsartikel zum Thema "Proteine und Sättigung: Bedeutung für das Gewichtsmanagement", erschienen in der Fachzeitschrift Current Opinion in Clinical Nutrition and Metabolic Care, bestätigt, dass die sättigende Wirkung von Eiweiß eine wichtige Rolle bei der Gewichtskontrolle spielen kann.



Hier ist allerdings Vorsicht geboten: Sättigung allein bedeutet noch keine gesunde Ernährung. Stammt das Eiweiß überwiegend aus verarbeiteten Fleischwaren wie Wurst oder Speck, nimmt man neben dem Eiweiß auch reichlich Salz und Fett auf – beides Faktoren, die Herz und Leber auf Dauer belasten können. Wer beim Braten auf gesündere Fette achten möchte, findet in unserem Beitrag über frittiertes Essen und seine Auswirkungen auf Cholesterin und Kopfschmerzen weiterführende Hinweise.



Wie findet man ein gesundes Gleichgewicht?



Der Blick auf die aktuelle Studienlage zeigt: Wer Fleisch täglich isst, geht damit tendenziell ein höheres gesundheitliches Risiko ein. Das bedeutet jedoch nicht, dass man vollständig darauf verzichten muss – im Gegenteil, Fleisch hat durchaus seine Vorzüge. Entscheidend ist vor allem, wie oft und in welcher Form es auf dem Teller landet.



Viele Ernährungsfachleute empfehlen, rotes Fleisch auf etwa zwei bis drei Portionen pro Woche zu beschränken und es mit reichlich Gemüse, Vollkornprodukten und gesunden Fetten zu kombinieren. Wer Fleisch zu Hause zubereitet, sollte es eher kochen oder im Ofen garen als es scharf anzubraten oder zu frittieren. Statt Wurst und Salami empfiehlt sich frisches Rind- oder Schweinefleisch in Maßen.



Interessant ist auch der Blick auf pflanzenbetonte Ernährungsmuster: Laut einer Untersuchung von Forschenden der Harvard T.H. Chan School of Public Health, die mehr als 25.000 Frauen über rund zwölf Jahre begleitete, war eine mediterrane Ernährungsweise – reich an Olivenöl, Gemüse, Fisch und Hülsenfrüchten, mit vergleichsweise wenig rotem Fleisch – mit einem etwa 25 Prozent geringeren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden.



Ein Blick auf aktuelle Ernährungstrends



Quer durch Europa lässt sich derzeit ein klarer Trend beobachten: Jüngere Menschen neigen zunehmend zu pflanzenbetonter Ernährung, während ältere Generationen dem Fleisch treu bleiben. Gleichzeitig zeigen Gesundheitsstatistiken, dass gerade in älteren Bevölkerungsgruppen Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Darmkrebs besonders häufig auftreten – ein Hinweis darauf, dass eine schrittweise Anpassung der Ernährungsgewohnheiten in jedem Alter sinnvoll sein kann.



Fleisch: Ja, aber mit Verstand und in der richtigen Menge



Fleisch ist ein Lebensmittel, das Energie liefern, für ein angenehmes Sättigungsgefühl sorgen und dem Körper wertvolles Eiweiß, Eisen und Vitamin B12 zuführen kann. Wird es jedoch täglich verzehrt, kann dies mit einem erhöhten Risiko für erhöhte Cholesterinwerte, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Darmkrebs einhergehen.



Die Lösung liegt nicht im vollständigen Verzicht, sondern in einer bewussten und maßvollen Auswahl. Wer sich rotes Fleisch einige Male pro Woche gönnt und dabei reichlich Gemüse, Hülsenfrüchte und Fisch ergänzt, dürfte von den Vorteilen beider Welten profitieren.



Es ist am Ende vielleicht die alte Volksweisheit, die den Weg zu einer ausgewogeneren Gesundheit weist: Fleisch sollte eher ein Festtagsgericht sein als ein tägliches Ritual.


 
Fleischkonsum
 
Gesundheitliche Auswirkungen von Fleisch
 
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Ausgewogene Ernährung mit Fleisch
 





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