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Selen: Das kleine Spurenelement mit großer Wirkung – warum weniger manchmal wirklich mehr istSelen: Das kleine Spurenelement mit großer Wirkung – warum weniger manchmal wirklich mehr istSelen: Das kleine Spurenelement mit großer Wirkung – warum weniger manchmal wirklich mehr istSelen: Das kleine Spurenelement mit großer Wirkung – warum weniger manchmal wirklich mehr istSelen: Das kleine Spurenelement mit großer Wirkung – warum weniger manchmal wirklich mehr ist


Datum: 16. SEP 26 - GUT ZU WISSEN
Selen: Das kleine Spurenelement mit großer Wirkung – warum weniger manchmal wirklich mehr ist
Ein einziger Paranuss kann bereits den empfohlenen Tagesbedarf an Selen decken. Das Spurenelement unterstützt Zellschutz, Schilddrüse und Immunsystem ...


Selen: Das kleine Spurenelement mit großer Wirkung – warum weniger manchmal wirklich mehr ist



Ein einziger Paranuss kann bereits den empfohlenen Tagesbedarf an Selen decken. Das Spurenelement unterstützt Zellschutz, Schilddrüse und Immunsystem – bei dauerhaft zu hoher Zufuhr kann es dem Körper jedoch ebenso schaden wie ein Mangel. Ein Überblick, der zeigt, warum die richtige Dosis hier besonders zählt.



Sie ernähren sich bewusst, achten auf Vitamine und Mineralstoffe – und trotzdem bleibt ein Spurenelement oft völlig unbeachtet: Selen. Dabei steckt es in praktisch jeder Körperzelle und übernimmt dort Aufgaben, ohne die unser Stoffwechsel schlicht nicht funktionieren würde.



Eine Leserin unserer Redaktion berichtete uns kürzlich von ihrer eigenen Erfahrung: Nach Monaten anhaltender Müdigkeit und brüchiger Nägel riet ihr die Hausärztin zu einem Bluttest – das Ergebnis zeigte einen niedrigen Selenspiegel. Nach ärztlich begleiteter Anpassung der Ernährung besserten sich ihre Beschwerden spürbar. Ihr Fall ist kein Einzelfall: Gerade bei unspezifischen Symptomen wie Erschöpfung wird ein möglicher Selenmangel häufig übersehen.



Warum der Körper Selen überhaupt braucht


Selen zählt zu den essenziellen Spurenelementen – der Körper kann es nicht selbst herstellen und ist auf die Zufuhr über die Nahrung angewiesen. Anders als bei vielen anderen Nährstoffen genügen dabei schon winzige Mengen: Erwachsene benötigen nach aktuellen Schätzwerten der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) rund 60 bis 70 Mikrogramm täglich. Genau diese geringe Bandbreite macht Selen aber auch empfindlich: Sowohl ein Mangel als auch eine dauerhafte Überversorgung können sich spürbar auf die Gesundheit auswirken.



Selenoproteine: die stillen Beschützer unserer Zellen


Im menschlichen Körper sind bislang rund 30 sogenannte Selenoproteine bekannt – Enzyme, die überwiegend als Antioxidantien wirken und Zellen vor oxidativem Stress schützen sollen. Ein anhaltender Selenmangel wird in der Fachliteratur mit verschiedenen gesundheitlichen Herausforderungen in Verbindung gebracht, etwa mit Beeinträchtigungen des Immunsystems oder der Muskelfunktion. Die Verbraucherzentrale weist zudem darauf hin, dass ein ausgeprägter Selenmangel in bestimmten Weltregionen mit selenarmen Böden – etwa in Teilen Chinas – historisch mit der sogenannten Kaschin-Beck-Krankheit in Verbindung gebracht wurde, die sich unter anderem in Gelenk- und Knochenveränderungen äußerte. In West- und Mitteleuropa ist ein klinisch relevanter Mangel bei ausgewogener Ernährung hingegen selten.


Selen spielt außerdem eine unterstützende Rolle im Zusammenspiel mit den Vitaminen A und E und wird traditionell mit der Funktion der Schilddrüse in Verbindung gebracht. Mehr zu diesem Zusammenhang – insbesondere zur Rolle von Jod – lesen Sie auch in unserem Beitrag Warum nehmen Sie trotz Diät zu? Der Mineralstoff, über den kaum jemand spricht.



Wo Selen tatsächlich steckt


Gute pflanzliche und tierische Selenquellen sind unter anderem Bierhefe, Weizenkeime, Nüsse, Eier, Butter, Sojaprodukte, Fisch, Haferflocken und Sonnenblumenkerne. Auch Rindfleisch und Innereien liefern nennenswerte Mengen. Unter den Obstsorten sticht die Dattel hervor, die schätzungsweise dreimal so viel Selen enthält wie die ohnehin selenreiche Banane – auch Trauben, Beeren und Kokosnuss tragen zur Versorgung bei. Wer generell auf getrocknete Früchte als Nährstofflieferanten setzt, findet ergänzende Informationen in unserem Artikel 5 nützliche Eigenschaften getrockneter Aprikosen.



Die Paranuss: kleiner Kern, große Wirkung


Die mit Abstand ergiebigste natürliche Selenquelle ist die Paranuss. Eine Studie des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR) bestätigt den außergewöhnlich hohen Selengehalt der Nuss und zeigt zudem, dass rund 85 Prozent des enthaltenen Selens bei der Verdauung tatsächlich aufgenommen werden können, da es überwiegend in der gut bioverfügbaren Form Selenomethionin vorliegt (HZDR-Studie, idw-online.de). Schon eine einzige Paranuss kann demnach den empfohlenen Tagesbedarf decken.


Ein Hinweis zur Ausgewogenheit: Paranüsse enthalten je nach Herkunftsboden auch geringe Mengen des natürlich vorkommenden, radioaktiven Elements Radium. Nach aktuellem Kenntnisstand sind hiervon bei moderatem Verzehr keine gesundheitlichen Auswirkungen zu erwarten – die DGE empfiehlt dennoch, nicht mehr als ein bis zwei Paranüsse pro Tag zu verzehren (aponet.de).



Wenn es zu viel wird: die Kehrseite der Medaille


So wichtig Selen ist – bei dauerhafter Überdosierung kann es ebenso Beschwerden auslösen wie ein Mangel. Wer über längere Zeit mehr als 400 Mikrogramm Selen täglich aufnimmt, riskiert Symptome wie Übelkeit, Durchfall, Hautveränderungen, Haarausfall oder Veränderungen der Nägel sowie einen charakteristischen, knoblauchartigen Atemgeruch. Auch nervliche Beschwerden werden in diesem Zusammenhang beschrieben. Die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie rät deshalb ausdrücklich davon ab, Selenpräparate ohne ärztliche Rücksprache einzunehmen – ein tatsächlicher Mangel lässt sich zuverlässig nur über eine Blutuntersuchung feststellen.



Was die Forschung zu Selen und Zellschutz sagt


Verschiedene wissenschaftliche Arbeiten untersuchen einen möglichen Zusammenhang zwischen der Selenversorgung und dem Schutz von Körperzellen vor oxidativem Stress, unter anderem im Bereich von Haut-, Lungen-, Prostata- und Darmgewebe. Die Studienlage hierzu ist jedoch uneinheitlich, und ein direkter, beweiskräftiger Nutzen einzelner Selenpräparate zur Vorbeugung bestimmter Erkrankungen gilt derzeit nicht als gesichert. Wer sich für dieses Thema näher interessiert, sollte sich in jedem Fall an medizinisches Fachpersonal wenden, anstatt eigenständig hochzudosieren.


Ergänzend wird Selen gelegentlich im Zusammenhang mit der Unterstützung des Immunsystems sowie mit der Bindung bestimmter Schwermetalle im Körper diskutiert. Wie auch andere Mikronährstoffe zur Abwehrkraft beitragen können, zeigen wir in unserem Beitrag Knoblauch und Joghurt: Zwei Superfoods, die gemeinsam noch besser wirken könnten.



Ein praktischer Tipp zum Schluss


Da Selen bei starker Hitzeeinwirkung während der Zubereitung teilweise verloren gehen kann, lohnt es sich, selenreiche Lebensmittel – wo es geschmacklich passt – auch roh oder nur schonend erhitzt zu genießen, etwa Nüsse, Samen oder bestimmte Obstsorten.



Fazit


Selen ist ein kleines, aber wichtiges Puzzleteil einer ausgewogenen Ernährung. Die gute Nachricht: Wer regelmäßig zu Nüssen, Vollkornprodukten, Fisch oder Eiern greift, deckt seinen Bedarf in aller Regel problemlos über die normale Ernährung. Bei anhaltenden, unklaren Beschwerden wie dauerhafter Müdigkeit oder Haarausfall kann ein Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt Klarheit bringen – eine eigenständige, hochdosierte Nahrungsergänzung sollte hingegen die Ausnahme bleiben.


 
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Februar 2015
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