Kennst du das Gefühl nach einem langen Wochenende voller schwerer Mahlzeiten, fettigem Essen und dem einen Glas Wein zu viel – dieses dringende Bedürfnis, sich „einmal richtig zurückzusetzen"? Genau in solchen Momenten erinnern sich viele an einen alten Hausmittel-Trick: Tee mit Milch. Nicht der gewöhnliche Tee mit einem Schuss Milch, sondern eine speziell zubereitete Kombination aus grünem Tee und fettarmer Milch, die traditionell als Unterstützung für die Verdauung geschätzt wird.
Eine Erfahrung aus erster Hand
Eine unserer Leserinnen berichtete uns: „Nach den Feiertagen fühlte ich mich aufgebläht, müde und erschöpft. Eine Freundin empfahl mir dieses alte Rezept. Die ersten paar Stunden passierte scheinbar nichts – doch dann begann das Getränk zu wirken. Am nächsten Morgen fühlte ich mich zum ersten Mal seit Wochen wieder leicht und ausgeruht." Sie war nicht die Einzige mit einer solchen Erfahrung – und genau das macht diesen alten Klassiker bei unseren Lesern so beliebt.
Warum ausgerechnet grüner Tee – nicht der gewöhnliche?
Das Geheimnis liegt darin, dass grüner Tee bestimmte Antioxidantien enthält, die im gewöhnlichen (schwarzen) Tee nicht in derselben Form vorkommen. Der Kombination aus grünem Tee und Milch wird traditionell eine unterstützende Wirkung bei der Entschlackung des Körpers sowie bei der Regulierung der Verdauung nachgesagt. Zusätzlich wird das Getränk als natürliches harntreibendes Mittel beschrieben, während die Milch für ein länger anhaltendes Sättigungsgefühl sorgen kann.
Grüner Tee enthält die Verbindung EGCG (Epigallocatechingallat), die manchmal auch als „König der Antioxidantien" bezeichnet wird. Laborstudien deuten darauf hin, dass EGCG entzündungshemmende, antioxidative und zellschützende Eigenschaften haben könnte. Auch ähnliche Grüntee-Kombinationen mit anderen Lebensmitteln werden in diesem Zusammenhang diskutiert – etwa grüner Tee in Kombination mit Zimt und Zitrone, dem ebenfalls appetitzügelnde Eigenschaften zugeschrieben werden.
Verringert Milch diese Effekte nicht? Eine berechtigte Frage. Eine im Journal of Dairy Science veröffentlichte Studie legt nahe, dass EGCG auch in fettarmer Milch biologisch aktiv bleiben kann – auch wenn das Milchprotein Kasein tatsächlich mit ihm interagiert. Manche Untersuchungen deuten sogar darauf hin, dass Milchproteine bei der Verdauung helfen könnten, Antioxidantien durch die Darmwand zu transportieren. Grüner Tee scheint also in Kombination mit Milch einen Großteil seiner positiven Eigenschaften zu behalten.
Wie bereitet man Tee mit Milch richtig zu?
Die Zubereitung ist einfach, ein paar Details sind jedoch wichtig:
- Der grüne Tee sollte lose (Blatt-Tee) sein – keine Teebeutel. Man benötigt etwa zwei Esslöffel hochwertigen grünen Tee.
- Die Milch sollte fettarm sein – etwa anderthalb Liter.
- Die Milch auf dem Herd auf etwa 70 Grad Celsius erhitzen (nicht kochen!), den grünen Tee hinzufügen, vom Herd nehmen und umrühren.
- Auf Zimmertemperatur abkühlen lassen und dann über den Tag verteilt in kleinen Tassen trinken.
- Zu jeder Tasse zusätzlich ein Glas Wasser trinken, da man durch die harntreibende Wirkung häufiger zur Toilette muss.
Warum nicht über 70 Grad? Höhere Temperaturen können die empfindlichen Polyphenole zerstören – jene Antioxidantien, die den Kern dieses Getränks ausmachen. Der Tee sollte außerdem nicht länger als etwa drei Minuten ziehen, da er sonst bitter werden und einen Teil seiner Eigenschaften verlieren kann.
Noch ein Tipp: Statt Teebeuteln lohnt sich loser Tee, bei dem man Qualität und Zusammensetzung der Teeblätter besser erkennen kann – ähnlich wie bei der bekannten Kombination aus grünem Tee und Mandelmilch, bei der ebenfalls auf hochwertigen losen Tee aus der Apotheke gesetzt wird.
Warum überhaupt zu diesem Getränk greifen?
Unterstützung für Verdauung und Wohlbefinden
Nach üppigen Mahlzeiten ist das Verdauungssystem oft überlastet. Dem Getränk wird nachgesagt, die Verdauung sanft zu unterstützen und zu einem allgemein besseren Wohlbefinden beizutragen. Auch die Nährstoffaufnahme soll sich nach einer solchen „Auszeit" wieder verbessern.
Natürliches harntreibendes Mittel
Die Kombination aus grünem Tee und Milch gilt als wirksames natürliches Diuretikum, das dem Körper helfen kann, überschüssige Flüssigkeit auszuscheiden. Ballaststoffreiche Ernährung wird generell empfohlen, um die Verdauung zusätzlich zu unterstützen – Fachgesellschaften nennen hier üblicherweise Richtwerte von rund 25 Gramm täglich für Frauen und rund 38 Gramm für Männer.
Mögliche Appetitzügelung
Milch macht das Getränk überraschend sättigend. Grünem Tee wird zudem eine appetitzügelnde Wirkung zugeschrieben, was ihn zu einer interessanten Option für alle macht, die auf ihre Kalorienzufuhr achten möchten. Auch in Kombination mit Zimt und Zitrone wird grünem Tee ein appetitzügelnder Effekt nachgesagt – im Gegensatz etwa zu Kaffee, der bei manchen Menschen den Appetit sogar anregen kann.
Wichtiger Hinweis – das solltest du nicht überspringen
Dieses Getränk sollte nicht mehr als einen Tag am Stück und nicht häufiger als zweimal pro Monat getrunken werden. Wer es zum ersten Mal ausprobiert, merkt schnell, warum – die Wirkung kann recht intensiv ausfallen. Zu viele harntreibende Getränke in kurzer Zeit können zu Flüssigkeits- und Elektrolytverlust führen – hier gilt wie so oft: Maß halten.
Dieses Hausmittel ersetzt keine ausgewogene Ernährung und keinen ärztlichen Rat. Es handelt sich um ein traditionelles Hausmittel, das viele Leser schätzen – bei ernsteren Beschwerden sollte jedoch immer fachlicher Rat eingeholt werden.
Bei Laktoseintoleranz kann statt Kuhmilch auf eine pflanzliche Alternative ausgewichen werden, etwa fettarme Mandel- oder Hafermilch. Auch die bekannte Variante mit Mandelmilch setzt bewusst auf eine pflanzliche, fettarme Basis.
Wann ist der richtige Zeitpunkt für dieses Getränk?
Dieses Getränk eignet sich vor allem:
- nach anstrengenden Wochenenden mit üppigem Essen und Alkohol,
- nach Festtagen (Weihnachten, Silvester, Hochzeiten),
- in Phasen, in denen man sich aufgebläht oder erschöpft fühlt.
Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und ersetzt keine medizinische Beratung. Bei bestehenden Vorerkrankungen, in der Schwangerschaft oder bei Einnahme von Medikamenten sollte vor der Anwendung Rücksprache mit einem Arzt gehalten werden.
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