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Karotte, Bohne oder Rübe: Welcher Gemüsesaft passt, wenn Sie ein ganz bestimmtes Anliegen haben?Karotte, Bohne oder Rübe: Welcher Gemüsesaft passt, wenn Sie ein ganz bestimmtes Anliegen haben?Karotte, Bohne oder Rübe: Welcher Gemüsesaft passt, wenn Sie ein ganz bestimmtes Anliegen haben?Karotte, Bohne oder Rübe: Welcher Gemüsesaft passt, wenn Sie ein ganz bestimmtes Anliegen haben?Karotte, Bohne oder Rübe: Welcher Gemüsesaft passt, wenn Sie ein ganz bestimmtes Anliegen haben?


Datum: 17. OKT 26 - GUT ZU WISSEN
Karotte, Bohne oder Rübe: Welcher Gemüsesaft passt, wenn Sie ein ganz bestimmtes Anliegen haben?
Gemüsesäfte aus nur einer Zutat lassen sich gezielter in den Alltag einbauen: Karottensaft liefert reichlich Beta-Carotin, das der Körper für Haut, Haare und Sehkraft nutzt, ...

Ein Glas, eine Zutat, eine klare Wirkung auf Ihren Gaumen. Und ein Gemüse, das Sie niemals roh in den Mixer geben sollten, obwohl es in vielen alten Saftrezepten genau so steht. Wer seine Säfte selbst presst, sollte die folgenden Zeilen kennen, bevor er morgen früh den Entsafter einschaltet.



Wenn Sie Anhänger von selbst gemachten Gemüsesäften sind, wissen Sie, wie schwer es ist, denselben Geschmack einzufangen und immer wieder zu treffen. Außerdem hat jede Mischung eine vorherrschende Zutat, und wie ein solches Getränk auf unseren Körper wirkt, bleibt meist ein Rätsel.



All dem können Sie aus dem Weg gehen, wenn Sie Säfte nur aus einer einzigen Obst- oder Gemüsesorte zubereiten. Ernährungsfachleute sprechen von sogenannten Monosäften: Sie schmecken jedes Mal gleich, Sie wissen genau, was im Glas ist, und Sie bemerken schneller, was Ihnen guttut und was nicht.



Als Steve Jobs vom vielen Karottensaft orange wurde



Wie ernst man das Thema Monosaft nehmen kann, zeigt eine Episode aus dem Leben von Apple-Gründer Steve Jobs. In seiner autorisierten Biografie von Walter Isaacson erinnert sich ein Freund aus Studienzeiten daran, wie die beiden mit einem Entsafter literweise Karottensaft herstellten und Karottensalate aßen. Jobs ernährte sich in dieser Phase so einseitig von Karotten, dass sich seine Haut zeitweise orange färbte, wie Weggefährten berichten.



Was nach Anekdote klingt, hat einen medizinischen Namen: Karotinämie. Werden über längere Zeit sehr große Mengen Beta-Carotin aufgenommen, lagert sich der Farbstoff in der äußersten Hautschicht ab. Das gilt als harmlos und verschwindet wieder, sobald man weniger Karotten isst. Die Geschichte zeigt aber schön, worum es in diesem Artikel geht: Auf die richtige Menge kommt es an.



Ähnliches hören wir auch aus unserer Leserschaft. Viele, die auf Monosäfte umgestiegen sind, schreiben uns, dass sie erst dadurch gemerkt haben, welcher Saft ihnen morgens bekommt und welcher eher schwer im Magen liegt. Bei einer bunten Mischung aus fünf Gemüsesorten lässt sich das kaum herausfinden.



Karotte



Wenn Sie jeden Morgen zwei Deziliter reinen Karottensaft trinken, tun Sie vor allem Haut, Haaren und Nägeln etwas Gutes. In der Volksheilkunde gilt Karottensaft zudem seit jeher als Getränk, das die Nieren unterstützen soll, was vor allem mit seinem hohen Wasser- und Kaliumgehalt erklärt wird.



Aus ernährungswissenschaftlicher Sicht ist der Star im Glas das Beta-Carotin. Der Körper wandelt es nach Bedarf in Vitamin A um, das unter anderem zur Erhaltung normaler Haut und normaler Sehkraft beiträgt. Damit das gut gelingt, braucht es ein wenig Fett: Das Verbrauchermagazin Öko-Test empfiehlt, Karottensaft mit einem Tropfen Öl zu trinken. Ein Teelöffel Leinöl oder Olivenöl genügt. Aus demselben Grund kann der Körper Beta-Carotin aus gegarten Karotten oft besser aufnehmen als aus rohen.



Wenn Sie den Saft leicht würzen, vor allem mit einer kräftigen Prise Pfeffer, erhalten Sie einen neuen, ungewohnten Geschmack. In der traditionellen Küche wird dieser gepfefferte Karottensaft als wohltuend für den Bauch beschrieben, etwa bei Blähungen oder einem unruhigen Bauchgefühl. Wissenschaftlich belegt ist eine heilende Wirkung nicht, doch viele empfinden die wärmende Schärfe als angenehm.



Gut zu wissen: Beim Pressen bleibt ein großer Teil der Ballaststoffe im Trester zurück. Der Saft ersetzt also keine ganze Karotte. Fertigsäfte aus dem Supermarkt sind zudem oft mit Honig oder Zucker gesüßt, wie die Verbraucherzentrale Bayern warnt. Ein Blick auf das Etikett lohnt sich. Für Babys und Kleinkinder ist Karottensaft als Getränk laut Öko-Test nicht geeignet. Wer zusätzlich das Grün der Karotte verwerten möchte, findet Ideen im Artikel Warum ist das Grün von Karotten gut für die Gesundheit.



Karottensaft lässt sich übrigens wunderbar mit Apfel und Ingwer kombinieren, wenn Sie doch einmal Abwechslung suchen. Ein Rezept dafür finden Sie im Beitrag Mit Fruchtsaft gegen das Schnarchen.



Bohne



Auch aus Bohnen lässt sich ein bekömmliches Getränk zubereiten. In alten Hausrezepten wird grüner Bohnensaft als Mittel für Herz, gegen Nierensteine, Rheuma und für einen ausgeglichenen Blutzucker gepriesen. Am häufigsten wird er jedoch für ein reineres Hautbild empfohlen, weshalb er traditionell vor allem Jugendlichen mit Pickeln ans Herz gelegt wurde. Für diese Wirkungen fehlen allerdings belastbare Studien, sie gehören in den Bereich der Volksheilkunde.



Ganz wichtig: Viele alte Rezepte raten, rohe grüne Bohnen einfach in den Mixer zu geben. Davon raten Fachleute ausdrücklich ab! Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnt, dass rohe Bohnen den Eiweißstoff Phasin enthalten, der schon in kleinen Mengen zu Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall führen kann. Phasin wird erst durch ausreichend langes Kochen zerstört. Sanftes Dünsten oder Dämpfen reicht nicht aus. Bei Kindern können laut BfR schon wenige rohe Bohnen Beschwerden auslösen, wie auch die Verbraucherzentrale NRW erklärt.



Die sichere Variante: Kochen Sie grüne Bohnen gründlich durch, lassen Sie sie abkühlen und pürieren Sie sie anschließend mit etwas Kochwasser zu einem dünnflüssigen Getränk. Bleiben Sie dabei bei der traditionellen Menge von höchstens einem Deziliter pro Tag. Gekochte Bohnen liefern wertvolles pflanzliches Eiweiß, Ballaststoffe, Kalium und Folsäure und sind gut bekömmlich.



Rübe



Gekocht oder roh ist die weiße Speiserübe (je nach Sorte auch Mairübe, Herbstrübe oder Teltower Rübchen genannt) in der Volksküche ein wahrer Balsam für den Magen. Die mild-süßliche Knolle mit dem leicht rettichartigen Aroma war in Europa schon in der Antike ein Grundnahrungsmittel, bevor die Kartoffel sie verdrängte. Sie liefert unter anderem Kalium, Eisen, Zink und Folsäure.



Die Rübe gilt zudem als basenbildendes Gemüse und wird deshalb traditionell empfohlen, wenn das Sodbrennen (Magensäure) brennt. Viele empfinden einen kleinen Schluck Rübensaft vor dem Essen als angenehm beruhigend. Doch auch hier sollte man vorsichtig sein, denn die maximale Tagesmenge liegt bei gerade einmal einem Deziliter, aufgeteilt auf kleine Schlucke etwa fünf Minuten vor jeder Mahlzeit. Zu viel kann wegen der enthaltenen Senföle den Magen eher reizen als beruhigen.



Sodbrennen ist weit verbreitet: Laut dem Gesundheitsportal des Bundesgesundheitsministeriums gesund.bund.de haben in westlichen Ländern bis zu 25 von 100 Menschen immer wieder Beschwerden wie Sodbrennen oder saures Aufstoßen. Gelegentliches Brennen nach einem üppigen Essen ist meist harmlos. Tritt es jedoch häufig auf, etwa mindestens einmal pro Woche, sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden. Ein Hausmittel ersetzt dann keine Diagnose.



Die Rübe steht mit ihrem Ruf als Magenfreund übrigens nicht allein da. Zwei weitere traditionelle Säfte, die bei empfindlichem Magen geschätzt werden, stellen wir in den Artikeln Das vergessene Wundermittel Kartoffelsaft: Warum es sich lohnt, ihn wiederzuentdecken und Warum man Krautsaft trinken sollte vor.



So holen Sie das Beste aus Ihrem Monosaft heraus




  • Frisch trinken: Selbst gepresste Säfte oxidieren schnell. Am besten bereiten Sie nur so viel zu, wie Sie gleich trinken.

  • Langsam genießen: In kleinen Schlucken getrunken, ist Gemüsesaft für den Magen meist bekömmlicher als in einem Zug.

  • Auf die Menge achten: Mehr ist nicht besser, das zeigt die Geschichte von Steve Jobs. Bleiben Sie bei den genannten Mengen.

  • Gemüse nicht ersetzen: Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt täglich mehrere Portionen Gemüse und Obst. Ein Saft kann eine Ergänzung sein, ganzes Gemüse mit allen Ballaststoffen aber nicht ersetzen.

  • Abwechseln: Wer Freude an Monosäften gefunden hat, kann auch andere Sorten ausprobieren, etwa Tomate oder Zwiebel. Mehr dazu in Tomatensaft gegen Cholesterin (und noch viel mehr!) und Mit diesem Wissen werden Sie unverzüglich Zwiebelsaft versuchen.



Fazit



Ein Gemüse, ein Glas, ein klares Ziel: Monosäfte machen es leicht, den eigenen Körper besser kennenzulernen. Karottensaft mit einem Tropfen Öl ist ein unkomplizierter Beta-Carotin-Lieferant für jeden Morgen, ein kleiner Schluck Rübensaft vor dem Essen ist ein altes Hausmittel für empfindliche Mägen, und Bohnen gehören ausschließlich gut gekocht ins Glas. Wer diese einfachen Regeln beachtet, hat jeden Tag denselben Geschmack im Glas und weiß genau, was er trinkt.


 






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Februar 2015
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