Das wohl günstigste Wohlfühlgetränk der Welt kommt direkt aus Ihrem Wasserhahn. Klingt zu einfach? In einer Studie der Virginia Tech, veröffentlicht in der Fachzeitschrift Obesity, tranken übergewichtige Erwachsene zwischen 55 und 75 Jahren vor jeder Hauptmahlzeit einen halben Liter Wasser. Zusammen mit einer kalorienreduzierten Ernährung verloren sie in zwölf Wochen rund zwei Kilogramm mehr als die Vergleichsgruppe, die nur die Diät einhielt (Dennis et al., Obesity 2010). Ein Glas Wasser ist natürlich kein Zaubertrank – aber es kann ein überraschend wirkungsvoller kleiner Helfer sein. Und mit ein wenig Zimt, Honig oder Zitrone wird daraus ein Ritual, auf das man sich jeden Tag freut.
Wie Jennifer Aniston ihren Tag beginnt
Die Schauspielerin Jennifer Aniston, bekannt aus der Serie „Friends“, erzählt seit Jahren in Gesprächen, dass ihr Morgen nicht mit Kaffee, sondern mit einer Tasse heißem Wasser und einer Zitronenscheibe beginnt (IMAGE.ie). In einem späteren Gespräch mit dem Magazin People verriet sie, dass sie ihr Morgengetränk inzwischen mit frisch gepresster Zitrone, etwas Ingwer und einem Tropfen Manuka-Honig zubereitet – ihrer Ansicht nach gut für Verdauung und Wohlbefinden (People / AOL). Kein teures Pulver, keine Wunderkapseln – nur warmes Wasser und ein paar Zutaten aus der Küche. Genau darum geht es auch in diesem Artikel.
Warum gerade warmes Wasser?
Die Wirkung von warmem Wasser auf den Organismus wird von vielen Menschen sehr geschätzt, und es ist sicherlich eine der einfachsten Möglichkeiten, den Stoffwechsel sanft in Schwung zu bringen und das Abnehmen zu unterstützen. Anhänger der ayurvedischen Ernährung sind überzeugt, dass abgekochtes warmes Wasser die Abwehrkräfte unterstützt, dem Körper Energie und neuen Antrieb schenkt und ihn bei seinen natürlichen Reinigungsprozessen begleitet – und dabei ist es unbedenklich, einfach und günstig.
Aus ernährungswissenschaftlicher Sicht ist vor allem eines belegt: Wer ausreichend trinkt, fühlt sich oft wacher und satter, und ein Glas Wasser vor dem Essen kann helfen, die Portionsgröße ganz natürlich zu verringern. Mehr dazu, wann welche Temperatur sinnvoll ist, lesen Sie in unserem Beitrag Wann man kaltes bzw. warmes Wasser trinken sollte.
Wir stellen Ihnen drei Rezepte mit lauwarmem Wasser vor: Eines trinkt man morgens, das zweite jederzeit im Laufe des Tages, das dritte empfehlen wir am Abend nach dem Abendessen.
Getränk Nr. 1: Zitrone und Honig
Trinken Sie es morgens (nach dem Frühstück) und nach dem Abendessen – ideal ist eine halbe Stunde nach dem Abendessen und eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen. Es kann beim Abnehmen unterstützen und bringt den Stoffwechsel sanft in Gang. Das Rezept ist denkbar einfach:
- 1 Glas lauwarmes, abgekochtes Wasser
- Saft einer halben Zitrone
- 1 kleiner Löffel Honig
Umrühren und trinken.
Tipp der Ernährungsberaterin: Geben Sie den Honig erst hinzu, wenn das Wasser nur noch lauwarm ist. So bleibt sein feines Aroma besser erhalten. Zitronensaft ist sauer und kann den Zahnschmelz angreifen – spülen Sie den Mund danach kurz mit klarem Wasser aus und putzen Sie die Zähne nicht unmittelbar danach, sondern frühestens nach einer halben Stunde.
Getränk Nr. 2: Zimt und Honig
Dieses Getränk trinkt man morgens auf nüchternen Magen. In der Volksheilkunde gilt es als Helfer, der das Sättigungsgefühl fördert und den Heißhunger im Laufe des Tages dämpfen kann. Zimt wird zudem nachgesagt, den Blutzuckerspiegel positiv zu beeinflussen. Zubereitung:
- 1 Glas warmes Wasser
- {-15683} Teelöffel Ceylon-Zimt
- 1 Teelöffel Honig
In der ursprünglichen Fassung dieses Rezepts war von einem ganzen Esslöffel Zimt die Rede. Als Ernährungsberaterin rate ich davon ab: Herkömmlicher Cassia-Zimt aus dem Supermarkt enthält viel Cumarin. Laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist die tolerierbare tägliche Menge bei einem Erwachsenen mit 60 Kilogramm Körpergewicht bereits mit etwa 2 Gramm Cassia-Zimt erreicht – und ein Esslöffel wiegt deutlich mehr. Greifen Sie daher zum cumarinarmen Ceylon-Zimt und bleiben Sie bei einer kleinen Menge. Wie man die beiden Sorten unterscheidet, erklären wir in unserem Beitrag Schädlicher und gesunder Zimt.
Und was sagt die Forschung? Eine Übersichtsarbeit in der Fachzeitschrift Annals of Family Medicine fand Hinweise darauf, dass Zimt den Nüchternblutzucker leicht senken kann; die einzelnen Studien waren jedoch sehr unterschiedlich angelegt, weshalb weitere Untersuchungen nötig sind (Allen et al., Annals of Family Medicine 2013). Wer Diabetes hat oder blutzuckersenkende Medikamente einnimmt, sollte Zimt nicht als Ersatz für die Behandlung betrachten und regelmäßige Zimtmengen mit dem Arzt besprechen.
Weitere Ideen, wie sich dieses Duo in der Küche einsetzen lässt, finden Sie im Artikel Duo, das Wunder wirkt: Honig und Zimt.
Getränk Nr. 3: Zitrone, Honig und Zimt
Dieses Getränk können Sie jederzeit trinken, am besten jedoch vor jeder Mahlzeit. Es kann helfen, den Appetit und die Lust auf Süßes zu zügeln, das Abnehmen zu begleiten und die Stimmung zu heben – schon allein, weil ein warmes, duftendes Getränk eine kleine bewusste Pause im Alltag schafft. Zubereitung:
- 1 Glas warmes Wasser
- 1 Teelöffel Zitronensaft
- 1 kleiner Löffel Honig
- 1 Messerspitze bis {-15684} Teelöffel Ceylon-Zimt
Ursprünglich hieß es, das Wasser solle so heiß wie möglich sein. Hier ist Vorsicht geboten: Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) der Weltgesundheitsorganisation stuft das regelmäßige Trinken sehr heißer Getränke über 65 {-15696}C als wahrscheinlich krebserregend für die Speiseröhre ein. Lassen Sie das Wasser deshalb nach dem Aufkochen ein paar Minuten abkühlen – angenehm warm genügt völlig.
Wenn Ihnen die Kombination aus Zitrone und Zimt gefällt, lesen Sie auch: Wissen Sie, was passiert, wenn Sie Zimt und Zitrone mischen?
Das berichten unsere Leserinnen und Leser
Eine Leserin schrieb uns, dass ihr das Glas warmes Zitronenwasser nach dem Abendessen geholfen habe, mit dem abendlichen Naschen vor dem Fernseher aufzuhören: „Das warme Getränk ist für mich wie ein Schlusspunkt unter dem Tag. Danach habe ich einfach keine Lust mehr auf Schokolade.“ Ein Leser, der im Büro arbeitet, erzählte, dass er sich angewöhnt hat, vor dem Mittagessen ein großes Glas warmes Wasser mit etwas Zimt zu trinken – und seitdem seltener zum zweiten Teller greift. Solche Erfahrungen sind natürlich persönlich und ersetzen keine Studie, zeigen aber, wie viel kleine Gewohnheiten im Alltag bewirken können.
Wichtige Hinweise aus ernährungswissenschaftlicher Sicht
- Honig ist Zucker. Er schmeckt wunderbar, liefert aber rund 80 Prozent Zucker. Wer abnehmen möchte, bleibt bei einem Teelöffel pro Glas und nicht mehr als ein bis zwei solcher Getränke am Tag.
- Kein Honig für Säuglinge. Kinder unter einem Jahr sollten keinen Honig bekommen. Hinweise zur Ernährung im ersten Lebensjahr bietet das Netzwerk Gesund ins Leben.
- Zimt in Maßen. Lieber Ceylon-Zimt verwenden und kleine Mengen wählen, wie vom BfR empfohlen.
- Zähne schonen. Saure Getränke mit Zitrone am besten zügig oder mit einem Trinkhalm trinken und den Mund danach mit Wasser ausspülen.
- Nicht zu heiß. Angenehm warm statt kochend heiß – unter 65 {-15696}C.
- Bei Beschwerden zum Arzt. Bei Sodbrennen, empfindlichem Magen, Diabetes oder regelmäßiger Medikamenteneinnahme sprechen Sie vor einer dauerhaften Anwendung mit Ihrem Arzt oder Apotheker.
Wenn es Ihnen schwerfällt, über den Tag genug zu trinken, helfen Ihnen vielleicht unsere 7 Ratschläge, die es Ihnen erleichtern, die benötigte Wassermenge zu trinken. Und wer Zimt und Honig lieber löffelt als trinkt, findet eine köstliche Alternative im Beitrag Das gesunde Geheimnis mit griechischem Joghurt. Für den Abend empfehlen wir außerdem: Was passiert, wenn man vor dem Schlafengehen eine Banane mit Zimt isst?
Zum Schluss noch ein Rat
Wenn Ihnen der Geschmack der oben genannten Getränke nicht zusagt, trinken Sie einfach nur warmes, abgekochtes Wasser. Auch das ist ein wunderbarer, sanfter Start in den Tag – ganz ohne Zucker und ohne Kalorien.

























