Der Bauch ist bei vielen Menschen die Körperregion, die am hartnäckigsten wirkt. Wer schon einmal versucht hat, gezielt am Bauch abzunehmen, weiß: Disziplin bei der Ernährung und regelmäßige Bewegung sind entscheidend – Zeit dafür hat aber nicht jeder. Die gute Nachricht: Es gibt eine einfache, sanfte Methode, die zusätzlich unterstützen kann, ohne dass es viel Zeit oder Aufwand kostet. Der Schlüssel liegt darin, den Körper – vor allem die Verdauung – auf natürliche Weise in Schwung zu bringen.
Eine Leserin berichtet
Eine unserer Leserinnen aus Deutschland erzählte uns, dass sie nach dem Mittagessen häufig mit einem unangenehmen Blähbauch zu kämpfen hatte. Auf Empfehlung ihrer Großmutter begann sie, sich nach den Mahlzeiten einige Minuten sanft den Bauch zu massieren. Nach eigenen Angaben fühlte sie sich bereits nach wenigen Tagen "leichter" und ihre Verdauung "regelmäßiger". Solche Erfahrungsberichte sind natürlich individuell und ersetzen keine wissenschaftliche Studie am eigenen Körper – sie zeigen aber, warum diese jahrhundertealte Methode bis heute so beliebt ist.
Warum der Bauch so hartnäckig ist
Der Bauchbereich zählt zu den Körperzonen, in denen sich besonders viele Fettzellen ansammeln können, was diese Region bei vielen Menschen so widerstandsfähig gegenüber Diäten und Training macht. Wissenschaftlich betrachtet lässt sich Fett an einer einzelnen Körperstelle nicht gezielt "wegmassieren" – das sogenannte Spot-Reduction-Prinzip gilt laut Harvard Health Publishing als wissenschaftlich widerlegt. Was eine Bauchmassage aber tatsächlich unterstützen kann, ist die Verdauung selbst – und eine gut funktionierende Verdauung ist ein wichtiger Baustein für ein flacheres Bauchgefühl und mehr Wohlbefinden im Alltag.
Bauchmassage: Was dahintersteckt
Eine regelmäßige, nur wenige Minuten dauernde Bauchmassage kann laut mehreren Studien die Darmtätigkeit anregen – das ist besonders bei einem "trägen Darm" interessant. Auch andere innere Organe können davon profitieren. Manche Anwenderinnen und Anwender berichten zudem, dass sich durch die entspannende Wirkung der Massage das Hungergefühl subjektiv verändert.
Wissenschaftliche Unterstützung für die Wirkung auf die Verdauung liefert unter anderem eine im Fachjournal Gastroenterology Nursing veröffentlichte klinische Studie: Sie zeigte, dass eine regelmäßige Bauchmassage bei Verstopfung positive Effekte auf Stuhlgangfrequenz und Lebensqualität haben kann (Turan & A{-14945}t{-15183}, 2016, PubMed). Auch eine an der Universität Ume{-15451} (Schweden) durchgeführte randomisierte Kontrollstudie untersuchte gezielt, wie sich Bauchmassage auf Verdauungsbeschwerden auswirkt (ISRCTN64345887). Wichtig: Diese Studien wurden vor allem bei Menschen mit Verstopfung durchgeführt – sie belegen keine Wirkung auf die Fettverbrennung am Bauch.
So wird die Massage richtig ausgeführt
Die Massage erfolgt mit langsamen, kreisenden Bewegungen und mittlerem Druck über den Bauch:
- Etwa 30 Kreisbewegungen im Uhrzeigersinn (das entspricht der natürlichen Fließrichtung des Dickdarms)
- Anschließend 30 Kreisbewegungen gegen den Uhrzeigersinn
- Bei Bedarf den Ablauf wiederholen
- Die Haut am Bauch vorher leicht erwärmen, etwa durch Reiben der Handflächen
Zwischen zwei Anwendungen sollte mindestens eine Stunde Pause liegen. Empfehlenswert sind bis zu drei Anwendungen täglich, idealerweise jeweils rund eine halbe Stunde nach dem Mittag- und Abendessen – so kann die Verdauung der aufgenommenen Nahrung unterstützt werden.
Was Ernährungsfachleute zusätzlich empfehlen
Eine Bauchmassage kann ein angenehmer, ergänzender Baustein sein – für ein nachhaltig flacheres Bauchgefühl empfehlen Ernährungsfachleute jedoch zusätzlich:
- Ausreichend Ballaststoffe und Flüssigkeit für eine geregelte Verdauung
- Langsames, bewusstes Essen ohne Ablenkung
- Regelmäßige Bewegung im Alltag, auch in kleinen Portionen
- Ausreichend Schlaf, da dieser den Stoffwechsel und das Hungergefühl beeinflusst
Mehr zum Zusammenhang zwischen Ernährung und Verdauungsbeschwerden lesen Sie auch in unserem Beitrag Welche Lebensmittel man in Kombination essen kann und welche nicht, in dem erklärt wird, wie bestimmte Lebensmittelkombinationen Blähungen und Verdauungsstörungen begünstigen können. Wer zusätzlich seine Darmtätigkeit auf natürliche Weise unterstützen möchte, findet Anregungen in unserem Artikel Faule Eingeweide verursachen große Bäuche.
Wichtiger Hinweis
Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Bei anhaltenden Verdauungsbeschwerden, starken Bauchschmerzen oder ungewolltem Gewichtsverlust sollte in jedem Fall ärztlicher Rat eingeholt werden. Menschen mit entzündlichen Darmerkrankungen, während der Schwangerschaft oder nach Bauchoperationen sollten eine Bauchmassage vorher mit ihrem Arzt oder ihrer Ärztin besprechen.

























