In nur zwei Minuten angerührt und mit Zutaten, die in fast jeder Küche stehen: Dieser Fünf-Zutaten-Drink hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der beliebtesten natürlichen Morgenrituale entwickelt, wenn es um Blutzucker, Blutdruck und Blutfette geht. Was zunächst wie ein weiterer kurzlebiger Ernährungstrend klingt, hat tatsächlich einen wissenschaftlichen Kern – auch wenn dieser kleiner ist, als es manche Überschriften vermuten lassen.
Ganz neu ist die Idee eines sauren Morgengetränks übrigens nicht: Berichten zufolge starten auch einige internationale Prominente ihren Tag mit einem ähnlichen Ritual aus verdünntem Essig oder Zitronenwasser, wie die Apotheken Umschau in einem Selbstversuch beschreibt. Wissenschaftlich zweifelsfrei belegt ist der Effekt solcher Rituale allerdings nicht – die Zutaten sind aber preiswert, gut verträglich und lassen sich problemlos in den Alltag einbauen.
Wenn man auf die Vorteile achtet, die eine solche Mischung aus gesunden Zutaten mit sich bringen kann, fällt auf: Es sind meist genau jene Bereiche unserer Gesundheit, denen wir im Alltag am wenigsten Aufmerksamkeit schenken – bis erste Beschwerden auftreten. Und viele dieser Beschwerden hängen eng mit unserer Ernährung zusammen.
Wie bereitet man den Drink zu?
- 1 gehäufter Teelöffel Zimt
- 2 Esslöffel Apfelessig
- Saft einer halben Zitrone
- 1 Esslöffel Honig
- 1/2 Liter Wasser
Zubereitung
Die Zubereitung ist denkbar einfach. Alle Zutaten werden in ein Gefäß gegeben und gut verrührt – am besten etwa zwei Minuten lang, bis sich der Honig vollständig aufgelöst hat.
Diesem Getränk wird nachgesagt, dass es das Säure-Basen-Gleichgewicht im Körper unterstützen und leicht entwässernd wirken kann. Manche vergleichen sein belebendes Gefühl am Morgen mit dem klassischer Energydrinks – nur eben auf natürlicher Basis. Wissenschaftlich einwandfrei belegt sind solche Aussagen bislang jedoch nicht, weshalb sie eher als Erfahrungswert vieler Anwender zu verstehen sind.
Was sagt die Wissenschaft zu den einzelnen Zutaten?
Apfelessig: Mehrere kleinere Studien deuten darauf hin, dass Apfelessig einen günstigen Einfluss auf Blutzucker, Cholesterin und Triglyceride haben könnte. Eine libanesische Studie mit übergewichtigen jungen Menschen, über die die Pharmazeutische Zeitung berichtete, zeigte nach zwölf Wochen einen Rückgang dieser Werte bei den Teilnehmenden, die täglich Apfelessig zu sich nahmen. Eine weitere Übersicht verweist zudem auf eine griechische Untersuchung, wonach Essig den Blutzuckeranstieg nach kohlenhydratreichen Mahlzeiten abmildern kann. Eine systematische Übersichtsarbeit mit Meta-Analyse fasst mehrere solcher Studien zusammen, betont aber auch, dass die Studienlage insgesamt noch begrenzt ist.
Zimt: Auch dem Gewürz Zimt wird eine blutzuckersenkende Wirkung zugeschrieben. In einer klinischen Studie, dokumentiert im DocCheck Flexikon, sank der Blutzuckerspiegel bei Personen mit Typ-2-Diabetes unter Zimtgabe spürbar, ebenso verbesserten sich die Cholesterinwerte. Auch eine im „Journal of the Endocrine Society“ veröffentlichte Untersuchung, über die aponet.de berichtet, sieht bei Menschen mit Prädiabetes eine mögliche unterstützende Wirkung von Zimt auf die Blutzuckerkontrolle. Weitere, größer angelegte Studien seien laut den Forschern allerdings nötig, um dies abschließend zu bestätigen.
Honig: Eine kanadische Auswertung von 18 Studien mit über 1.100 Teilnehmenden, veröffentlicht im Fachblatt „Nutrition Reviews“ und zusammengefasst von t-online.de, legt nahe, dass regelmäßiger, moderater Honigkonsum einen positiven Einfluss auf Blutzucker- und Cholesterinwerte haben könnte. Wichtig zu wissen: Honig enthält dennoch viel Zucker und sollte deshalb – gerade von Menschen mit Diabetes – nur in kleinen Mengen genossen werden.
Zitrone und Wasser: Ausreichend Flüssigkeit und Vitamin C aus Zitrusfrüchten gelten grundsätzlich als Basis eines gesunden Ernährungsstils, auch wenn sie allein keine Wunder bewirken.
Wichtiger Hinweis
Dieser Drink ist kein Ersatz für eine ärztliche Behandlung, Medikamente oder eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung. Menschen mit Diabetes, Bluthochdruck, Magenproblemen oder anderen Vorerkrankungen sowie Schwangere sollten vor der regelmäßigen Einnahme mit einem Arzt oder einer Ernährungsfachkraft sprechen, insbesondere da Apfelessig in Kombination mit bestimmten Medikamenten Wechselwirkungen auslösen kann. Die genannten Studienergebnisse sind zudem meist mit kleinen Teilnehmerzahlen erzielt worden und lassen sich nicht ohne Weiteres auf jede Person übertragen.
Wer neugierig ist und keine gesundheitlichen Einschränkungen hat, kann den einfachen Drink dennoch guten Gewissens ausprobieren – als kleine, erschwingliche Ergänzung zu einem insgesamt gesunden Lebensstil ist er allemal einen Versuch wert.

























