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Hormone im Fleisch: Was mit Ihrem Körper wirklich passiert, wenn Sie Fleisch aus der Massentierhaltung essenHormone im Fleisch: Was mit Ihrem Körper wirklich passiert, wenn Sie Fleisch aus der Massentierhaltung essenHormone im Fleisch: Was mit Ihrem Körper wirklich passiert, wenn Sie Fleisch aus der Massentierhaltung essenHormone im Fleisch: Was mit Ihrem Körper wirklich passiert, wenn Sie Fleisch aus der Massentierhaltung essenHormone im Fleisch: Was mit Ihrem Körper wirklich passiert, wenn Sie Fleisch aus der Massentierhaltung essen


Datum: 10. SEP 26 - GUT ZU WISSEN
Hormone im Fleisch: Was mit Ihrem Körper wirklich passiert, wenn Sie Fleisch aus der Massentierhaltung essen
Ein Stück Fleisch auf dem Teller – doch es steckt möglicherweise mehr dahinter. Hormone, die Tieren zur Gewichtsreduktion verabreicht werden, können sich in unserem Fettgewebe anreichern und vermutlich unseren Hormonhaushalt stören.

Eine Bekannte aus unserem Leserkreis erzählte uns kürzlich, wie sie nach der Geburt ihrer Tochter begann, bewusster auf die Herkunft von Fleisch zu achten. Ausschlaggebend war ein Gespräch mit ihrer Kinderärztin über frühe pubertäre Veränderungen bei Mädchen – ein Thema, das sie zuvor nie mit Ernährung in Verbindung gebracht hätte. Seither kauft sie Fleisch bevorzugt von Höfen, die auf Hormonzusätze verzichten. Ob ein direkter Zusammenhang zwischen ihrer persönlichen Situation und der Fleischqualität bestand, lässt sich im Nachhinein nicht sicher sagen – ihre Geschichte zeigt aber, wie sehr das Thema Menschen im Alltag beschäftigt.



Fleisch, das mithilfe von Hormonen zu schnellerem Wachstum gebracht wurde, unterscheidet sich in Struktur und Zusammensetzung teils spürbar von Fleisch aus biologischer, hormonfreier Haltung. Weil unabhängige Langzeitstudien am Menschen rar sind und Hersteller gleichzeitig eigene, oft beruhigende Untersuchungen vorlegen, fällt es Verbraucherinnen und Verbrauchern schwer, sich ein klares Bild zu machen. Am Ende bleibt vielen nur die eigene, informierte Abwägung.

Stehen Hormone im Fleisch mit einem erhöhten Krebsrisiko in Verbindung?



Hormone sind fettlösliche Botenstoffe. Gelangen sie über die Nahrung in den Körper, können sie sich im Fettgewebe einlagern – mit der Zeit bildet sich dort Gewebe, das nach heutigem Kenntnisstand unter bestimmten Umständen eine gewisse Rolle bei der Krebsentstehung spielen könnte. Da Frauen im Schnitt einen höheren Körperfettanteil haben als Männer, gelten sie nach Einschätzung mancher Fachleute als etwas anfälliger für mögliche hormonelle Effekte.

So wird beispielsweise diskutiert, ob ein gestörtes Hormongleichgewicht – etwa durch hormonell behandeltes Fleisch mitverursacht – das Brustkrebsrisiko mit beeinflussen könnte. Im Fokus stehen dabei vor allem künstliche Wachstumshormone. Auch ein möglicher Zusammenhang mit Prostatakrebs bei Männern wird in der Wissenschaft diskutiert, wobei die Beweislage hierzu bislang noch deutlich dünner ist als beim Brustkrebs.



Wichtig zu wissen: Es handelt sich hierbei um Beobachtungen und Hypothesen, nicht um erwiesene Kausalzusammenhänge. Das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) kommt in seiner Einschätzung zu einem vergleichsweise entspannten Ergebnis für den in der EU üblichen Verzehr – mehr dazu in den Fragen und Antworten des BfR zu Hormonen in Fleisch und Milch.



Frühe Pubertät: Der Fall Puerto Rico



In den 1980er-Jahren fiel Kinderärztinnen und Kinderärzten in Puerto Rico eine auffällige Häufung früher pubertärer Entwicklung auf – vor allem bei Mädchen, deren Brustentwicklung ungewöhnlich früh einsetzte. Eine Fall-Kontroll-Studie, veröffentlicht in JAMA Pediatrics, fand bei sehr jungen Kindern statistische Zusammenhänge unter anderem mit dem Konsum bestimmter Fleischprodukte, während andere Faktoren wie mütterliche Eierstockzysten ebenfalls eine Rolle spielten.

Ergänzende Laboranalysen der US-Gesundheitsbehörde CDC, dokumentiert in einer Untersuchung im Archives of Environmental Contamination and Toxicology, konnten den Wachstumshormonwirkstoff Zeranol nur in wenigen Blutproben nachweisen – ein eindeutiger Beweis blieb aus. Eine parallele Untersuchung in den USA konnte die dortigen Ergebnisse zudem nicht bestätigen. Auch eine neuere Studie aus Shanghai fand einen statistischen Zusammenhang zwischen höherem Geflügelkonsum und früherer Menarche bei Schulmädchen – nicht jedoch bei Rind-, Schweine- oder verarbeitetem Fleisch.



Auch Jahre später wird kontrovers diskutiert, was genau den Eintritt in die Pubertät auslöst. Ähnliche Beobachtungen – erhöhte Brustentwicklung bei Mädchen und Jungen – wurden Mitte der 1980er-Jahre auch in Italien im Zusammenhang mit Geflügel- und Rindfleischkonsum gemacht, ohne dass sich weitere klare Zusammenhänge zeigten.



Nach heutigem medizinischem Verständnis gilt der Beginn der Pubertät bei Mädchen zwischen dem 10. und 14. Lebensjahr, bei Jungen zwischen dem 12. und 16. Lebensjahr als üblich. Nur bei deutlich früheren, ausgeprägten Fällen – etwa Brustwachstum vor dem achten Lebensjahr – sprechen Fachleute von echter Pubertas praecox, die ärztlich abgeklärt werden sollte.



Gewichtszunahme: Wenn sich Hormone im Körper "einlagern"



Der menschliche und der tierische Körper produzieren bereits von Natur aus alle Steroidhormone, die für Wachstum und Fortpflanzung notwendig sind. Zusätzlich verabreichte Hormone können diesen fein austarierten Bioryhthmus stören. Problematisch ist dabei vor allem, dass es sich meist um synthetische Varianten handelt, die der Körper nicht auf dieselbe Weise verstoffwechseln und ausscheiden kann wie körpereigene Hormone – sie können sich also eher anreichern, unter anderem im Gewebe an Hüfte, Bauch und Oberschenkeln.



Aus diesem Grund raten viele Ernährungsfachleute vorsorglich zu einem bewussten, maßvollen Umgang mit hormonell behandeltem Fleisch. Da der Körper Eiweiß aber durchaus benötigt, lohnt sich der Blick auf Alternativen: Eier, Milchprodukte, Käse oder Joghurt aus kontrollierter, hormonfreier Haltung liefern hochwertiges Protein, ohne dieselben Bedenken auszulösen.



Was gilt eigentlich rechtlich?



In der Europäischen Union ist die Anwendung wachstumsfördernder Hormone in der Tierhaltung bereits seit den 1980er-Jahren grundsätzlich untersagt, seit 1996 einheitlich geregelt in der Richtlinie 96/22/EG des Rates. Auch Importfleisch aus Drittstaaten mit weniger strengen Vorschriften unterliegt an der EU-Außengrenze entsprechenden Kontrollen. Wer unsicher ist, findet auf Bio-Siegeln und Herkunftskennzeichnungen zusätzliche Orientierung beim Einkauf.



Fazit



Die Studienlage rund um Hormone im Fleisch ist bis heute uneinheitlich, und viele Fragen sind wissenschaftlich noch nicht abschließend geklärt. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann bewusst zu Fleisch aus hormonfreier, kontrollierter Haltung greifen, den Konsum insgesamt reduzieren und öfter auf pflanzliche oder andere tierische Eiweißquellen ausweichen. Bei konkreten gesundheitlichen Fragen – etwa zur Pubertätsentwicklung des eigenen Kindes – ist der Rat einer Ärztin oder eines Arztes ohnehin durch nichts zu ersetzen.


 
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Februar 2015
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