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>Warum uns um 14 Uhr die Müdigkeit überfällt – ganz gleich, wann wir aufgestanden sind>Warum uns um 14 Uhr die Müdigkeit überfällt – ganz gleich, wann wir aufgestanden sind>Warum uns um 14 Uhr die Müdigkeit überfällt – ganz gleich, wann wir aufgestanden sind>Warum uns um 14 Uhr die Müdigkeit überfällt – ganz gleich, wann wir aufgestanden sind>Warum uns um 14 Uhr die Müdigkeit überfällt – ganz gleich, wann wir aufgestanden sind


Datum: 8. SEP 26 - GUT ZU WISSEN
>Warum uns um 14 Uhr die Müdigkeit überfällt – ganz gleich, wann wir aufgestanden sind
Ob Frühaufsteher oder Nachteule: Viele Menschen berichten von einem spürbaren Leistungstief am frühen Nachmittag. Forscher vermuten einen Zusammenhang mit der inneren Uhr des Körpers ...

In diesem Beitrag werfen wir einen Blick auf mögliche Erklärungsansätze und Alltagstipps, ersetzen aber keine ärztliche Beratung.



Der Wecker klingelt um 14 Uhr in fast jedem Büro – nur läutet ihn niemand. Die Augenlider werden schwer, der Blick auf den Bildschirm verschwimmt, und selbst der dritte Kaffee scheint an Wirkung zu verlieren. Was viele als persönliches Versagen empfinden, könnte tatsächlich tief in unserer Biologie verankert sein.



Ein bekanntes historisches Beispiel zeigt, wie ernst manche diesen Rhythmus nahmen: Der britische Premierminister Winston Churchill war während des Zweiten Weltkriegs für seine strikte tägliche Mittagsruhe bekannt. Nach einem ausgiebigen Mittagessen zog er sich für bis zu zwei Stunden zurück, um zu schlafen – eine Gewohnheit, der er zuschrieb, dadurch praktisch zwei Arbeitstage in einem unterzubringen, da er bis spät in die Nacht weiterarbeitete. Ob Zufall oder kluge Selbstbeobachtung: Sein Rhythmus deckt sich erstaunlich gut mit dem, was die Schlafforschung heute über das sogenannte "Nachmittagstief" beschreibt.



Ein Phänomen, das (fast) alle betrifft



Egal ob man früh ins Bett geht oder ein Nachtmensch ist: Bei den meisten Menschen taucht rund um die frühen Nachmittagsstunden dasselbe Problem auf – eine Welle von Schläfrigkeit und Konzentrationsschwäche. Genau deshalb raten manche Schlafforscher dazu, in diesem Zeitfenster nach Möglichkeit keine wichtigen Besprechungen anzusetzen, keine folgenschweren Entscheidungen zu treffen und auch keine heiklen E-Mails zu verfassen.



Klingt das nach einer weiteren kuriosen Studie unter vielen? Ist es nicht ganz. Die moderne Chronobiologie – die Wissenschaft von den biologischen Rhythmen – gewinnt zunehmend an Bedeutung, unter anderem weil eine an den Körperrhythmus angepasste Einnahme von Medikamenten deren Wirksamkeit unter bestimmten Umständen verbessern kann. Manche dieser Zyklen sind individuell geprägt und hängen davon ab, wann man schlafen geht oder isst; andere scheinen bei den meisten Menschen ähnlich abzulaufen – fast so, als folge unser Körper einem gemeinsamen, unsichtbaren Takt.



Einige dieser natürlichen Zyklen haben wir bereits in früheren Beiträgen beleuchtet, etwa in [VSTAVI POVEZAVO: „Wachen Sie mitten in der Nacht plötzlich auf?“] sowie im Beitrag über die stundenabhängige Ernährungsweise [VSTAVI POVEZAVO: „Zu welchen Uhrzeiten darf man unbegrenzt essen?“].



Was die Wissenschaft über den zirkadianen Rhythmus weiß



Bislang sind mehr als 100 biologische Prozesse bekannt, die einem sogenannten zirkadianen Rhythmus folgen – also einem Zyklus von rund 24 Stunden. In der Medizin spielt dieser Rhythmus schon länger eine Rolle, etwa weil manche Erkrankungen zu bestimmten Tageszeiten häufiger auftreten oder Diagnosen und Behandlungen je nach Uhrzeit unterschiedlich ausfallen können. Bekannt sind unter anderem tageszeitliche Schwankungen verschiedener Hormone, der Körpertemperatur, des Blutdrucks und sogar der Herzfrequenz. Auch das Hungergefühl scheint bei vielen Menschen zu ähnlichen Uhrzeiten aufzutreten.



Nach aktuellem Forschungsstand ist das Nachmittagstief kein reines Verdauungsphänomen. Eine Studie der University of Pittsburgh (Timothy H. Monk) zeigt, dass der sogenannte Post-Lunch-Dip auch dann auftritt, wenn Betroffene gar nicht zu Mittag gegessen haben oder die Uhrzeit gar nicht kennen – ein Hinweis darauf, dass in erster Linie die innere Uhr und nicht das Essen selbst dahintersteckt, auch wenn eine schwere, kohlenhydratreiche Mahlzeit den Effekt zusätzlich verstärken kann. Auch japanische Forscher der Toyama Prefectural University haben das Phänomen mittels ereigniskorrelierter Hirnpotenziale näher untersucht und einen messbaren, vorübergehenden Rückgang von Konzentration und Aufmerksamkeit rund um die frühen Nachmittagsstunden dokumentiert.



Auch die US-amerikanische Gesundheitsorganisation Henry Ford Health bestätigt: Die innere Uhr sendet tagsüber Signale, die uns wach und aufmerksam halten – und genau um die Mittagszeit herum lässt dieses Signal bei vielen Menschen spürbar nach.



Als Zyklen, die sich alle 24 Stunden wiederholen, bezeichnet man diese Muster als zirkadiane Rhythmen. Auf das Müdigkeitstief am frühen Nachmittag scheint dabei auch die Lichteinwirkung Einfluss zu nehmen. In dieser Phase sinkt Berichten zufolge der Spiegel bestimmter Botenstoffe im Gehirn, was sich unter anderem auf Konzentrationsfähigkeit und Gedächtnisleistung auswirken kann – manche Studien deuten sogar darauf hin, dass in dieser Zeit auch die Einschätzung von Situationen etwas schwerer fallen könnte.



In diesem Zeitfenster wird zudem von einer erhöhten Unfallhäufigkeit berichtet, und wer sich ausgerechnet dann an ein anspruchsvolles neues Rezept in der Küche wagt, hat nach subjektiven Beobachtungen manchmal etwas schlechtere Karten, dass es auf Anhieb gelingt.



Was können Sie tun?



Wenn es die eigene Tagesplanung zulässt, kann es sich lohnen, sich in dieser Zeit eine kleine Verschnaufpause zu gönnen, statt mit aller Kraft dagegen anzukämpfen – gegen den natürlichen Rhythmus des Körpers anzukämpfen, erscheint aus heutiger Sicht wenig sinnvoll. Ein kurzer Spaziergang an der frischen Luft, etwas Tageslicht oder ein paar Minuten bewusstes Durchatmen werden in einigen Ratgebern als sanfte Alternativen zum Kaffee genannt. Bei anhaltender oder ungewöhnlich starker Tagesmüdigkeit empfiehlt es sich, dies mit einem Arzt zu besprechen, da auch andere Ursachen dahinterstecken können.


 
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Februar 2015
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