Dass so ein Signal auch prominente Menschen treffen kann, zeigt die Geschichte der US-Moderatorin und "Dancing with the Stars"-Jurorin Carrie Ann Inaba. Sie beschrieb öffentlich, wie sie über Wochen mit ständiger Erschöpfung, Konzentrationsproblemen und Herzrasen kämpfte, bevor eine Blutuntersuchung eine Eisenmangelanämie zutage förderte. Seither setzt sie sich dafür ein, dass mehr Menschen ihre Symptome ernst nehmen und sich untersuchen lassen (Fox News berichtete ausführlich über ihre Geschichte). Ihr Fall zeigt: Manchmal lohnt es sich, genauer hinzuhören, was der Körper mit seinem Verlangen eigentlich sagen will.
Wichtig vorab: Heißhunger hat sehr viele mögliche Ursachen – Schlafmangel, Stress, Hormonschwankungen oder schlicht Gewohnheit spielen oft die größere Rolle. Die folgenden Zusammenhänge gelten daher als Denkanstoß, nicht als Diagnose. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden ist der Weg zum Arzt oder zur Ärztin immer die bessere Adresse als das Rätselraten am Kühlschrank.
Verlangen nach Süßem: ein Hinweis auf Chrom?
Chrom ist an der Verwertung von Kohlenhydraten beteiligt und wird häufig im Zusammenhang mit der Wirkung von Insulin genannt. Besonders reichlich kommt es in Kakao, Kaffee, Nüssen und Vollkornmehl vor. Auch Zwiebeln zählen übrigens zu den chromhaltigen Lebensmitteln – mehr dazu im Artikel Mit diesem Wissen werden Sie unverzüglich Zwiebelsaft versuchen.
Verlangen nach Schokolade: ein Hinweis auf Magnesium?
Magnesium steckt nicht nur in pflanzlichen Lebensmitteln und Fleisch, sondern in nennenswerten Mengen auch in manchen Mineralwässern. Der Mineralstoff wird mit der Gesundheit von Nerven, Muskeln und Knochen in Verbindung gebracht und spielt außerdem eine Rolle bei Stoffwechselvorgängen und der Energiegewinnung aus der Nahrung. Ein aktueller wissenschaftlicher Übersichtsartikel fasst zusammen, wie vielseitig die Funktionen von Magnesium im Körper sind und wie häufig ein unzureichender Magnesiumspiegel in modernen Ernährungsweisen vorkommt ("Magnesium Matters", Cureus, 2024). Wer spontan zur Schokolade greift, kann es alternativ auch einmal mit einer Handvoll Walnüssen, einer Banane, etwas Spinat oder einer Orange versuchen. Auch typische Alterserscheinungen wie feine Fältchen werden gelegentlich mit einem Mangel an Magnesium und Zink in Verbindung gebracht, wie im Artikel Was die Falten auf Ihrem Gesicht über Ihre Gesundheit aussagen beschrieben wird.
Verlangen nach Nudeln und Brot: ein Hinweis auf Tryptophan?
Sammeln sich im Körper vermehrt Abbauprodukte an, hilft unter anderem Niacin bei deren Ausscheidung – und Niacin wiederum wird teilweise aus der essenziellen Aminosäure Tryptophan gebildet. Besonders viel Tryptophan liefern Sardinen, Kalbsleber und Hähnchenbrust. Auch Bananen enthalten nennenswerte Mengen dieser Aminosäure, die eine Vorstufe des stimmungsrelevanten Botenstoffs Serotonin ist. Wie das im Detail zusammenhängt, erklärt der Artikel Was passiert, wenn man vor dem Schlafengehen eine Banane mit Zimt isst?
Verlangen nach Fleisch: ein Hinweis auf Eisen und Zink?
Interessant ist, dass auch Menschen, die sich vegetarisch ernähren, gelegentlich zu wenig Eisen über die Nahrung aufnehmen. Ein spürbarer Mangel an Eisen und Zink kann sich unter anderem durch Schwindel, blasse Haut oder rasche Erschöpfung bemerkbar machen – genau jene Beschwerden, die auch Carrie Ann Inaba beschrieben hat, bevor bei ihr eine Eisenmangelanämie festgestellt wurde. Wer das Verlangen nach Fleisch verspürt, kann alternativ auch zu Spinat, Linsen, Kürbiskernen, Käse oder Vollkornprodukten greifen. Einen guten ersten Überblick über den Tagesbedarf und gute Eisenquellen bietet das Informationsblatt zu Eisen der Office of Dietary Supplements (NIH).
Verlangen nach etwas Salzigem: ein Hinweis auf Natrium?
Den größten Teil des Natriums nehmen wir über Kochsalz auf. Natrium ist unter anderem am Transport bestimmter Nährstoffe zu den Zellen beteiligt und spielt eine Rolle bei der Regulierung des Flüssigkeitshaushalts. Gleichzeitig gilt: Ein dauerhaft hoher Salzkonsum wird mit erhöhtem Blutdruck in Verbindung gebracht, weshalb die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt, die tägliche Salzzufuhr im Rahmen zu halten (WHO-Factsheet "Sodium reduction"). Auch in Süßigkeiten, Brot und Wurstwaren steckt oft mehr Salz, als man vermutet – eine ganze Pizza kann beispielsweise rund 12 Gramm Salz enthalten. Wer sich für die gesündere Seite von Salz interessiert, findet im Artikel Wie viele Medikamente könnten durch Meersalz ersetzt werden? weiterführende Informationen.
Fazit
Nicht jeder Heißhunger bedeutet automatisch einen Mangel – oft stecken Stress, Routine oder einfach Appetit auf etwas Bestimmtes dahinter. Wer aber öfter das gleiche Verlangen verspürt, kann es als kleinen Anlass nehmen, einen Blick auf die eigene Ernährung zu werfen – und bei anhaltenden Beschwerden am besten mit einer Ärztin oder einem Arzt sprechen.

























