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Eiweißreiche Lebensmittel gekauft: Sind Sie auf einen Marketing-Trick hereingefallen?Eiweißreiche Lebensmittel gekauft: Sind Sie auf einen Marketing-Trick hereingefallen?Eiweißreiche Lebensmittel gekauft: Sind Sie auf einen Marketing-Trick hereingefallen?Eiweißreiche Lebensmittel gekauft: Sind Sie auf einen Marketing-Trick hereingefallen?Eiweißreiche Lebensmittel gekauft: Sind Sie auf einen Marketing-Trick hereingefallen?


Datum: 20. AUG 26 - GESUND-&SCHÖNHEIT
Eiweißreiche Lebensmittel gekauft: Sind Sie auf einen Marketing-Trick hereingefallen?
Erdnussbutter, Nüsse, Proteinriegel und Eiweißbrot gelten als proteinreich – tatsächlich stecken in ihnen oft mehr Kalorien als Eiweiß.

Ein Löffel Erdnussbutter für nur 4 Gramm Eiweiß, aber 95 Kalorien. Ein "Eiweißbrot", das kaum mehr Protein liefert als ein ganz normales. Ein Proteinriegel, der eher einer Süßigkeit ähnelt als einem Sportlersnack. Wer beim Einkaufen auf die Aufschrift "proteinreich" vertraut, zahlt oft drauf – an Geld und an Kalorien. Die gute Nachricht: Die besten Eiweißlieferanten stehen meist ganz unauffällig im Kühlregal.



Eiweiß ist einer der Grundbausteine unseres Körpers – vergleichbar mit den Ziegelsteinen eines Hauses. Wir brauchen es täglich neu, denn anders als Fett kann der Körper Eiweiß kaum auf Vorrat speichern. Als grobe Orientierung nennen Ernährungsfachgesellschaften für gesunde Erwachsene meist eine Spanne von etwa 0,8 bis 1,2 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht und Tag. Bei 70 Kilogramm wären das rund 70 Gramm täglich – der genaue Bedarf hängt aber von Alter, Aktivitätslevel und individueller Gesundheit ab, weshalb sich eine persönliche Einschätzung durch eine Ernährungsfachkraft lohnt.



Eine ausreichende und gut verteilte Eiweißzufuhr wird in der Ernährungswissenschaft unter anderem mit dem Erhalt von Muskelmasse im Alter in Verbindung gebracht – die Harvard T.H. Chan School of Public Health empfiehlt in ihrem "Gesunden Teller" deshalb, etwa ein Viertel des Tellers mit Fisch, Geflügel, Hülsenfrüchten oder Nüssen zu füllen. Einseitige Diäten, die Kohlenhydrate fast vollständig meiden, können kurzfristig beim Abnehmen helfen, gelten langfristig aber als möglicherweise belastend für Nieren und Leber – ein Grund mehr, auf Ausgewogenheit statt auf Extreme zu setzen. Wer unsicher ist, sollte das Thema am besten mit einer Ärztin, einem Arzt oder einer Ernährungsberatung besprechen.

Erdnussbutter: eher Süßes als Sportlernahrung



Erdnussbutter ist bei vielen beliebt – aufs Brot gestrichen, im Smoothie oder direkt vom Löffel. Sie gilt als proteinreich, doch die Zahlen erzählen eine andere Geschichte. Ein Esslöffel (etwa 15 Gramm) liefert rund 4 Gramm Eiweiß bei etwa 95 Kalorien. Um so viel Eiweiß wie in einer Portion Hähnchenbrust (100 g Hähnchen enthalten etwa 25 g Eiweiß bei nur rund 110 Kalorien) zu erreichen, müsste man etwa zehn Esslöffel Erdnussbutter essen.

Erdnussbutter liefert dabei durchaus ungesättigte Fettsäuren, die als herzfreundlich gelten, sowie Ballaststoffe, die der Verdauung guttun. Wer sie jedoch als Haupt-Eiweißquelle betrachtet, nimmt schnell mehr Kalorien auf, als beabsichtigt – gerade weil sich der Aufstrich leicht in größeren Mengen essen lässt, ohne dass man es bemerkt.

Eine kalorienbewusste Alternative: hausgemachter Magerquark-Aufstrich. Magerquark ist preiswert, sehr eiweißreich (100 g liefern etwa 12 g Eiweiß bei nur rund 90 Kalorien) und lässt sich mit frischen Kräutern oder einem Löffel Honig zu einem herzhaften oder leicht süßen Brotaufstrich verfeinern.

Nüsse: gesund, aber kein Eiweiß-Champion



Walnüsse, Mandeln, Haselnüsse & Co. gelten zu Recht als wertvoll für Herz, Gehirn und Verdauung. Sie enthalten zwar Eiweiß – etwa 20 bis 30 Gramm pro 100 Gramm, je nach Sorte –, bringen dabei aber auch rund 600 Kalorien pro 100 Gramm mit. Eine handelsübliche Handvoll (etwa 28 Gramm), wie sie oft als Tagesportion empfohlen wird, liefert dementsprechend nur etwa 6 bis 7 Gramm Eiweiß.

Ernährungsfachleute weisen deshalb darauf hin, Nüsse zwar regelmäßig, aber in Maßen zu genießen. Ein kleiner Trost: Ein Teil der Kalorien aus ganzen, unverarbeiteten Nüssen wird vom Körper gar nicht vollständig aufgenommen, weil ihre feste Zellstruktur die Fettaufnahme im Darm bremst – dieser Effekt ist in der Ernährungswissenschaft schon länger dokumentiert, wenn auch nicht bei jeder Nusssorte gleich stark ausgeprägt.

Wer den Eiweißgehalt aufwerten möchte, kombiniert Nüsse am besten mit Naturjoghurt. Ein Becher (150 g) liefert etwa 10 Gramm Eiweiß – zusammen mit den Nüssen entsteht so eine runde Mischung aus Ballaststoffen, gesunden Fetten und ordentlich Eiweiß.

Proteinriegel: mehr Zucker als Nährwert



Der Name "Proteinriegel" weckt Erwartungen an einen gesunden, energiereichen und eiweißstarken Snack. Die Realität sieht oft anders aus: Viele handelsübliche Riegel liefern zwischen 4 und 10 Gramm Eiweiß bei 130 bis 250 Kalorien. Zum Vergleich: Für eine ähnliche Kalorienmenge ließen sich zwei Portionen körniger Frischkäse oder Magerquark essen – mit deutlich mehr Eiweiß pro Kalorie.

Hinzu kommt: Viele Riegel enthalten spürbare Mengen an Zucker. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, freien Zucker auf unter 10 Prozent der täglichen Energiezufuhr zu begrenzen – bei manchen Snackriegeln kann bereits eine Portion einen spürbaren Teil dieser Tagesmenge ausmachen. Ein Blick auf die Zutatenliste lohnt sich also.

Eine einfache Alternative zum Selbermachen: eine "hausgemachte Eiweiß-Kugel" aus Haferflocken, etwas Honig und ein paar Löffeln griechischem Joghurt. Griechischer Joghurt bringt es auf rund 17 Gramm Eiweiß pro 100 Gramm – fast dreimal so viel wie herkömmlicher Joghurt. Eine solche Kugel sättigt gut und liefert nachhaltige Energie.

Eiweißbrot: cleveres Marketing statt großer Unterschied



Steht im Supermarkt "Eiweißbrot" auf der Verpackung, erwarten die meisten automatisch deutlich mehr Protein als bei normalem Brot. Oft ist der Unterschied jedoch überraschend klein: Eine Scheibe herkömmliches Brot liefert etwa 9 Gramm Eiweiß bei rund 230 Kalorien, eine Scheibe "Eiweißbrot" häufig nur wenig mehr – bei spürbar höherem Preis.

Dass viele Konsumentinnen und Konsumenten bereit sind, für ein "Eiweiß"-Label deutlich mehr zu bezahlen, obwohl der ernährungsphysiologische Unterschied gering ausfällt, ist ein bekanntes Muster aus der Lebensmittel-Marketingforschung – "Health Halo" nennen Fachleute diesen Effekt, bei dem ein einzelnes positives Schlagwort ein Produkt insgesamt gesünder erscheinen lässt, als es ist.

Wer selbst backt, kann mit wenig Aufwand mehr herausholen: Ein Brot aus Vollkornmehl mit Kürbis-, Sonnenblumen- oder Leinsamen enthält von Natur aus mehr Eiweiß und gesunde Fette. Allein Kürbiskerne liefern rund 30 Gramm Eiweiß pro 100 Gramm – im Brotteig verarbeitet, sorgen sie für spürbar mehr Nährwert bei überschaubaren Kosten.

Wo steckt wirklich viel Eiweiß?



Statt sich von Verpackungsversprechen leiten zu lassen, lohnt sich der Blick auf einfache, alltägliche Lebensmittel:


  • Hähnchen, Pute, Eier, Fisch: etwa 20–25 g Eiweiß pro 100 g

  • Magerquark und Joghurt: etwa 10–17 g pro 100 g – siehe auch den Vergleich in "Was ist gesünder: Milch oder Joghurt?"

  • Linsen und Bohnen: etwa 9 g Eiweiß pro 100 g, dazu reichlich Ballaststoffe, die der Verdauung guttun



Eine Ernährung, die überwiegend auf solchen Grundnahrungsmitteln aufbaut, gilt in der Ernährungswissenschaft allgemein als günstig für ein stabiles Körpergewicht und einen ausgeglichenen Blutzuckerspiegel – wichtig ist dabei, wie so oft, das Gesamtbild der Ernährung und nicht ein einzelnes "Wundermittel". Gerade im höheren Lebensalter, wenn der Muskelabbau von Natur aus zunimmt, kann eine bewusste Verteilung der Eiweißzufuhr über den Tag hilfreich sein – dabei muss Eiweiß übrigens nicht immer pur verzehrt werden: Auch die Kombination mit anderen Lebensmitteln, etwa Bananen mit Joghurt oder Nüssen, kann sinnvoll sein, um den Blutzuckeranstieg abzumildern.

Wer seine Ernährung umstellen möchte, muss also nicht auf teure "Protein"-Produkte setzen. Oft reichen die einfachen, altbewährten Lebensmittel völlig aus: hausgemachter Magerquark, eine deftige Linsensuppe, ein Stück Hähnchen oder selbstgebackenes Saatenbrot. Diese Klassiker sind preiswert, alltagstauglich – und liefern genau das, was der Körper wirklich braucht.


 
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Proteinriegel Kalorien
 
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Ernährung mit Eiweiß
 
Proteinbombe vs. Kalorienbomben
 





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Februar 2015
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