Man kennt das: Ein Schrank voller Mehl, Reis oder Nudeln – und plötzlich flattert eine kleine Motte heraus. Früher hatten viele Haushalte offenbar weniger Probleme mit solchen ungebetenen Gästen, weil ein einfacher Trick aus der Großmutterküche bekannt war. Natürlich gehören Insekten zur Natur und erfüllen wichtige Aufgaben im Ökosystem – trotzdem möchte sie kaum jemand in der eigenen Küche haben (von ein paar abergläubischen Spinnenfreunden vielleicht abgesehen, die glauben, ein Spinnennetz bringe Glück ins Haus).
Eine Erfahrung, die viele teilen
In zahlreichen Foren und Kommentarspalten zum Thema Vorratsschädlinge taucht immer wieder dieselbe Geschichte auf: Eine Hobbyköchin schrieb kürzlich, jahrelang mit wiederkehrenden Mehlmotten in ihrer Speisekammer gekämpft zu haben, bis ihr eine Nachbarin riet, einfach ein paar Lorbeerblätter zwischen die Vorratsdosen zu legen. Seither, so ihr Bericht, seien die Motten praktisch verschwunden. Ähnliche Erfahrungen finden sich in unzähligen Beiträgen: Leser berichten, dass sie seit der Einführung von Lorbeerblättern in Vorratsdosen deutlich weniger Motten in Mehl, Reis oder Hülsenfrüchten entdeckt hätten. Solche Berichte sind natürlich Einzelerfahrungen und ersetzen keine wissenschaftliche Wirksamkeitsprüfung, sie zeigen aber, wie verbreitet dieser Küchentrick tatsächlich ist.
Warum Lorbeer Insekten offenbar nicht mögen
Der intensive Duft von Lorbeerblättern stammt vor allem von den ätherischen Ölen Cineol (1,8-Cineol) und Eugenol, die im Laurus nobilis-Blatt enthalten sind. Genau diese beiden Aromastoffe stehen im Zentrum mehrerer wissenschaftlicher Untersuchungen zur insektenabweisenden Wirkung ätherischer Öle. Eine im Fachjournal Journal of Stored Products Research veröffentlichte Studie fand, dass Lorbeerextrakte mit hohem Cineol- und Linalool-Anteil eine deutliche Abschreckungswirkung auf Vorratsschädlinge wie den Reismehlkäfer zeigten. Eine Übersichtsarbeit in der Iranian Journal of Pharmaceutical Sciences (PMC) bestätigt zudem, dass ätherisches Lorbeeröl in mehreren Laborversuchen fumigant- und abschreckungswirksam gegenüber verschiedenen Vorratsschädlingen war. Auch eine Analyse in Molecules (PMC) zeigt, dass Cineol und Methyleugenol zu den Hauptbestandteilen des Lorbeerblatt-Öls zählen.
Wichtig für die Einordnung: Die meisten dieser Studien wurden unter Laborbedingungen mit konzentrierten Ölextrakten und nicht mit ganzen, getrockneten Blättern im heimischen Küchenschrank durchgeführt. Die alltägliche Wirkung im eigenen Haushalt dürfte daher spürbar, aber vermutlich milder und weniger zuverlässig ausfallen als unter Laborbedingungen – ein Grund mehr, warum sich viele Familien für die Methode entscheiden: Sie ist harmlos, kostengünstig und lässt sich gefahrlos ausprobieren, auch wenn sie keine Insekten-Vollgarantie bietet.
So setzt man Lorbeerblätter gegen Insekten ein
Ganz einfach: Getrocknete Lorbeerblätter grob zerkleinern und in jede Ecke sowie jedes bekannte Versteck von Insekten legen – etwa in Vorratsdosen, Schrankwinkel, Fensterbänke oder Türrahmen. Besonders beliebt ist die Methode gegen Mehlmotten, Fliegen, Ameisen und andere Küchenschädlinge, da der intensive Duft für viele Insektenarten offenbar unangenehm ist.
Empfehlenswert ist es, die Blätter etwa einmal wöchentlich auszutauschen, da der Duft mit der Zeit nachlässt – wie oft genau, bleibt letztlich eine Frage des persönlichen Empfindens. Auch Menschen nehmen den Lorbeerduft ganz unterschiedlich wahr: Manche finden ihn angenehm würzig, andere eher aufdringlich. Ein Trost zum Schluss: Mit dieser Methode werden weder Fliegen noch Mücken oder Motten getötet – sie werden lediglich sanft vertrieben.
Mehr als nur ein Insektenschreck
Lorbeerblätter zählen zu den traditionsreichsten Heilpflanzen des Mittelmeerraums und werden in der Volksmedizin seit Jahrhunderten geschätzt. Nach traditioneller Überlieferung soll ein warmer Sud aus Lorbeerblättern, Zitrone und Honig bei Erkältungsbeschwerden als wohltuend empfunden werden – ein Rezept, das auch im Beitrag Schnelles Rezept gegen Husten auf Rundgesund.com beschrieben wird. Wer sich näher mit den ätherischen Ölen in Gewürzen beschäftigen möchte, findet ergänzend im Beitrag Schädlicher und gesunder Zimt Hintergründe zu Eugenol, das ebenfalls in Zimt vorkommt und ähnliche aromatische Eigenschaften besitzt.

























