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Uralter Trank aus Apfelessig und Honig: Reinigt er wirklich den Darm?Uralter Trank aus Apfelessig und Honig: Reinigt er wirklich den Darm?Uralter Trank aus Apfelessig und Honig: Reinigt er wirklich den Darm?Uralter Trank aus Apfelessig und Honig: Reinigt er wirklich den Darm?Uralter Trank aus Apfelessig und Honig: Reinigt er wirklich den Darm?


Datum: 23. OKT 26 - GUT ZU WISSEN
Uralter Trank aus Apfelessig und Honig: Reinigt er wirklich den Darm?
Die Mischung aus Apfelessig, Honig und Wasser hat in der Volksheilkunde eine lange Geschichte. Einige Studien deuten auf mögliche Vorteile für Verdauung und Blutzuckerverlauf nach dem Essen hin, Wunder sollte man von dem Getränk aber nicht erwarten.

Stellen Sie sich vor, ein Hausmittel hätte zweieinhalb Jahrtausende überdauert: von den Arztschulen des antiken Griechenlands bis in die Morgenroutine heutiger Weltstars. Genau das ist dem schlichten Gemisch aus Essig und Honig gelungen. Doch was steckt tatsächlich dahinter, und wo beginnt der Mythos?



Eine der bekanntesten Anhängerinnen ist die Modedesignerin und frühere Sängerin Victoria Beckham. Wie die Stuttgarter Zeitung berichtet, gehören zu ihrer täglichen Morgenroutine zwei Esslöffel Apfelessig, direkt nach dem Aufstehen in einem Glas Wasser verrührt. Auch die Schauspielerin Jennifer Aniston erzählte der Zeitschrift Vogue, dass Apfelessig bei ihr jeden Morgen noch vor allem anderen an der Reihe sei. Ganz ähnliche Erfahrungen schildern auch viele unserer Leserinnen und Leser. Eine Leserin aus Graz schrieb uns, dass sie das Getränk mit Honig vor allem nach üppigen Mahlzeiten schätze: Sie fühle sich danach weniger voll und habe am Abend seltener Heißhunger auf Süßes.



Ein Rezept aus der Antike



Schon die alten Griechen verwendeten dieses Rezept, um sich nach ihrer Vorstellung von unverdauter Nahrung und überschüssigem Schleim zu befreien. Unter dem Namen Oxymel („Sauerhonig“) wird die Mischung bis heute mit der Schule des Hippokrates von Kos in Verbindung gebracht. Man glaubte, dass dieses Getränk den Körper stärkt, und trank es daher fast so häufig, wie wir heute zu einer Tablette gegen Kopfschmerzen greifen.



Heute wird dem Getränk in der Volksheilkunde noch viel mehr zugeschrieben: Es soll gegen Müdigkeit, Kopfschmerzen, Blutdruck- und Cholesterinprobleme helfen und beim Abnehmen unterstützen. Die moderne Ernährungswissenschaft sieht das deutlich nüchterner. Einige Effekte von Essig wurden in kleinen Studien tatsächlich beobachtet, andere Versprechen sind bislang nicht belegt.



Was die Wissenschaft über Essig weiß



Am besten untersucht ist der Einfluss von Essig auf den Blutzucker nach dem Essen. In einer Studie im Fachjournal Diabetes Care (Johnston und Kollegen, 2004) verbesserte Essig vor einer kohlenhydratreichen Mahlzeit die Insulinempfindlichkeit bei Menschen mit Insulinresistenz. Schwedische Forscher berichteten im European Journal of Clinical Nutrition (Östman und Kollegen, 2005), dass Essig zu einer Brotmahlzeit den Anstieg von Blutzucker und Insulin abflachte und das Sättigungsgefühl verstärkte.



Auch zum Körpergewicht gibt es erste Hinweise: In einer japanischen Studie in der Zeitschrift Bioscience, Biotechnology, and Biochemistry (Kondo und Kollegen, 2009) nahmen übergewichtige Teilnehmer, die zwölf Wochen lang täglich verdünnten Essig tranken, im Durchschnitt leicht ab, verglichen mit einer Kontrollgruppe. Die Unterschiede waren allerdings gering, nämlich etwa ein bis zwei Kilogramm. Von einem „Fettschmelzer“ kann also keine Rede sein. Das bestätigt auch ein Überblick von t-online, wonach eine fettverbrennende Wirkung von Apfelessig wissenschaftlich nicht belegt ist.



Wer mehr über die Hintergründe solcher Hausmittel erfahren möchte, findet auf Rundgesund.com den Beitrag Ein Teelöffel Reis, ein Teelöffel Essig: Die alte japanische Gewohnheit, die jetzt auch die Wissenschaft untersucht. Wie Essig und andere Lebensmittel im Alltag zu einem besseren Körpergefühl beitragen können, beschreibt außerdem der Artikel Intuitives Essen.



Und was ist mit der „Darmreinigung“?



Der Ruf als „Reinigungsgetränk“ ist die bekannteste Eigenschaft dieses Tranks. Früher hieß es, der Dickdarm sei besonders belastet und müsse deshalb von Zeit zu Zeit von Giftstoffen befreit werden, selbst bei gesunder Ernährung. Aus heutiger Sicht ist hier Vorsicht geboten: Laut der Verbraucherzentrale Niedersachsen sind Leber und Nieren die wichtigsten Entgiftungsorgane des Körpers, und es gibt keine streng wissenschaftlichen Untersuchungen, die belegen, dass Entgiftungsgetränke Schadstoffe aus dem Körper leiten. Auch die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen betont, dass sich im Körper keine Schlacken ansammeln.



Das bedeutet jedoch nicht, dass das Getränk wertlos wäre. Viele Menschen empfinden es als angenehme Einstimmung auf die Mahlzeit, trinken dadurch mehr Flüssigkeit und achten bewusster auf ihre Ernährung. Für einen gesunden Darm sind vor allem Ballaststoffe, ausreichend Wasser und Bewegung entscheidend. Eine einfache Möglichkeit dafür finden Sie im Beitrag Wasser mit Chiasamen. Auch frischer Ingwer wird traditionell zur Unterstützung der Verdauung verwendet, wie der Artikel Wie Sie Ingwer richtig verwenden und 100 % seiner heilenden Eigenschaften nutzen erklärt.



Das Rezept



Zutaten:

  • 2 Esslöffel naturtrüber Apfelessig (am besten hausgemacht oder aus biologischer Herstellung)

  • 1 Esslöffel Honig (am besten aus der Region)

  • 2 dl abgekochtes und abgekühltes Wasser



Zubereitung:

Verwenden Sie abgekochtes Wasser, das auf Zimmertemperatur abgekühlt ist. Honig und Essig sollten nach Möglichkeit hausgemacht oder naturbelassen sein, da sie dann mehr wertvolle Inhaltsstoffe enthalten. Naturtrüber Apfelessig schmeckt zudem kräftiger, wie auch die Verbraucherzeitschrift Öko-Test in ihrem Apfelessig-Test feststellt. Alles miteinander vermischen, warten, bis sich der Honig vollständig aufgelöst hat, und anschließend trinken. Traditionell wird das Getränk morgens auf nüchternen Magen getrunken, und zwar etwa 20 Minuten vor einer Mahlzeit. Wer möchte, kann es auch vor dem Mittag- und Abendessen trinken, also bis zu dreimal am Tag.



Wenn Sie sich für eine gelegentliche Kur entscheiden, bleiben Sie dran und trinken Sie das Getränk mindestens eine Woche lang vor den Mahlzeiten. Viele Anwender berichten, dass sie sich danach leichter und wohler fühlen. Wie stark diese Wirkung ausfällt, hängt jedoch von vielen Faktoren ab, vor allem von der gesamten Ernährung, dem Schlaf und der Bewegung. Das Getränk kann ein kleiner Baustein auf dem Weg zu einem gesünderen Lebensstil sein, ersetzt diesen aber nicht.



Worauf Sie achten sollten





Fazit



Der Trank aus Apfelessig und Honig ist ein faszinierendes Stück Ernährungsgeschichte, und einige seiner traditionellen Anwendungen werden durch erste Studien teilweise gestützt, etwa bei Sättigung und Blutzuckerverlauf nach dem Essen. Eine „Darmreinigung“ im wörtlichen Sinn oder ein Heilmittel gegen Krankheiten ist er jedoch nicht. Wer ihn als genussvolles Ritual in eine ausgewogene Ernährung einbaut, kann ihn ohne Bedenken ausprobieren. Weitere einfache Lebensmittel mit langer Tradition stellt Ihnen der Beitrag Milch, Honig, Spinat und Apfel: Vier Lebensmittel aus der eigenen Küche, die seit Jahren im Mittelpunkt der Ernährungsforschung stehen vor.


 
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Februar 2015
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