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Ein Teelöffel Reis, ein Teelöffel Essig: Die alte japanische Gewohnheit, die jetzt auch die Wissenschaft untersuchtEin Teelöffel Reis, ein Teelöffel Essig: Die alte japanische Gewohnheit, die jetzt auch die Wissenschaft untersuchtEin Teelöffel Reis, ein Teelöffel Essig: Die alte japanische Gewohnheit, die jetzt auch die Wissenschaft untersuchtEin Teelöffel Reis, ein Teelöffel Essig: Die alte japanische Gewohnheit, die jetzt auch die Wissenschaft untersuchtEin Teelöffel Reis, ein Teelöffel Essig: Die alte japanische Gewohnheit, die jetzt auch die Wissenschaft untersucht


Datum: 17. AUG 26 - GUT ZU WISSEN
Ein Teelöffel Reis, ein Teelöffel Essig: Die alte japanische Gewohnheit, die jetzt auch die Wissenschaft untersucht
Laborstudien deuten darauf hin, dass Essigsäure das Wachstum bestimmter Krebszellen in Zellkulturen und bei Tieren hemmen kann ...

Ein Teelöffel Reis, übergossen mit einem Teelöffel Apfelessig, über Nacht stehen gelassen und am nächsten Morgen auf nüchternen Magen gegessen – so einfach klingt eine Hausmittel-Rezeptur, die in Japan seit Generationen weitergegeben wird und die inzwischen auch Ernährungswissenschaftler aufhorchen lässt. Was steckt tatsächlich dahinter?



Ein jahrhundertealtes Hausmittel



Essig gehört seit Jahrhunderten zu den bekanntesten Hausmitteln überhaupt. Die japanische Kombination aus fermentiertem Reis und Essig wird traditionell zur Unterstützung der Verdauung und des allgemeinen Wohlbefindens eingesetzt. Anwenderinnen und Anwender berichten häufig von einem angenehmeren Sättigungsgefühl am Morgen und einem insgesamt ausgeglicheneren Bauchgefühl – wissenschaftlich belastbare Daten zu genau dieser Reis-Essig-Kombination beim Menschen gibt es allerdings noch nicht.



Was die Forschung zu Essig und Krebszellen tatsächlich zeigt



Häufig kursiert die Behauptung, Essig könne Krebs heilen. Das ist eine Vereinfachung, die der aktuellen Forschungslage nicht gerecht wird. Was tatsächlich untersucht wurde:




  • In Zellkulturstudien mit menschlichen Darmkrebszellen konnte Apfelessig das Zellwachstum verringern und programmierten Zelltod (Apoptose) auslösen – allerdings ausschließlich im Labor, nicht im lebenden Organismus (Quelle: Number Analytics).

  • Eine im Fachjournal veröffentlichte Laboruntersuchung an Magenkrebszellen von Ratten und Menschen zeigte, dass die im Essig enthaltene Essigsäure diese Zellen in der Petrischale abtöten konnte. Die Autoren betonen ausdrücklich, dass dies in einem Reagenzglas geschah – nicht in einem lebenden Menschen (Quelle: Healthline).

  • Eine Übersichtsarbeit zu Apfelessig beschreibt mögliche Wirkmechanismen auf Zellebene, etwa den Einfluss auf Zellzyklus-regulierende Proteine – auch hier handelt es sich um Grundlagenforschung, nicht um klinisch bestätigte Wirkung (Quelle: ResearchGate-Übersichtsarbeit).

  • Eine erste klinische Sicherheitsstudie zu Apfelessig-Kapseln bei Prostatakrebs befindet sich derzeit in einer sehr frühen Phase, in der zunächst nur die Verträglichkeit geprüft wird – ein Wirksamkeitsnachweis beim Menschen steht noch aus (Quelle: Studienregister Power).



Die Fachliteratur ist sich in einem Punkt einig: Die meisten dieser Effekte wurden in Zellkulturen oder an Nagetieren beobachtet, was keine verlässliche Aussage darüber zulässt, was im menschlichen Körper geschieht. Manche Beobachtungsstudien zeigen zudem widersprüchliche Ergebnisse – etwa einen möglichen Zusammenhang zwischen Essigkonsum und selteneren Speiseröhrenkrebs-Fällen in einer Region, aber häufigeren Blasenkrebs-Fällen in einer anderen. Von einer "Heilung" oder einem bewiesenen Schutz vor Krebs kann seriös derzeit nicht gesprochen werden.



Was Essig bei Cholesterin, Blutdruck und Gewicht tatsächlich bewirken kann



Etwas besser abgesichert ist die Studienlage zu den stoffwechselbezogenen Effekten von Essig: Mehrere Tierstudien deuten darauf hin, dass Essig Triglyceride, Cholesterin und Blutdruck senken kann – auch hier gilt jedoch, dass eine Bestätigung durch größere Humanstudien noch aussteht. Wer seinen Cholesterinspiegel oder Blutdruck senken möchte, sollte dies stets in Absprache mit einem Arzt oder einer Ärztin angehen; ein Löffel Essig ersetzt keine notwendige Behandlung.



Auf Rundgesund.com finden sich dazu bereits einige praxisnahe Erfahrungsberichte und Rezepte, etwa ein morgendliches Getränk aus Apfelessig und Honig, das traditionell zur Unterstützung von Verdauung und Blutdruck eingesetzt wird (Abtransport der Giftstoffe, Fettschmelzer und Blutdrucksenker), sowie ein Beitrag zu Essiggurken und ihrer möglichen antioxidativen Wirkung (Warum man jeden Tag Essiggurken essen sollte).



Das japanische Rezept im Detail



Wer die Mischung ausprobieren möchte, geht folgendermaßen vor: Einen Teelöffel Reis mit einem Teelöffel naturtrübem Apfelessig übergießen, abdecken und mehrere Stunden – idealerweise über Nacht – ziehen lassen. Am nächsten Morgen wird die Mischung auf nüchternen Magen gegessen. Wegen der Säure empfiehlt es sich, größere Mengen zu vermeiden und bei empfindlichem Magen oder bestehenden Vorerkrankungen vorher ärztlichen Rat einzuholen.



Ähnliche essigbasierte Anwendungen sind auch außerhalb der Ernährung als Hausmittel bekannt, etwa zur äußerlichen Anwendung bei Ohrenbeschwerden (Im Kampf gegen Ohrenverstopfung und Ohrenentzündung) oder mit Petersilienwasser kombiniert (Überraschendes Petersilienwasser).



Fazit: Vielversprechend, aber noch kein Ersatz für die Schulmedizin



Die Forschung zu Essig und seinen möglichen gesundheitlichen Wirkungen ist aktiv und liefert interessante erste Hinweise auf Zell- und Tierebene. Bis daraus jedoch ein anerkanntes Mittel zur Krebsprävention oder -behandlung wird, dürfte noch viel Forschungsarbeit nötig sein – aktuell ersetzt die Reis-Essig-Mischung keine medizinische Diagnostik oder Behandlung. Menschen mit einer Krebserkrankung oder anderen ernsthaften gesundheitlichen Beschwerden sollten jede Ergänzung ihrer Ernährung vorab mit ihrem behandelnden Arzt besprechen.


 
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Februar 2015
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