Dieser Beitrag stellt das Rezept vor und ordnet allgemein bekannte Ernährungsinformationen ein, ersetzt jedoch keine individuelle medizinische oder ernährungswissenschaftliche Beratung.
Stellen Sie sich vor, ein Dessert würde nach Karamell und Herbstsonne schmecken – und im Rezept steht dabei kein einziges Gramm Sand- oder Kristallzucker. Genau das gelingt mit diesem Strudel: Statt Zucker übernehmen reife Pflaumen die komplette Süßarbeit, unterstützt von saftigen Äpfeln und einer Prise Zimt.
Eine Leserin aus dem süddeutschen Raum hat uns kürzlich geschrieben, dass sie in ihrer Familie den zugesetzten Zucker in Alltagsrezepten Schritt für Schritt reduzieren wollte – nicht aus einer akuten Notwendigkeit heraus, sondern einfach, um insgesamt bewusster zu backen. Ihr erster Versuch war ausgerechnet ein Obstkuchen mit Pflaumen: Sie war überrascht, wie wenig ihr die fehlende Süße aus der Zuckerdose tatsächlich fehlte, sobald das Obst wirklich reif war. Genau von dieser Erfahrung lebt auch das folgende Rezept.
Warum Pflaumen mehr können, als man ihnen zutraut
Pflaumen gehören zu den eher unterschätzten Früchten des Spätsommers und Frühherbsts, obwohl sie zu den nährstoffreichsten und geschmackvollsten Obstsorten der Saison zählen. Der größte Vorteil dieses Rezepts: Es kommt vollständig ohne zugesetzten Zucker aus.
Laut einer Übersicht von ÖKO-TEST sind Pflaumen mit rund 51 Kalorien pro 100 Gramm vergleichsweise kalorienarm und liefern dabei nennenswerte Mengen an Kalium, Magnesium, Calcium und Phosphor sowie Beta-Carotin und B-Vitamine. Kalium gilt als wichtiger Baustein für die Regulierung von Herzfrequenz und Blutdruck, während Pflaumen außerdem einen Beitrag zur empfohlenen Tageszufuhr an Vitamin K liefern können, das unter anderem für die Blutgerinnung und den Knochenstoffwechsel eine Rolle spielt. Wer mehr über die gesundheitlichen Effekte von getrockneten Pflaumen im Speziellen erfahren möchte, findet dazu ergänzende Informationen in unserem Beitrag „Was passiert, wenn man jeden Tag 6 getrocknete Pflaumen isst?“.
Wichtig für die Einordnung: Diese Nährstoffe machen Pflaumen zu einer sinnvollen Ergänzung einer ausgewogenen Ernährung – sie sind jedoch kein Ersatz für eine medizinische Behandlung, und wer gesundheitliche Beschwerden hat, sollte sich im Zweifel an eine Ärztin, einen Arzt oder eine Ernährungsfachkraft wenden.
Zutaten
- 250 g Pflaumen (frisch oder, ersatzweise, getrocknet)
- 100 g Rosinen
- 4 große Äpfel
- etwas Zimt
- Öl zum Beträufeln des Teigs, damit er sich leichter biegen lässt
- Blätterteig
Zubereitung
Wer getrocknete Pflaumen verwendet, weicht diese für etwa 20 Minuten in Wasser ein, damit sie weich werden. Frische Pflaumen werden stattdessen entkernt. In beiden Fällen werden die Pflaumen anschließend in kleinere Stücke geschnitten.
Die Äpfel schälen und raspeln, dann gleichmäßig auf dem ausgerollten Teig verteilen. Ebenso mit den Pflaumenstücken verfahren, die Rosinen und etwas Zimt dazugeben. Dabei mit den Äpfeln nicht zu großzügig sein: Sie geben beim Backen viel Wasser ab, was den Strudel aufweichen kann.
Bevor der Teig aufgerollt wird, die Ränder nach innen einschlagen, damit die Fruchtmasse beim Backen nicht ausläuft. Bei 200 Grad Celsius etwa 35 bis 40 Minuten backen.
Ein kurzer Hinweis zum Zimt am Rande: Nicht jeder im Handel erhältliche Zimt ist gleich – zwischen Ceylon-Zimt und dem günstigeren Cassia-Zimt gibt es qualitative Unterschiede, die vor allem bei größeren Mengen relevant werden können. Mehr dazu in unserem Beitrag „Schädlicher und gesunder Zimt“.
Süß, ohne dass Zucker im Spiel ist
Das fertige Dessert ist angenehm knusprig und enthält von Natur aus Magnesium, Eisen und weitere Vitamine über die Zutaten Apfel und Pflaume. Vor allem aber ist es ohne zugesetzten Zucker – die Süße stammt allein von der Reife des verwendeten Obsts.
Wer neben Pflaumen und Äpfeln auch die verwendeten Rosinen im Blick behalten möchte: Wie viele Trockenfrüchte enthalten auch Rosinen konzentrierten Fruchtzucker, was sie geschmacklich wertvoll, aber in großen Mengen nicht ganz unbedenklich macht – etwa für die Zahngesundheit, wie unser Beitrag „7 Lebensmittel, die unsere Zähne zerstören, Süßigkeiten ausgeschlossen“ beschreibt. In der hier verwendeten Menge, eingebettet in einen ballaststoffreichen Strudel, spricht aus ernährungswissenschaftlicher Sicht aber wenig gegen den gelegentlichen Genuss.
Probieren Sie es aus!

























