Ein Glas voller goldgelber Farbe, ein Duft, der sofort an Urlaub erinnert, und dazu ein spürbarer Frischekick am Morgen: Zitrone und Ananas gehören zu den einfachsten Kombinationen, mit denen sich ein Getränk optisch und geschmacklich aufwerten lässt. Doch die beiden Früchte können mehr als nur gut schmecken – gemeinsam liefern sie eine Vielzahl an Vitaminen, Mineralstoffen und Pflanzenenzymen, die den Körper im Alltag unterstützen können.
Die registrierte Ernährungsberaterin Julia Zumpano von der Cleveland Clinic empfiehlt Ananas unter anderem Menschen mit schmerzenden Gelenken bei Arthrose – allerdings ausdrücklich als Ergänzung und nicht als Ersatz für eine ärztlich verordnete Behandlung. Auch eine unserer Leserinnen berichtete uns, dass sie seit sie morgens regelmäßig eine Mischung aus frisch gepresstem Zitronen- und Ananassaft trinkt, sich insgesamt wacher und "leichter" fühle – ein Eindruck, den viele Leser in ähnlicher Form teilen, auch wenn sich solche subjektiven Erfahrungen wissenschaftlich nicht eins zu eins verallgemeinern lassen.
Säure-Basen-Balance: Ein beliebtes, aber wissenschaftlich umstrittenes Konzept
Viele Ernährungsratgeber sprechen von der Bedeutung des Säure-Basen-Gleichgewichts im Körper und davon, dass eine stark verarbeitete, hastige Ernährung diesen Haushalt aus der Balance bringen kann. Die sogenannte "Alkaline-Diät" ist in der Alternativmedizin populär, wird von der wissenschaftlichen Fachwelt bislang jedoch nicht als erwiesene Methode zur Krankheitsvorbeugung anerkannt – ein direkter Zusammenhang zwischen dem Säuregehalt der Ernährung und dem Risiko für schwere Erkrankungen gilt als nicht ausreichend belegt. Unabhängig davon gilt: Zitrone und Ananas liefern in jedem Fall eine ganze Reihe an Vitaminen und Mineralstoffen, die vielen anderen Erfrischungsgetränken fehlen.
Hier sind einige der Wirkungen, die Zitrone und Ananas laut aktuellem Kenntnisstand tatsächlich unterstützen können:
- 1. Ergänzung im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung: Beide Früchte sind reich an Antioxidantien und Vitamin C. Eine insgesamt obst- und gemüsereiche Ernährung gilt als ein Baustein unter mehreren, die langfristig zur allgemeinen Gesundheit beitragen können – ein Ersatz für ärztliche Vorsorge oder Behandlung sind sie nicht.
- 2. Zahnfleisch und Mundraum: Manche Menschen empfinden eine Linderung von leichten Beschwerden im Mundraum durch verdünnten Zitronen-Ananas-Saft. Eine wissenschaftliche Erklärung dafür gibt es bislang nicht, und bei anhaltenden Zahnschmerzen sollte immer eine Zahnärztin oder ein Zahnarzt aufgesucht werden – die Fruchtsäure kann zudem den Zahnschmelz angreifen, weshalb der Saft am besten mit einem Strohhalm getrunken wird.
- 3. Gewichtsmanagement: Beide Zutaten sind kalorienarm und wasserreich, was zu einem Sättigungsgefühl beitragen kann. Ananas enthält zudem Bromelain, ein Enzym, das die Eiweißverdauung unterstützt. Ein "Fettverbrenner" ist die Kombination jedoch nicht – entscheidend für eine gesunde Gewichtsregulation bleiben eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung.
- 4. Flüssigkeitshaushalt: Zitronen liefern Kalium, Kalzium und Magnesium – Elektrolyte, die zusammen mit ausreichend Flüssigkeit die Hydration unterstützen. Gerade im Winter trinken viele Menschen unbewusst weniger, weshalb ein aromatisiertes Getränk wie dieses helfen kann, die tägliche Trinkmenge zu erreichen.
- 5. Gelenke und Muskulatur: Das in der Ananas enthaltene Bromelain wird eine entzündungshemmende Wirkung zugeschrieben. Laut der oben erwähnten Cleveland-Clinic-Ernährungsberaterin kann Ananas Menschen mit Arthrose-bedingten Gelenkschmerzen als Ergänzung zur Ernährung guttun – eine bestehende Medikation sollte deswegen aber nie eigenständig verändert werden.
- 6. Verdauung: Die Zitronensäure regt gemeinsam mit anderen Fruchtsäuren die Bildung von Magensäure an, was die Verdauung unterstützen kann. Auch unser Artikel "Wissen Sie, was passiert, wenn Sie Zimt und Zitrone mischen?" beschreibt, wie Zitrusfrüchte auf natürliche Weise die Verdauung anregen können.
- 7. Leberfunktion: Vitamin C ist an der Aktivität bestimmter Leberenzyme beteiligt, die der Körper zur Verstoffwechselung und Ausscheidung von Abbauprodukten benötigt. Man spricht hier vereinfacht von einer unterstützenden statt einer "entgiftenden" Wirkung, da die eigentliche Entgiftungsarbeit von Leber und Nieren selbst geleistet wird.
- 8. Träge Verdauung: Bei gelegentlicher Verstopfung berichten viele Menschen von einer sanften anregenden Wirkung durch Zitronen-Ananas-Saft. Bei anhaltenden Beschwerden ist jedoch ärztlicher Rat gefragt, da dahinter auch andere Ursachen stecken können.
- 9. Nervensystem: Kalium spielt eine Rolle bei der Reizweiterleitung im Nervensystem und unterstützt eine normale Muskel- und Herzfunktion. Ein beruhigendes "Wundermittel" gegen Angstzustände oder Depressionen ist der Saft jedoch nicht – bei psychischen Belastungen sollte immer professionelle Unterstützung durch Ärztinnen, Ärzte oder Therapeutinnen und Therapeuten gesucht werden.
- 10. Durchblutung: Vitamin C trägt laut der AOK unter anderem zu einer normalen Funktion der Blutgefäße bei. Eine gezielte "Heilung" von Krampfadern ist damit nicht verbunden – bei Krampfadern oder Durchblutungsstörungen ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll.
- 11. Harnsäure und Gelenkbeschwerden: Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, unterstützt durch kalium- und citrathaltige Getränke, kann sich günstig auf den Harnsäurehaushalt auswirken. Bei Gicht oder wiederkehrenden Gelenkschmerzen sollte dies aber ärztlich begleitet und nicht als alleinige Maßnahme betrachtet werden.
- 12. Blutdruck: Kalium ist an der Regulierung des Blutdrucks beteiligt, und eine kaliumreiche Ernährung wird von Fachgesellschaften generell empfohlen. Konkrete Prozentangaben zur Blutdrucksenkung durch dieses spezielle Getränk lassen sich wissenschaftlich jedoch nicht belegen – bei Bluthochdruck ist eine regelmäßige ärztliche Kontrolle unerlässlich.
- 13. Nieren: Hier gibt es tatsächlich soliden wissenschaftlichen Hintergrund: Ein Cochrane-Review zeigt, dass Citrat die Neubildung von Kalziumsteinen in der Niere verringern und bestehende kleine Steine stabilisieren kann. Zitronensaft ist reich an Citrat und wird deshalb häufig als unterstützende Maßnahme genannt – bestehende Nieren- oder Gallensteine "auflösen" kann er jedoch nicht, und bei Verdacht auf Steinleiden gehört die Abklärung in ärztliche Hände.
Zubereitung
Wer die Mischung ausprobieren möchte: Ein Glas kaltes Wasser mit dem Saft einer frisch gepressten Zitrone und etwa der gleichen Menge frisch gepresstem Ananassaft füllen – im Verhältnis 1:1. Am besten ungesüßt und ohne weitere Zusätze genießen, um den vollen Geschmack und die Nährstoffe zu erhalten. Der Saft schmeckt am besten frisch zubereitet und lässt sich gut vor einer Mahlzeit trinken.
Wer regelmäßig Zitrone in größeren Mengen konsumiert, sollte auf den Zahnschmelz achten (am besten mit Strohhalm trinken und danach den Mund mit Wasser ausspülen) und bei bestehenden Vorerkrankungen – etwa Nieren-, Magen- oder Refluxbeschwerden – vorher Rücksprache mit einer Ärztin oder einem Arzt halten. Ähnliche alltagstaugliche Rezepte finden Sie auch in unserem Artikel "Abtransport der Giftstoffe, Fettschmelzer und Blutdrucksenker".

























