Jeder Dritte hat ihn – und fast die Hälfte weiß nichts davon: Bluthochdruck gehört zu den häufigsten, aber am meisten unterschätzten Gesundheitsthemen unserer Zeit. Weil er in der Regel nicht wehtut und lange keine spürbaren Beschwerden verursacht, wird er oft erst bemerkt, wenn Herz, Gefäße, Nieren oder Augen bereits jahrelang unter der Dauerbelastung gelitten haben. Genau deshalb wird Bluthochdruck von Fachleuten häufig als „stiller Begleiter“ bezeichnet. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) leben weltweit rund 1,28 Milliarden Erwachsene mit Hypertonie – und fast die Hälfte von ihnen weiß nichts davon.
Eine Leserin aus dem süddeutschen Raum schrieb uns kürzlich, dass sie über Jahre hinweg jeden Morgen einen Löffel dieser Rote-Bete-Honig-Mischung eingenommen habe – zusätzlich zur ärztlich verordneten Behandlung, nie als Ersatz dafür. Sie beschreibt es als festen Bestandteil ihrer Morgenroutine geworden, ähnlich wie für andere eine Tasse Kaffee. Solche persönlichen Erfahrungsberichte ersetzen selbstverständlich keine wissenschaftliche Studie – sie zeigen aber, warum dieses einfache Hausmittel bis heute so viele Menschen begleitet.
Eine jahrtausendealte Kombination
Rote Bete und Honig sind kein neuer Trend. Bereits im antiken Griechenland und Rom wurden beide Zutaten einzeln und gemeinsam gegen eine Vielzahl von Beschwerden eingesetzt – von Hautentzündungen bis zu Verdauungsproblemen. Über Jahrhunderte hinweg galt die Kombination als eine Art Universalmittel, lange bevor moderne Wissenschaft die enthaltenen Wirkstoffe im Detail untersuchen konnte.
Wichtig für die Zubereitung: Verwende möglichst Rote Bete aus biologischem Anbau. Da die Wurzel Pestizidrückstände aus dem Boden aufnehmen kann, würde konventionell angebautes Gemüse den gesundheitlichen Nutzen der Mischung teilweise wieder zunichtemachen.
Zutaten & Zubereitung
Zutaten:
- 200 Gramm Honig (naturbelassen, möglichst regional)
- 300 Gramm frisch gepresster Saft aus roher Roter Bete
Zubereitung:
Presse den Saft aus roher Roter Bete möglichst frisch und zügig, da Rote Bete an der Luft schnell oxidiert und an Wirkstoffen verliert. Du kannst dafür einen Entsafter verwenden oder die Knolle im Mixer pürieren und die Masse anschließend durch ein sauberes Baumwolltuch abseihen.
Vermische den Saft gründlich mit dem Honig und fülle die Mischung in ein verschließbares Glas. So zubereitet lässt sie sich mehrere Tage im Kühlschrank aufbewahren. Wer die Mischung als zu süß empfindet, kann etwas frisch gepressten Zitronensaft hinzufügen, um die Süße abzurunden.
So wird die Mischung traditionell angewendet
- Ein bis zwei Teelöffel morgens auf nüchternen Magen sowie jeweils einige Minuten vor den Hauptmahlzeiten.
- Bei schwankenden Blutdruckwerten wird traditionell auf zwei Teelöffel der Mischung, aufgelöst in einem Glas lauwarmem Wasser mit einem Teelöffel Zimt, zurückgegriffen.
- Üblich ist eine Anwendung über zwei Wochen, gefolgt von einer Pause von mindestens zehn Tagen.
Was sagt die Wissenschaft?
Der blutdrucksenkende Ruf der Roten Bete stützt sich vor allem auf ihren hohen Gehalt an natürlichem Nitrat. Im Körper wird Nitrat über die Mundbakterien zunächst zu Nitrit und anschließend zu Stickstoffmonoxid umgewandelt – ein Molekül, das die Blutgefäße entspannt und erweitert. Forscher der Queen Mary University of London konnten bereits vor einigen Jahren zeigen, dass schon eine vergleichsweise kleine Menge Rote-Bete-Saft messbare Effekte auf den Blutdruck gesunder Probanden hatte.
Eine im Fachjournal Advances in Nutrition veröffentlichte systematische Übersichtsarbeit mit Meta-Analyse bestätigt, dass Rote-Bete-Saft in mehreren kontrollierten Studien mit einer Senkung des systolischen Blutdrucks in Verbindung gebracht wurde. Die Autoren betonen allerdings auch, dass die Effekte von Studie zu Studie unterschiedlich ausfielen und weitere Forschung notwendig ist, um Dosierung und Langzeitwirkung genauer zu verstehen.
Auch Honig ist längst kein reines Süßungsmittel mehr aus wissenschaftlicher Sicht: Eine im Fachjournal Oxidative Medicine and Cellular Longevity erschienene Übersichtsarbeit beschreibt die antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften von Honig, die unter anderem auf seinen Gehalt an Polyphenolen zurückgeführt werden.
Auch die Stiftung Gesundheitswissen ordnet Rote Bete unter die Lebensmittel ein, denen ein blutdrucksenkendes Potenzial zugeschrieben wird – weist aber ausdrücklich darauf hin, dass es noch keine gesicherten Erkenntnisse zur optimalen Menge und Anwendungsdauer gibt.
Wichtiger Hinweis
Rote-Bete-Honig-Saft kann eine schmackhafte Ergänzung einer ausgewogenen, blutdruckbewussten Ernährung sein. Er ist jedoch kein Ersatz für eine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Wer unter Bluthochdruck leidet, Medikamente einnimmt oder an Nieren- beziehungsweise Blutzuckererkrankungen leidet, sollte die Anwendung vorher mit einem Arzt oder einer Ärztin besprechen – insbesondere, da Rote Bete Oxalsäure enthält, die für Menschen mit Neigung zu Nierensteinen relevant sein kann. Weiterführende, geprüfte Informationen zum Thema Bluthochdruck bietet die WHO auf ihrer offiziellen Themenseite.

























