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Agavendicksaft: süßer als Honig, aber mit niedrigem glykämischen Index – die bessere Wahl?Agavendicksaft: süßer als Honig, aber mit niedrigem glykämischen Index – die bessere Wahl?Agavendicksaft: süßer als Honig, aber mit niedrigem glykämischen Index – die bessere Wahl?Agavendicksaft: süßer als Honig, aber mit niedrigem glykämischen Index – die bessere Wahl?Agavendicksaft: süßer als Honig, aber mit niedrigem glykämischen Index – die bessere Wahl?


Datum: 22. AUG 26 - GESUND-&SCHÖNHEIT
Agavendicksaft: süßer als Honig, aber mit niedrigem glykämischen Index – die bessere Wahl?
Agavendicksaft gilt als "sanfter" Süßstoff mit niedrigem glykämischen Index – doch sein hoher Fruktosegehalt sorgt zunehmend für kritische Stimmen.

Ein Löffel, der süßer schmeckt als Honig und den Blutzucker angeblich kaum beeinflusst – kein Wunder, dass Agavendicksaft in den letzten Jahren zum Star vieler Küchenschränke wurde. Doch wer genauer hinschaut, entdeckt eine Geschichte, die weit komplizierter ist als das Etikett "natürlich und gesund" vermuten lässt.



Viele Leserinnen und Leser, die auf eine zuckerarme Ernährung umgestiegen sind, berichten uns von ähnlichen Erfahrungen: Der erste Griff zum Agavendicksaft fühlte sich wie ein kleiner Sieg an – bis die Recherche zeigte, dass "niedriger glykämischer Index" nicht automatisch "gesünder" bedeutet.



Agavendicksaft und Honig – ein fairer Vergleich?


Ein Vergleich zwischen Agavendicksaft und Honig hinkt eigentlich von Anfang an. Zwar lassen sich mit beiden Kaffee, Tee oder Kakao süßen, beide finden in der Küche Verwendung und beide enthalten eine Reihe interessanter Inhaltsstoffe – doch während Honig ein organisches Bienenprodukt ist, handelt es sich bei Agavendicksaft um ein industriell verarbeitetes Erzeugnis. Wer die traditionelle Alternative bevorzugt, findet in unserem Beitrag über Honig und Zimt als bewährtes Duo weitere Anregungen.



Eine Pflanze, die aussieht wie ein Kaktus – aber keiner ist


Die Agave erinnert optisch an einen Kaktus, gehört botanisch jedoch zur Familie der Spargelgewächse (früher den Liliengewächsen zugeordnet). Im 16. Jahrhundert brachten Seefahrer die Pflanze aus Mexiko nach Europa, heute ist sie vor allem im Mittelmeerraum verbreitet. Der Mythos, eine Agave blühe nur alle 100 Jahre, hält sich hartnäckig – tatsächlich dauert es "nur" rund 28 Jahre, bis sich die charakteristische Blüte zeigt. Danach stirbt die Mutterpflanze ab, aus den Resten des Stammes wachsen jedoch neue junge Pflanzen nach.



Die Agave ist genügsam: Sie kommt mit wenig Feuchtigkeit aus, verträgt aber keinen Frost. Aus ihren fleischigen, stachelbewehrten Blättern werden zwei bekannte Produkte gewonnen – an erster Stelle Tequila, an zweiter der Agavendicksaft. Die Stacheln der Blätter können bei der Ernte unangenehme Verletzungen verursachen.



Was steckt drin – und was bedeutet der niedrige glykämische Index wirklich?


Agavendicksaft besteht zu einem großen Teil aus Fruktose – je nach Produkt und Verarbeitungsgrad zwischen 70 und 90 Prozent, deutlich mehr als bei Honig oder normalem Haushaltszucker. Er enthält außerdem geringe Mengen Kalzium, Eisen, Magnesium sowie Spuren der Vitamine B, C und D.



Gerade der hohe Fruktoseanteil erklärt den viel zitierten niedrigen glykämischen Index (GI) von etwa 10 bis 27 – deutlich niedriger als bei Honig (GI ca. 55–65) oder weißem Haushaltszucker (GI ca. 60–65). Fruktose lässt den Blutzuckerspiegel kurzfristig weniger stark ansteigen als Glukose, da sie zunächst über die Leber verstoffwechselt wird. Genau das machte Agavendicksaft lange Zeit zum vermeintlichen Geheimtipp für Menschen mit Diabetes.



Ernährungsfachleute raten inzwischen aber zur Vorsicht: Ein niedriger GI sagt nichts über die langfristigen Stoffwechselwirkungen aus. Wird regelmäßig größere Mengen Fruktose aufgenommen, kann dies die Leber belasten und mit erhöhten Triglyceridwerten sowie einer verminderten Insulinempfindlichkeit in Verbindung stehen. Das Fachportal Medical News Today empfiehlt Menschen mit Diabetes deshalb, Agavendicksaft – wenn überhaupt – nur in kleinen Mengen als Ersatz für Haushaltszucker zu verwenden, während GoodRx betont, dass er trotz des niedrigen GI keinen echten gesundheitlichen Vorteil gegenüber anderen Süßungsmitteln bietet, wenn er in größeren Mengen konsumiert wird. Wer sich generell für das Thema Blutzucker und Süßungsmittel interessiert, findet ergänzend unseren Beitrag "Wer sollte keine Bananen essen?" sowie "Die bittere Wahrheit über Fruktose" aufschlussreich.



Zu den in Agavendicksaft enthaltenen Ballaststoffen gehört auch das Präbiotikum Inulin. Erste Labor- und Tierstudien deuten darauf hin, dass Inulin und verwandte Agaven-Zuckerstoffe (sogenannte Agavine) die Darmflora positiv beeinflussen und sich günstig auf Appetit und Blutzuckerregulation auswirken könnten – so etwa eine aktuelle Untersuchung zu Agaven-Fruktanen. Ob sich diese vielversprechenden Ansätze auf den Menschen übertragen lassen und welche Rolle sie tatsächlich bei chronischen Erkrankungen wie Darmkrebs oder Osteoporose spielen könnten, ist wissenschaftlich noch nicht abschließend geklärt – hier sind weitere, insbesondere klinische Studien am Menschen nötig, bevor sich daraus konkrete Empfehlungen ableiten lassen.



In der traditionellen Volksmedizin wurde eine Mischung aus Agavendicksaft und Salz gelegentlich zur Wundpflege verwendet, da der Pflanze entzündungshemmende und antibakterielle Eigenschaften nachgesagt werden. Wissenschaftlich belastbare Studien am Menschen, die diese Anwendung stützen, stehen jedoch noch aus, weshalb sie kein Ersatz für eine ärztliche Wundversorgung ist.



Heller oder dunkler Agavendicksaft?


Im Handel finden sich zwei Varianten: Der helle Sirup wird mehrfach gefiltert und schonender erhitzt, wodurch er einen milden, neutralen Geschmack erhält – ideal für die Küche, wo er den Eigengeschmack von Speisen kaum verändert. Der dunklere Sirup ist weniger stark gefiltert, hat ein intensiveres Aroma und enthält tendenziell etwas mehr Mineral- und Aromastoffe. Wer den charakteristischen Agavengeschmack mag, kann ruhig zur dunkleren Variante greifen.



Da Agavendicksaft süßer schmeckt als Honig, genügen meist kleinere Mengen zum Süßen – ein Punkt, der ihn kalorientechnisch etwas relativiert, ihn aber nicht automatisch zur gesündesten Wahl macht. Wer verschiedene Süßungsmittel im Überblick vergleichen möchte, findet weitere Einordnungen in unserem Artikel über Ahornsirup als Alternative zu Zucker.



Rezept: Schokoladenkuchen mit Himbeeren und Agavendicksaft


Zum Abschluss ein einfaches Rezept, bei dem Agavendicksaft seine Süßkraft ausspielen kann. Zutaten:



  • 6 Esslöffel Agavendicksaft

  • 3 Eier

  • 1 Vanilleschote (bzw. Vanillearoma)

  • 200 g frische Himbeeren

  • 240 g geschmolzene dunkle Schokolade (mind. 70 % Kakaoanteil)

  • 170 g Butter

  • Früchte zur Dekoration



Zubereitung:


Schokolade und Butter getrennt schmelzen und leicht abkühlen lassen. In der Zwischenzeit die Eier mit dem Vanillearoma und dem Agavendicksaft schaumig schlagen, bis eine luftige Masse entsteht. Anschließend die leicht abgekühlte Butter langsam unterrühren, zum Schluss die geschmolzene Schokolade. Die Himbeeren vorsichtig unterheben.


Die Masse in eine mit Backpapier ausgelegte Backform füllen und bei 180 {-15696}C etwa 30 Minuten backen.


Guten Appetit!


 
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Februar 2015
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