Alkohol kann auch ein Feind sein
Laut Weltgesundheitsorganisation trank der durchschnittliche Europäer über 15 Jahre im Jahr 2023 etwa 11,1 Liter reinen Alkohol pro Jahr. Umgerechnet auf den Alltag bedeutet das etwa 2 Deziliter Wein pro Tag. Und das für jeden – auch für diejenigen, die überhaupt nicht trinken!
Wenn Alkohol in den Körper gelangt, muss ihn zuerst die Leber verarbeiten, die wie eine innere Reinigungsanlage funktioniert. Während der Alkohol abgebaut wird, entstehen freie Radikale – winzige chemische Teilchen, die im Körper oxidativen Stress auslösen. Oxidativer Stress bedeutet einen Zustand, in dem zu viele aggressive Moleküle im Körper Zellen zerstören. Ähnlich wie Rost, der Eisen zerstört.
Die Folge? Leberschäden, die im Laufe der Zeit zu Entzündungen, Fettleber, Zirrhose und sogar Krebs führen können. Die Leber merkt sich zwar viel, verzeiht aber wenig.
Tomatenpulver: alte Lösung in neuer Form
In einer Studie, die Biochemiker (Quelle: Journal of Functional Foods, 2021) durchgeführt haben, wurden Ratten einer täglichen Dosis Alkohol ausgesetzt – das entsprach 100 Gramm Ethanol pro Tag, also etwa 7 bis 8 Gläser Wein, was für Menschen eine deutliche Trunkenheit bedeuten würde.
Die Ratten wurden in drei Gruppen aufgeteilt. Eine bekam Tomatenpulver, die zweite einen fettlöslichen Tomatenextrakt, und die dritte reines Lycopin – das rote Farbpigment der Tomate, das als Antioxidans wirkt (also den Schaden durch freie Radikale verringert).
Das Ergebnis war verblüffend: In der Gruppe mit Tomatenpulver hatten 90 % der Ratten weniger Leberschäden als in den anderen Gruppen. In der Praxis bedeutet das: Die ganze Pflanze (als Pulver) wirkt besser als einzelne Bestandteile.
Gehirn: Das stille Opfer jedes Glases
Vielleicht dachten Sie, Alkohol schadet vor allem der Leber, doch die Folgen zeigen sich auch recht schnell im Gehirn. Eine neuere Studie (veröffentlicht in Nutrition & Neuroscience, 2022) ergab, dass schon 30 Gramm Alkohol – entsprechend zwei Standardgetränken (also etwa zwei Dezilitern Wein) – innerhalb von nur 15 Minuten zu DNA-Schäden in Gehirnzellen führen können.
Ja, Sie haben richtig gelesen: Schon nach einem Glas Wein beginnt die Zerstörung im Gehirn. Doch hier wendet sich die Geschichte … Wenn Forscher die Gehirnzellen drei Stunden vor dem Alkoholkonsum mit Lycopin „vorbehandelten“, verringerten sich diese Schäden. Das heißt: Lycopin wirkt wie ein Schild, der das Gehirn zumindest teilweise vor den zerstörerischen Effekten von Alkohol schützen kann.

Wie nimmt man Tomaten am besten zu sich?
In der Volksmedizin hat man die ganze Frucht schon immer geschätzt: roh, gekocht und getrocknet. Selbstgemachte Tomatensaucen, in Öl getrocknete Tomaten, Tomatensaft – das ist nicht nur lecker, sondern auch gesund. Die Forschung zeigt aber: Tomatenpulver (also getrocknete und gemahlene Tomaten ohne Zucker oder Salz) ist eine der effektivsten Möglichkeiten, um das Beste aus der Tomate herauszuholen.
In 100 Gramm getrockneter Tomate finden sich ganze 46 mg Lycopin; frische Tomaten enthalten im Schnitt nur 3 mg pro 100 g. Wer also selbstgemachte Tomatensauce aus größeren Mengen Tomaten zubereitet, profitiert wesentlicher stärker als wenn man eine frische Tomate im Salat isst.
Was sagt die Wissenschaft?
Laut dem Amerikanischen Institut für Krebsforschung (AICR) ist der Verzehr von lycopinreicher Nahrung mit einem geringeren Risiko für Leber- und Prostatakrebs verbunden. Außerdem werden dadurch systemische Entzündungen reduziert, die häufig mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen einhergehen.
In einer der umfassendsten Studien, mit mehr als 40.000 Männern, fanden Forscher der Harvard-Universität heraus, dass diejenigen, die regelmäßig Tomatenprodukte aßen, ein um 35 % geringeres Risiko für Prostatakrebs hatten. Auch wenn dieser Wert nicht direkt mit Leber oder Gehirn zusammenhängt, zeigt es, dass Tomaten einen ganzheitlichen Nutzen für den Körper haben.
Volksweisheit: Wenn Sie einen über den Durst getrunken haben …
Früher wusste man schon instinktiv, dass Tomaten etwas Besonderes sind. Großmütter kochten gerne hausgemachte Tomatensauce mit Knoblauch, Olivenöl und Basilikum, die nach Feiertagen mit zu viel Essen und Trinken den Körper reinigte und den Magen beruhigte. Sie erzählten auch, dass Tomaten das Herz stärken und den Kopf klären. Wenn man heute die Ergebnisse der modernen Forschung betrachtet, sieht es so aus, als wäre das mehr als nur Aberglaube.
Wie kann man dieses Wissen im Alltag nutzen?
Wenn Sie wissen, dass ein Abend mit etwas mehr Wein oder Bier bevorsteht, gönnen Sie sich einige Stunden vorher Tomatensuppe, hausgemachten Tomatensaft oder einen Löffel getrocknetes Tomatenpulver im Smoothie. Es wird zwar nicht alle Folgen verhindern, aber Ihrer Leber und Ihrem Gehirn helfen, den Stress besser zu bewältigen.
Auch wenn Sie gar keinen Alkohol trinken, bleibt die Tomate ein äußerst wertvolles Lebensmittel. Nehmen Sie sie täglich in Ihre Ernährung auf – nicht wegen der Optik, sondern für Ihre langfristige Gesundheit.
Fazit
Leber und Gehirn sind zwei der am meisten beanspruchten Organe unserer Zeit. Die Leber, weil sie alles reinigen muss, was wir aufnehmen. Das Gehirn, weil es alles verarbeiten muss, was wir jeden Tag denken, fühlen und lösen. Gibt es eine einfache und köstliche Möglichkeit, beide zu schützen – warum sollte man sie nicht nutzen?
Die Tomate ist ein wahrer Volksschatz – früher übersehen, heute wissenschaftlich bestätigter Verbündeter unserer Gesundheit. Nicht vergessen: Vorbeugung ist immer besser als Heilung. Und manchmal beginnt sie schon mit einem Löffel Tomatensauce.























