Wie wurde die Studie überhaupt durchgeführt?
Jede der Frauen trug an sieben aufeinanderfolgenden Tagen in zwei unterschiedlichen Phasen – zu Beginn der Studie und ein Jahr später – mithilfe einer mobilen App ein, was, wann und wie viel sie gegessen hatte. Das war keine gewöhnliche Umfrage, sondern ein detailliertes Ernährungstagebuch. Anschließend nutzten die Forscher ein Bewertungssystem für die Herzgesundheit, das von der American Heart Association entwickelt wurde und „Life's Simple 7“ heißt.
Es umfasst sieben zentrale Faktoren, die entscheidend für die Gesundheit Ihres Herzens sind:
- Rauchen,
- Körperliche Aktivität,
- Ernährung,
- Körpergewicht,
- Blutdruck,
- Blutzuckerspiegel,
- Cholesterin.
Die Regel ist einfach: Je mehr Punkte, desto gesünder ist das Herz.
Was haben die Forscher herausgefunden?
Spätes Abendessen: schlechterer Stoffwechsel und größeres Risiko für Herzprobleme
Ganze 85 % der Frauen aßen den Großteil ihrer täglichen Kalorien nach 18 Uhr. Aber hier liegt die Falle: Diejenigen, die nach dieser Uhrzeit einen größeren Anteil der Nahrung zu sich nahmen, erzielten bei fast allen Indikatoren der Herzgesundheit schlechtere Ergebnisse.
Für jedes zusätzliche 1 % Kalorien, das nach 18 Uhr konsumiert wurde, verschlechterte sich die Herzgesundheit leicht. Anders ausgedrückt: Wenn jemand normalerweise 2000 Kalorien am Tag isst, entspricht 1 % davon 20 Kalorien – das ist gerade mal ein Keks oder ein Stück Brot mit Käse! Schon so eine kleine Änderung, wenn sie regelmäßig auftritt, hat Auswirkungen auf den Körper.
Frauen, die spät zu Abend aßen, hatten:
- höheren Blutdruck,
- höheren Body-Mass-Index (das heißt mehr Gewicht in Relation zur Körpergröße),
- schlechtere Blutzuckerkontrolle – was das Risiko für Diabetes erhöht.
Deshalb: Wenn wir um neun Uhr abends Pizza oder ein Dessert essen, verarbeitet der Körper diese Nahrung langsamer und speichert überschüssige Energie lieber – in Form von Fett. Und hier beginnen die Probleme.
Warum ist das besonders wichtig für Frauen?
Der weibliche Körper unterscheidet sich ein wenig vom männlichen, vor allem wegen Hormonen wie Östrogen und Progesteron, die den Stoffwechsel, den Blutdruck und die Blutzuckerregulation beeinflussen. Laut einigen Studien wirken sich die Folgen des späten Essens bei Frauen schneller und ausgeprägter aus als bei Männern.
Eine Untersuchung, veröffentlicht im Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, zeigte, dass Frauen, die spät zu Abend aßen, eine größere Insulinresistenz und eine schlechtere Glukosekontrolle hatten als Frauen, die früher am Abend aßen – selbst schon bei einem Unterschied von nur zwei Stunden!
Was sagen alte Volkstraditionen?
Wenn wir einen Blick zurückwerfen, merken wir schnell, dass die Menschen früher sehr viel geregeltere Essgewohnheiten hatten. In vielen Haushalten wurde dreimal am Tag gegessen: Frühstück etwa um 6 Uhr morgens, Mittagessen zwischen 11 und 13 Uhr und Abendessen gegen 17 Uhr. Am Abend gab es meist nur Suppen oder Milchgerichte, weil man glaubte, dass der Körper nachts Ruhe braucht und keine zusätzliche Last im Magen.
Auch im Ayurveda, der alten indischen Medizin, die viele als die Mutter aller Naturheilverfahren ansehen, gilt: Die wichtigste Mahlzeit sollte um die Mittagszeit eingenommen werden – dann ist die Verdauungskraft am stärksten. Abends empfiehlt man leichte Kost, die den Körper nicht belastet.
Und siehe da – genau das bestätigt heute auch die Wissenschaft!
Wie viele Menschen essen tatsächlich zu spät zu Abend?
Laut dem amerikanischen National Institutes of Health aus dem Jahr 2023 nehmen 60 % der Erwachsenen mehr als 30 % ihrer täglichen Kalorien nach 19 Uhr zu sich. Für Europa gibt es zwar keine genauen Zahlen, aber mehrere Studien gehen davon aus, dass 70 % der Menschen abends nach 19 Uhr essen, davon 25 % sogar nach 21 Uhr.
Viele tun das, weil sie tagsüber einfach keine Zeit für eine normale Mahlzeit haben (Arbeit, Fahrt, Kinder, Verpflichtungen …). Und so wird das Abendessen zur Hauptmahlzeit des Tages. Aber der Körper ist darüber nicht erfreut.
Was können Sie tun?
Es ist nicht nötig, nie wieder nach 18 Uhr zu Abend zu essen. Aber wenn Sie ein gesünderes Herz, besseren Schlaf und ein geringeres Krankheitsrisiko wünschen, raten wir Ihnen Folgendes:
- Versuchen Sie, die Hauptmahlzeit vor 18 Uhr einzunehmen.
- Wählen Sie abends leichte Mahlzeiten – Gemüsesuppen, gekochtes Gemüse, etwas Joghurt oder Quark.
- Vermeiden Sie Süßes, fettes Essen und Alkohol nach 20 Uhr.
Warum ist auch der Schlaf wichtig?
Übrigens: Schlechter Schlaf hängt direkt mit einer schlechten Herzgesundheit zusammen. Wenn Sie spät essen, schläft Ihr Körper schlechter ein und erholt sich schlechter. Laut American Heart Association haben Menschen, die weniger als 6 Stunden pro Nacht schlafen und spät zu Abend essen, ein um 40 % höheres Risiko für Herzkrankheiten.
Schlussgedanke
Es mag so aussehen, als ob ein spätes Abendessen nicht viel ausmacht. Aber wenn es zur Gewohnheit wird, kann es eine Kettenreaktion auslösen, die langfristig Ihr Herz, Ihr Gewicht und Ihr Wohlbefinden beeinflusst.
Wenn möglich, essen Sie früher. Ihr Herz wird es Ihnen danken und Ihr Schlaf wird ruhiger sein. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Teller zur richtigen Zeit voller Gesundheit ist!























