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Fettleibigkeit beginnt im KopfFettleibigkeit beginnt im KopfFettleibigkeit beginnt im Kopf


Datum: 26. JUN 26 - GUT ZU WISSEN
Fettleibigkeit beginnt im Kopf
Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum manche Menschen ständig an Essen denken, während andere fast vergessen zu essen?

Warum können einige ein Stück Kuchen essen und aufhören, während andere nicht aufhören können, bis der Teller leer ist? Lassen Sie sich trösten – Sie sind nicht allein und es ist nicht alles Ihre Schuld. Immer mehr Untersuchungen zeigen, dass Fettleibigkeit nicht nur auf dem Teller beginnt, sondern in unserem Gehirn. Ja, Sie haben richtig gelesen – im Gehirn!

Wenn Insulin den Kompass verliert

Beginnen wir mit dem Hormon, das Insulin genannt wird. Den Namen kennen vor allem Menschen mit Diabetes, aber eigentlich ist es für uns alle wichtig. Insulin hilft dem Körper, den aufgenommenen Zucker in die Zellen einzulagern. So bekommen wir Energie. Wenn der Körper jedoch auf Insulin nicht mehr richtig reagiert – das nennt sich Insulinresistenz – bleibt der Zucker im Blut und wir fangen an, zuzunehmen, fühlen uns müde und langsam beginnt der Teufelskreis der Probleme.

Experten der Klinik im deutschen Tübingen haben festgestellt, dass bereits einige Tage Verwöhnung mit verarbeiteten Lebensmitteln die Funktion des Gehirns stark beeinflussen. Damit es noch klarer ist – verarbeitete Lebensmittel sind alles, was aus Schachteln, Tüten, Plastik kommt: Chips, Würste, Fertiggerichte, Kekse, Getränke mit künstlichen Süßstoffen … Also alles, was mehr als fünf Zutaten hat, von denen die meisten eigentlich kein richtiges Essen sind.

Die Forscher teilten 29 gesunde Männer in zwei Gruppen. Eine aß normal, die andere nahm fünf Tage lang zusätzlich zu den üblichen Mahlzeiten noch 1500 zusätzliche Kalorien an verarbeiteten Lebensmitteln zu sich. Das entspricht etwa einem großen Big Mac-Menü mit süßem Getränk – jeden Tag. Fünf Tage hintereinander.

Das Ergebnis? Schon nach diesen wenigen Tagen begannen die Gehirne dieser Menschen, die Empfindlichkeit gegenüber Insulin zu verlieren. Und das ist kein Witz. Unter normalen Bedingungen hilft Insulin im Gehirn, den Hunger zu unterdrücken. Das bedeutet, dass das Gehirn merkt, dass wir satt sind, und wir hören auf zu essen. Wenn das Gehirn dieses Signal nicht mehr richtig wahrnimmt, passiert das nicht mehr. Und wir essen weiter, auch wenn wir schon satt sind.

Warum ist das auch für Sie wichtig?

Man hört manchmal: Iss einfach weniger und bewege dich mehr! Aber so einfach ist es nicht immer. Wenn Ihr Gehirn nicht mehr merkt, dass Sie satt sind, dann sind Sie in einen körperlichen Kampf verstrickt, den Sie nur schwer gewinnen können. Das Beängstigendste an dieser Studie ist, dass die Veränderungen im Gehirn noch eine Woche anhielten, nachdem die Teilnehmer wieder zu gesunder Ernährung zurückgekehrt waren.

Das bedeutet, dass jeder Ausflug ins kulinarische „Wilde“ Spuren hinterlässt. Nicht nur auf der Waage, sondern im Gehirn. Was noch schlimmer ist – ein ähnlicher Vorgang war bisher nur bei Menschen bekannt, die schon lange übergewichtig sind. Jetzt wissen wir, dass sich die Gehirnmechanismen schon nach wenigen Tagen schlechter Ernährung verschlechtern können.

Statistik, die die Augen öffnet

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation gibt es weltweit bereits mehr als 1 Milliarde Menschen mit Übergewicht, davon 650 Millionen Fettleibige. Das ist kein persönliches Problem mehr, sondern eine globale Krise. In Europa sollen laut OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) 60 % der Erwachsenen übergewichtig sein, in einigen Ländern wie Ungarn, Türkei und dem Vereinigten Königreich liegen die Zahlen sogar über 70 %.

In Slowenien sind laut NIJZ (Nationales Institut für öffentliche Gesundheit) fast 58 % der Erwachsenen übergewichtig, davon sind 20 % der Männer und 17 % der Frauen bereits fettleibig (BMI über 30).

BMI bedeutet übrigens Body-Mass-Index. Sie berechnen ihn, indem Sie Ihr Gewicht in Kilogramm durch die Körpergröße in Metern zum Quadrat teilen. Zum Beispiel: Wenn Sie 80 kg wiegen und 1,75 m groß sind, ist Ihr BMI 80 / (1,752) = 26,1. Das bedeutet – schon ganz nah an der Grenze zur Fettleibigkeit.

Volksmedizin hat das schon lange gewusst

Alte Leute sagten: Fettleibigkeit kommt durch den Mund, bleibt aber im Kopf. Heute bestätigt das auch die Wissenschaft. In der Volksmedizin kennt man seit Jahrhunderten Pflanzen und Gewohnheiten, die dem Körper halfen, sich zu reinigen und Gleichgewicht zu finden.

Zum Beispiel die Brennnessel, die die Funktion von Leber und Nieren – der wichtigsten „Reiniger“ des Körpers – anregt. Oder die Wurzel des Löwenzahns, die die Verdauung anregt und das Blut reinigt. All diese Pflanzen sind nicht nur Folklore – moderne Studien bestätigen ihre Wirkung. Löwenzahnextrakt beispielsweise kann laut einer Studie von 2018 (veröffentlicht im Magazin Nutrition Research) die Körperfettmenge bei Menschen mit metabolischem Syndrom reduzieren.

Auch Bitterstoffe aus Wermut, Tausendgüldenkraut und Schafgarbe galten in der Volksmedizin als „Wecker“ der Verdauung. Wenn die Verdauung gut funktioniert, reguliert sich auch das Körpergewicht leichter. Aber das ist keine Lösung, wenn man nicht versteht, dass das Gehirn die Hauptrolle spielt.

Was bedeutet das für Sie?

Es geht nicht mehr nur darum, was Sie essen. Es geht darum, was Ihr Gehirn als Hunger wahrnimmt und wie es auf Zucker, Fette, verarbeitete Lebensmittel reagiert. Insulin, das eigentlich für das Gleichgewicht sorgen sollte, wird unter den falschen Bedingungen zum „blinden Führer“. Wenn das Gehirn ihm nicht mehr folgt, verlieren wir den Kompass – und das nicht nur bei der Ernährung, sondern auch beim Wohlbefinden, Gedächtnis, Motivation.

Das führt uns zu einem weiteren wichtigen Punkt: Eine schlechte Insulinsensibilität im Gehirn ist auch mit einem höheren Risiko für Demenz, Alzheimer und Depressionen verbunden. In den USA haben Forscher der Johns Hopkins University festgestellt, dass Menschen mit Insulinresistenz ein um 40 % höheres Risiko haben, im späteren Leben an Demenz zu erkranken. Insulin beeinflusst also nicht nur die Bauchspeicheldrüse und den Blutzuckerspiegel, sondern auch das Gedächtnis, die Stimmung und die Entscheidungsfähigkeit.

Was können Sie schon heute tun

Das Heilmittel steckt nicht in Tabletten, sondern im Alltag. Achten Sie darauf, dass Ihre Mahlzeiten einfach, frisch, voller Ballaststoffe, Gemüse, guter Fette und natürlicher Aromen sind. Vermeiden Sie „vorgefertigte“ Gerichte, denn sie machen nicht satt – sie verwirren nur das Gehirn. Jede Mahlzeit sollte ein Ereignis und kein Gehetze sein. Und wenn möglich, nehmen Sie ab und zu heimische Tees aus Brennnessel, Löwenzahn oder Schafgarbe in Ihren Speiseplan auf, die das Gleichgewicht des Körpers fördern.

Bewegung ist entscheidend, aber nicht wegen der Kalorien, sondern weil sie die Gehirnfunktion verbessert. Ein täglicher 30-minütiger Spaziergang kann laut Studien der Amerikanischen Diabetesgesellschaft die Insulinsensibilität des Gehirns um mehr als 20 % erhöhen.

Und nicht zuletzt – schlafen Sie gut. Schlechter Schlaf verwirrt die Hunger- und Sättigungshormone. Schon nach einer Nacht mit zu wenig Schlaf steigt der Spiegel des Hungerhormons Ghrelin, während der des Sättigungshormons Leptin fällt. Das ist eine biochemische Katastrophe. Kein Wunder, dass wir morgens den Kühlschrank stürmen.

Schließen wir mit dem Gedanken: Fettleibigkeit beginnt nicht auf der Waage, sondern im Kopf. Und dort muss auch die Lösung beginnen.
 
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Februar 2015
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