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Maismehl gegen Lippenherpes: ein alter Großmuttertrick, den Sie vielleicht noch nicht ausprobiert habenMaismehl gegen Lippenherpes: ein alter Großmuttertrick, den Sie vielleicht noch nicht ausprobiert habenMaismehl gegen Lippenherpes: ein alter Großmuttertrick, den Sie vielleicht noch nicht ausprobiert habenMaismehl gegen Lippenherpes: ein alter Großmuttertrick, den Sie vielleicht noch nicht ausprobiert habenMaismehl gegen Lippenherpes: ein alter Großmuttertrick, den Sie vielleicht noch nicht ausprobiert haben


Datum: 3. OKT 26 - GUT ZU WISSEN
Maismehl gegen Lippenherpes: ein alter Großmuttertrick, den Sie vielleicht noch nicht ausprobiert haben
Ein Löffel Maismehl, mit etwas Wasser zu einer dicken Paste verrührt, gilt in vielen Familien als bewährtes Hausmittel bei Lippenbläschen. Wir zeigen, was hinter dem Trick steckt, was man realistisch erwarten darf ...

Er kommt nie gelegen: am Morgen vor dem Vorstellungsgespräch, kurz vor der Hochzeit der besten Freundin oder am ersten Urlaubstag. Zuerst ein leichtes Kribbeln, dann ein Spannungsgefühl, und wenige Stunden später sitzen sie da, die kleinen, schmerzhaften Bläschen an der Lippe. Wer jetzt denkt, er sei damit allein, irrt gewaltig: Nach Angaben der R+V Versicherung tragen etwa 90 Prozent der Erwachsenen in Deutschland Herpes-simplex-Viren in sich.



So oder ähnlich beschreiben es viele Betroffene: Seit Jahren meldet sich der Herpes zuverlässig in stressigen Wochen, die Cremes aus der Apotheke liegen griffbereit in der Handtasche. Und dann erinnert man sich plötzlich an die Großmutter, die in solchen Fällen wortlos in die Speisekammer ging, einen Löffel Maismehl mit etwas Wasser anrührte und die Paste auf die Lippe tupfte. Ob das „geholfen“ hat, lässt sich im Rückblick kaum sagen. Viele empfinden die kühle, trocknende Paste jedoch als angenehm beruhigend. Grund genug, sich diesen alten Hausmitteltrick einmal genauer anzusehen.



Es gibt mehrere Möglichkeiten, mit Lippenherpes umzugehen. Auf Rundgesund.com haben wir uns schon öfter mit natürlichen Helfern für die Abwehrkräfte beschäftigt, zum Beispiel im Beitrag Rundum gesund: Warum müssten wir jeden Tag Zitronensaft mit Kurkuma trinken?. Diesmal stellen wir eine weitere Methode vor, die vor allem wegen ihrer angenehmen „Nebenwirkungen“ interessant ist. In diesem Fall sind das nämlich durchaus willkommene Dinge.



Es geht um Maismehl. Alternativ eignet sich auch fein gemahlener Maisgrieß oder Maisstärke.



Was ist Lippenherpes eigentlich?



Herpes labialis ist die lateinische Bezeichnung für Lippenherpes, im Volksmund auch Fieberbläschen genannt. Ausgelöst wird er meist durch das Herpes-simplex-Virus Typ 1 (HSV-1). Wer sich einmal angesteckt hat, trägt das Virus ein Leben lang in sich. In Phasen mit Stress, Schlafmangel, starker Sonneneinstrahlung oder einer geschwächten Abwehr kann es erneut aktiv werden. Ausführliche und verlässliche Informationen bietet das Gesundheitsportal des Bundesministeriums für Gesundheit, gesund.bund.de.



Lippenherpes ist nicht nur ein ästhetisches Ärgernis. Er ist auch ansteckend und vor allem unangenehm schmerzhaft. Die gute Nachricht: Bei gesunden Erwachsenen heilen die Bläschen in der Regel von selbst und ohne Narben ab. Laut ADAC Gesundheitsratgeber klingen die Beschwerden meist nach ein bis zwei Wochen ab. Medikamente können die Heilung nur geringfügig beschleunigen, vorausgesetzt, man setzt sie gleich bei den ersten Anzeichen ein.



Warum gerade Maismehl?



Dem Maismehl werden in der Volksmedizin gleich mehrere angenehme Eigenschaften zugeschrieben. Die bekannteste Erklärung lautet, dass es den pH-Wert auf der Haut ausgleichen soll. Das amerikanische Magazin Reader’s Digest beschreibt eine Paste aus Maisstärke und Wasser als Hausmittel bei Lippenherpes. Die Begründung dort: Das Virus fühle sich in einem sauren Milieu besonders wohl, und die Paste könne dieses Milieu abschwächen und so Schmerzen und Rötungen etwas lindern.



Wichtig zur Einordnung: Wissenschaftliche Studien, die eine Wirkung von Maismehl gegen das Herpesvirus belegen, gibt es bisher nicht. Plausibel ist aber ein anderer Effekt. Die Paste wirkt kühlend und trocknet die Bläschen sanft aus, ähnlich wie es auch bei Zinksalbe der Fall ist. Das Austrocknen gilt nach Einschätzung der R+V Gesundheitsratgeber als günstiger, als die Bläschen feucht zu halten. Viele Anwenderinnen und Anwender empfinden die Paste deshalb als wohltuend, gerade wenn es spannt und brennt.



So wenden Sie Maismehl an



Sie benötigen 1 Esslöffel Maismehl. Verrühren Sie es mit wenig Wasser zu einer dicken Paste und tragen Sie diese mehrmals täglich auf die betroffene Stelle auf.



Damit aus dem Großmuttertrick kein Hygieneproblem wird, beachten Sie bitte einige einfache Regeln:




  • Rühren Sie die Paste jedes Mal frisch an und verwenden Sie einen sauberen Löffel.

  • Tragen Sie die Paste mit einem Wattestäbchen auf, nicht mit den Fingern, und verwenden Sie jedes Wattestäbchen nur einmal.

  • Lassen Sie die Paste etwa 15 bis 20 Minuten einwirken und tupfen Sie sie dann vorsichtig mit lauwarmem Wasser ab.

  • Waschen Sie sich danach gründlich die Hände.

  • Kratzen Sie die Bläschen nicht auf und teilen Sie in dieser Zeit weder Handtücher noch Gläser oder Besteck.

  • Bei gereizter Haut oder einer bekannten Maisunverträglichkeit sollten Sie auf die Anwendung verzichten.



Mais auf dem Teller: was er für Ihre Ernährung leistet



In manchen Familien heißt es, Mais „kühle“ den Körper und solle deshalb auch vorbeugend gegessen werden. Für eine solche temperatursenkende Wirkung gibt es keine Belege. Ein Platz auf dem Speiseplan lohnt sich trotzdem: Mais liefert Ballaststoffe, B-Vitamine sowie die Pflanzenstoffe Lutein und Zeaxanthin und bringt Abwechslung in eine ausgewogene Ernährung.



Aus ernährungswissenschaftlicher Sicht ist bei Herpes noch ein anderes Thema interessant: das Verhältnis der Aminosäuren Lysin und Arginin. Das Virus benötigt für seine Vermehrung Arginin, Lysin könnte diesen Vorgang ausbremsen, wie der Ratgeber VitaminDoctor erklärt. Wer zu Herpes neigt, kann deshalb versuchen, in akuten Phasen etwas mehr lysinreiche Lebensmittel wie Milchprodukte, Fisch und Hülsenfrüchte zu essen und argininreiche Lebensmittel wie Nüsse oder Schokolade vorübergehend etwas zu reduzieren. Die Studienlage dazu ist allerdings noch nicht eindeutig.



Grundsätzlich gilt: Eine vitaminreiche, abwechslungsreiche Ernährung, ausreichend Schlaf, Bewegung an der frischen Luft und möglichst wenig Stress unterstützen die körpereigene Abwehr. Darauf weist auch die Mobil Krankenkasse hin. Ebenfalls wichtig und oft vergessen: Lippenpflege mit Lichtschutzfaktor, denn starke Sonne gehört zu den häufigsten Auslösern.



Weitere bewährte Hausmittel im Überblick



Maismehl ist nur eines von vielen Hausmitteln. Einige andere sind sogar besser untersucht:




  • Zitronenmelisse: Sie gehört zu den wenigen pflanzlichen Mitteln, die wissenschaftlich näher untersucht wurden. Forschende der Universität Heidelberg konnten zeigen, dass Melissenöl Herpesviren im Labor hemmen kann (Studien bei PubMed).

  • Honig: In einer kleinen Studie zeigte Honig bei wiederkehrendem Lippenherpes ähnliche Ergebnisse wie eine Aciclovir-Creme (Studie bei PubMed).

  • Teebaumöl: Eine australische Studie aus dem Jahr 2001 untersuchte ein Gel mit sechs Prozent Teebaumöl bei wiederkehrendem Lippenherpes und fand Hinweise auf eine kürzere Heilungsdauer (Studie bei PubMed). Wichtig: Teebaumöl nie unverdünnt verwenden.

  • Zinksalbe und Kühlung: Beides kann die Bläschen austrocknen und das Spannungsgefühl lindern, wie auch die Patienteninformation des MGB Medizin beschreibt.



Wann sollten Sie ärztlichen Rat einholen?



Hausmittel können das Wohlbefinden unterstützen, ersetzen aber keine medizinische Behandlung. Wer schon beim ersten Kribbeln zu einer antiviralen Creme greift, kann einen Ausbruch manchmal abschwächen. Darauf weisen unter anderem apotheken.de und mycare.de hin. Lassen Sie sich in Ihrer Apotheke beraten.



Suchen Sie bitte ärztliche Hilfe, wenn:




  • die Bläschen in der Nähe der Augen auftreten,

  • Säuglinge, Kleinkinder, Schwangere oder Menschen mit geschwächtem Immunsystem betroffen sind,

  • sich die Bläschen großflächig ausbreiten oder nach zwei Wochen nicht abgeheilt sind,

  • Fieber oder geschwollene Lymphknoten hinzukommen,

  • der Herpes sehr häufig wiederkehrt.



Halten Sie während eines Ausbruchs außerdem Abstand zu Neugeborenen und kleinen Kindern und verzichten Sie auf Küsse, denn für sie kann das Virus deutlich gefährlicher sein.



Fazit



Die Maismehl-Paste ist ein günstiger, einfacher Großmuttertrick, den man fast immer zu Hause hat. Wunder sollte man von ihr nicht erwarten, und ihre Wirkung gegen das Virus selbst ist nicht wissenschaftlich belegt. Als kühlende, sanft austrocknende Ergänzung empfinden sie jedoch viele Menschen als angenehm. Wer dazu auf gute Hygiene, eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf und Sonnenschutz für die Lippen achtet, tut seinem Körper in jedem Fall etwas Gutes.


 
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Februar 2015
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