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Wenn die Speisekarte zur roten Flagge wird: 7 Anzeichen eines schlechten Restaurants, die die meisten übersehenWenn die Speisekarte zur roten Flagge wird: 7 Anzeichen eines schlechten Restaurants, die die meisten übersehenWenn die Speisekarte zur roten Flagge wird: 7 Anzeichen eines schlechten Restaurants, die die meisten übersehenWenn die Speisekarte zur roten Flagge wird: 7 Anzeichen eines schlechten Restaurants, die die meisten übersehenWenn die Speisekarte zur roten Flagge wird: 7 Anzeichen eines schlechten Restaurants, die die meisten übersehen


Datum: 1. OKT 26 - GUT ZU WISSEN
Wenn die Speisekarte zur roten Flagge wird: 7 Anzeichen eines schlechten Restaurants, die die meisten übersehen
Von der überladenen Speisekarte bis zu überklebten Preisen: Fachleute und erfahrene Gäste achten auf dieselben kleinen Warnsignale, wenn sie einschätzen möchten, ob ein Lokal sein Geld wert ist ...

Sie sitzen hungrig am Tisch, blättern durch eine Speisekarte so dick wie ein Telefonbuch, finden neben Sushi auch Strudel, Schnitzel und Pizza – und ahnen bereits, dass dieser Abend nicht halten wird, was die Leuchtreklame draußen versprochen hat. Viele von uns kennen dieses mulmige Gefühl. Die gute Nachricht: Ein schlechtes Restaurant verrät sich meist schon, bevor der erste Teller auf dem Tisch steht. Man muss nur wissen, worauf man achten sollte.



Kaum jemand hat mehr Restaurantküchen von innen gesehen als der britische Spitzenkoch Gordon Ramsay. In seiner Fernsehreihe „Kitchen Nightmares" besuchte er über Jahre hinweg Lokale in der Krise – und stieß immer wieder auf dieselben Muster. Eines der häufigsten Probleme, mit denen er zu kämpfen hatte, war die schiere Größe der Speisekarte; stattdessen plädierte er meist für eine kleine Auswahl mit regionalen Zutaten, die zum Charakter des Hauses passt. In einer der bekanntesten Folgen entdeckte er, dass ein auf der Karte als hausgemacht angepriesenes Gericht in Wahrheit ein tiefgekühltes Fertigprodukt aus Massenherstellung war. Seine Erfahrung bestätigt, was aufmerksame Gäste längst ahnen: Die Warnsignale sind oft deutlich sichtbar – wir übersehen sie nur.



Auch viele unserer Leserinnen und Leser berichten Ähnliches: Da ist der Urlaubsabend am Meer, an dem der „fangfrische" Fisch verdächtig gleichmäßig paniert war, oder das Mittagessen im Stadtzentrum, bei dem man zwanzig Minuten auf die Speisekarte wartete und danach noch einmal vierzig auf das Essen. Aus solchen Erlebnissen haben wir die sieben häufigsten Warnzeichen zusammengetragen.



1. Am Eingang begrüßt Sie niemand.



Das bedeutet natürlich nicht, dass vor der Tür ein Maskottchen stehen muss, das Sie ins Restaurant zieht. Dennoch ist es angemessen, dass Sie am Eingang oder davor von jemandem empfangen werden, der Sie begeistern kann, der angenehme Erwartungen weckt und der sofort errät, wonach Ihnen gerade der Sinn steht. Wir Menschen brauchen Anregungen und mögen es, wenn jemand anderes die Entscheidung für uns trifft. Jeder lässt sich gerne angenehm überraschen.



Aus Sicht der Gastronomie ist der erste Eindruck mehr als Höflichkeit: Wer seine Gäste an der Tür wahrnimmt, hat in der Regel auch den Überblick über Tische, Wartezeiten und Abläufe. Eine freundliche Begrüßung ist also oft das erste sichtbare Zeichen dafür, dass ein Betrieb gut organisiert ist.



2. Meiden Sie Restaurants mit der Aufschrift „International" und solche, die gleichzeitig Sushi, Strudel und Touristenmenüs anbieten.



Hat ein Restaurant mehr als zehn Gerichte auf der Karte, ist das als Faustregel schon kein gutes Zeichen. Restaurants mit nur einem, zwei oder drei Gerichten nennen wir Schnellimbiss. Wird irgendwo zu viel angeboten, ist nur selten etwas davon wirklich frisch. Achten Sie auch auf das Tagesangebot: Die besten Restaurants haben mehr Gerichte auf der Tageskarte als auf der festen Speisekarte.



Dass weniger oft mehr ist, deutet auch die Forschung an. Eine Untersuchung der Bournemouth University ergab, dass Gäste in gehobenen Restaurants mit etwa sieben Vorspeisen, sieben Nachspeisen und zehn Hauptgerichten am zufriedensten waren. Bei Schnellrestaurants lag der ideale Wert bei rund sechs Gerichten pro Kategorie. Mehr Auswahl macht die Entscheidung schwerer und die Zufriedenheit mit der getroffenen Wahl geringer. Ein ähnliches Phänomen beschrieben die Psychologinnen Sheena Iyengar und Mark Lepper in ihrer bekannten Marmeladenstudie im Journal of Personality and Social Psychology: Bei einer großen Auswahl griffen deutlich weniger Menschen tatsächlich zu als bei einer kleinen.



Für die Küche bedeutet eine riesige Karte vor allem eines: große Lagerbestände. Wer hundert Gerichte anbietet, kann kaum alle Zutaten täglich frisch einkaufen und greift häufiger auf Vorgefertigtes und Tiefgekühltes zurück. Tiefkühlware ist dabei keineswegs automatisch schlecht – wie Sie im Beitrag Gibt es gesunde tiefgekühlte Lebensmittel? nachlesen können, kann schonend eingefrorenes Gemüse im Winter sogar eine gute Wahl sein. Ärgerlich wird es aber, wenn Aufgetautes auf der Karte als „frisch" verkauft wird.



3. Es ist nicht egal, wann ein Restaurant leer und wann es voll ist.



Zur Mittags- oder Abendessenszeit sind gute Restaurants immer voll, es ist aber nichts Besonderes, wenn sie dazwischen hin und wieder auch leer sind. So wissen Sie zumindest, dass dort nur Gäste einkehren, die gutes Essen schätzen. Jedes Restaurant hat genau die Gäste, die zu seinem Angebot passen.



Ein kleiner Tipp aus der Praxis: Schauen Sie sich an, wer dort isst. Sitzen zur Mittagszeit Handwerker, Angestellte aus den umliegenden Büros und Familien aus der Nachbarschaft an den Tischen, ist das meist ein besseres Zeichen als ein Lokal, das ausschließlich von Laufkundschaft lebt. Stammgäste kommen nicht wegen der Lage wieder, sondern wegen des Essens.



4. Es gibt noch Restaurants, die keine Kartenzahlung annehmen.



Manche Wirte sehen Gäste mit Bargeld lieber, weil sie sich davon mehr Trinkgeld erhoffen. Diese Sorge ist allerdings nur teilweise begründet: Laut einer Umfrage im Auftrag des Sparkassenverbands, über die das Fachmagazin Meininger berichtete, geben 40 Prozent der Gäste auch bei Kartenzahlung Trinkgeld. Restaurants, die Karten annehmen, haben zudem in der Regel eine geordnete Buchhaltung, arbeiten nach Vorschrift, und so ist oft auch die Einstellung ihrer Mitarbeiter. Ordnung in den Finanzen deutet häufig auf Ordnung in der Küche hin.



Dass das Thema viele Gäste beschäftigt, zeigt auch die Studie der Deutschen Bundesbank zum Zahlungsverhalten in Deutschland: Fast ein Fünftel der Befragten gab an, in einem Geschäft schon einmal nicht mit Karte oder Mobiltelefon bezahlen zu können – und gerade in der Gastronomie ist die Annahme unbarer Zahlungen noch nicht überall selbstverständlich. Fairerweise muss man sagen: Ein reines Bargeldlokal kann trotzdem hervorragend kochen. Die fehlende Kartenzahlung ist also eher ein Hinweis als ein Urteil.



5. Das Warten auf die Speisekarte ermüdet.



Wenn Sie die Karte nicht in der ersten Minute bekommen oder, noch schlimmer, niemand überhaupt bemerkt, dass Sie eingetreten sind, dann sollten Sie sich Sorgen machen. Glauben Sie, dass der Koch in einem solchen Restaurant bemerkt, wenn ihm das Schnitzel anbrennt oder der Salat nicht gründlich genug gewaschen ist? Nein.



Viele Gäste kennen das: Nach zehn Minuten Wartezeit hebt man zum dritten Mal die Hand, und die Laune sinkt mit jeder Minute. Aus ernährungsfachlicher Sicht hat das übrigens noch einen Nebeneffekt: Wer lange hungrig wartet, bestellt oft üppiger und isst schneller – und greift eher zu Frittiertem und Schwerem. Warum gerade solche Mahlzeiten danach träge machen können, erklärt der Beitrag Warum sorgt ein Hamburger dafür, dass wir früher ins Bett gehen?



6. Manche haben Aufkleber über den Preisen oder handgeschriebene Preise.



Bedeutet das, dass sie die Preise heute geändert haben? Ändern sie sie vielleicht jeden Tag? Kann sich der Besitzer nicht entscheiden, was etwas kostet? Das kann meist nur eines bedeuten: Die Preise werden festgelegt, wie es gerade gefällt, und nicht danach, was etwas tatsächlich kostet. Finger weg von solchen Lokalen!



Hintergrund: In Deutschland schreibt die Preisangabenverordnung ({-15705} 13 PAngV) vor, dass Gaststätten ihre Preise in einem Preisverzeichnis angeben müssen – und neben dem Eingang ein Preisverzeichnis mit den wesentlichen Speisen und Getränken aushängen. Überklebte Preise sind zwar nicht grundsätzlich verboten, aber ein seriöser Betrieb sorgt dafür, dass seine Gäste auf einen Blick erkennen können, was sie erwartet. Werfen Sie also schon draußen einen Blick auf den Aushang: Fehlt er ganz oder ist er voller Korrekturen, sagt das bereits einiges.



7. Es kommt vor, dass es mehr Beilagen als Hauptgericht gibt.



Gute Restaurants bedecken den Teller nicht mit Bratkartoffeln, wenn Sie gegrillten Fisch bestellen. Gute Restaurants bieten kein Risotto mit Scampi an, das nie einen Scampo gesehen hat. Und gute Restaurants servieren keine Pilzsuppe aus der Tüte mit ein paar Scheiben billiger Champignons.



Als Ernährungsfachleute sehen wir hier gleich doppelt hin. Ein Teller, auf dem sich die günstigste Beilage türmt, ist nicht nur eine Frage des Preises, sondern auch der Ausgewogenheit: Eine gute Mahlzeit lebt von hochwertigem Eiweiß, reichlich Gemüse und einer maßvollen Beilage. Welche Eiweißquellen dabei besonders empfehlenswert sind, lesen Sie im Beitrag Proteine, die nicht (besonders?) gesund sind. Suppen aus der Tüte fallen zudem oft durch einen hohen Salzgehalt auf – wie viel Salz in Fertigsuppen, Soßen und Fisch stecken kann, zeigt der Artikel In welchen Nahrungsmitteln verbirgt sich am meisten Salz? Eine frisch zubereitete Pilzsuppe mit echten Pilzen ist dagegen ein ganz anderes Erlebnis; warum Pilze einen festen Platz auf dem Speiseplan verdienen, erfahren Sie im Beitrag Warum sollte man Champignons jeden Tag essen?



Und falls Ihnen zu Hause einmal selbst ein Gericht zu salzig gerät, finden Sie Rettung im Beitrag Was tun, wenn das Essen versalzen ist?



Fazit: Vertrauen Sie Ihrem ersten Eindruck



Kein einzelnes Warnzeichen macht ein Restaurant automatisch schlecht. Treffen jedoch mehrere zusammen – niemand begrüßt Sie, die Karte ist endlos, die Preise sind überklebt und der Teller besteht vor allem aus Pommes –, dann lohnt es sich, weiterzugehen. Die besten Lokale erkennt man oft an einer kurzen, sorgfältig zusammengestellten Karte, einer wechselnden Tageskarte, freundlichem Personal und Gästen, die immer wiederkommen. Mit etwas Aufmerksamkeit wird das Auswärtsessen so wieder zu dem, was es sein sollte: ein Genuss.


 
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Februar 2015
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