Von einem Moment auf den anderen schlapp, kopfschmerzgeplagt oder wie erschlagen – kennen Sie das? Viele Menschen berichten, dass sie genau dann, wenn sich eine Kaltfront ankündigt oder der Luftdruck rasch fällt, "es förmlich spüren". Manche erzählen von pochenden Schläfen, andere von schweren Beinen oder einer diffusen Unruhe, die einfach nicht vergehen will. Ob es tatsächlich das Wetter ist, das Beschwerden auslöst, oder ob mehrere Faktoren zusammenspielen, wird unter Fachleuten nach wie vor diskutiert. Sicher ist: Der Organismus muss bei jedem Temperatur-, Druck- oder Feuchtigkeitswechsel arbeiten, um sein inneres Gleichgewicht zu halten – und je nach Lebensalter, Vorerkrankungen und Fitnesszustand fällt diese Anpassung unterschiedlich leicht.
Besonders im Herbst und im Frühjahr, wenn das Wetter besonders wechselhaft ist, klagen laut Umfragen mehr als die Hälfte der Deutschen über sogenannte Wetterfühligkeit1. Interessant ist dabei: Manche Betroffene berichten, dass es ihnen mit einer bewussteren, ausgewogeneren Ernährung spürbar besser geht – etwa mit mehr warmen, nährstoffreichen Mahlzeiten und ausreichend Flüssigkeit. Eine solche Umstellung ist einfach, kostet nichts und kann in jedem Fall nicht schaden. Werfen wir also einen Blick auf vier Lebensmittel-Gruppen, die dabei helfen können.
1. Gemüsesuppe – Wärme und Nährstoffe in einem
Im Sommer denkt kaum jemand an Suppe, im Herbst dagegen ist sie ideal. Eine gute Gemüsesuppe liefert nicht nur die Nährstoffe des verwendeten Gemüses, sondern wärmt den Körper auch von innen und versorgt ihn zügig mit Energie. Gerade wenn sich das Wetter rasch ändert, braucht der Körper genau das: schnell verfügbare Energie und Wärme, um sich anzupassen. Ein zusätzlicher Vorteil: Suppe liefert auf einfache Weise auch Flüssigkeit – und die spielt, wie wir weiter unten sehen, eine zentrale Rolle.
2. Pilze und Waldfrüchte – für die Durchblutung
Pilze und Waldfrüchte wie Preiselbeeren oder Hagebutten werden traditionell mit einer guten Durchblutung in Verbindung gebracht, die helfen kann, Blutdruckschwankungen auszugleichen – sowohl bei plötzlichem Temperaturabfall als auch bei raschem Anstieg. Der Körper muss sich im Tagesverlauf ohnehin mehrfach neu einstellen, weshalb eine gute Durchblutung generell von Vorteil ist. Wer häufig kalte Füße oder Hände hat, kann es zusätzlich mit mehr getrockneten Früchten wie Rosinen versuchen, die unter anderem Eisen und Kalium liefern.
3. Eisen – Sauerstoff für die Zellen
Eisen ist an vielen Stoffwechselprozessen beteiligt und wichtig für den Sauerstofftransport im Blut2. Ein Eisenmangel kann sich unter anderem durch schnellere Erschöpfung, Konzentrationsprobleme und Antriebslosigkeit bemerkbar machen – Symptome, die Betroffene mit Wetterfühligkeit leicht verwechseln können. Pflanzliches Eisen findet sich unter anderem in Petersilie, Zwiebeln, Erbsen und Kürbiskernen. Da der Körper pflanzliches Eisen schlechter aufnimmt als tierisches, hilft die Kombination mit Vitamin-C-reichen Lebensmitteln (z. B. Paprika oder Zitrusfrüchten) bei der Aufnahme2. Bei anhaltender Müdigkeit oder dem Verdacht auf einen Eisenmangel sollte dieser ärztlich abgeklärt werden, bevor man zu Nahrungsergänzungsmitteln greift.
4. Wasser – der wichtigste Puffer
Der mit Abstand wichtigste "Dämpfer" bei Wetterumschwüngen ist ausreichend Flüssigkeit. Ein dehydrierter Körper reagiert nachweislich empfindlicher auf äußere Reize aller Art. Wenig sinnvoll ist es allerdings, kurz vor einem erwarteten Wetterumschwung hastig ein bis zwei Liter Wasser zu trinken – der Großteil davon würde ungenutzt wieder ausgeschieden. Sinnvoller ist es, über den Tag verteilt regelmäßig kleinere Mengen zu trinken. Wie viel Flüssigkeit tatsächlich empfehlenswert ist, hängt von Alter, Aktivität und individuellem Bedarf ab; die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) bietet dazu konkrete Referenzwerte3.
Weiterführende, unabhängige Informationen zum Thema Trinkmenge und Flüssigkeitsbedarf finden Sie hier:
Was sagt die Wissenschaft zur Wetterfühligkeit?
Wissenschaftlich ist Wetterfühligkeit schwer im Labor nachzuweisen, da viele weitere Faktoren – Schlaf, Stress, Hormonhaushalt – gleichzeitig eine Rolle spielen4. Das Zentrum für Medizin-Meteorologische Forschung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) forscht seit Jahren zu diesem Zusammenhang und bietet auch einen Biowetter-Dienst an, der Betroffenen helfen kann, sich auf kommende Wetterumschwünge einzustellen4.
- Deutscher Wetterdienst: Biowetter-Vorhersage
- Apotheken Umschau: Wetterfühligkeit – Immer dieses Wetter
- Spektrum.de: Wetterfühligkeit – Gewitter in den Knochen
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle medizinische Beratung. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden sollten Sie ärztlichen Rat einholen.
1 Apotheken Umschau, "Wetterfühligkeit: Immer dieses Wetter" – https://www.apotheken-umschau.de/wetterfuehligkeit-immer-dieses-wetter-721375.html
2 Deutsche Gesellschaft für Ernährung, Referenzwerte Eisen – https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/
3 Deutsche Gesellschaft für Ernährung, Referenzwerte Wasser – https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/wasser/
4 Deutscher Wetterdienst, Zentrum für Medizin-Meteorologische Forschung – https://www.dwd.de/DE/leistungen/biowetter/biowetter.html

























