Manche Kombinationen klingen zunächst gewagt – bis man sie probiert hat. Apfel und Zucchini gehören in der klassischen Küche selten in denselben Topf, geschweige denn in denselben Strudel. Und doch entsteht genau aus dieser Begegnung eine Süßspeise, die saftiger und ausgewogener schmeckt als ein gewöhnlicher Apfelstrudel. Wer einmal probiert hat, wie die milde, fast neutrale Zucchini die natürliche Säure des Apfels abrundet, wird verstehen, warum dieses Rezept in vielen Küchen zum Geheimtipp geworden ist.
Eine Leserin erzählt
Eine unserer Leserinnen schrieb uns kürzlich, dass sie diesen Strudel zum ersten Mal aus reiner Neugier gebacken habe, weil im Garten gerade zu viele Zucchini reif wurden. Ihr Fazit: Der Strudel sei deutlich saftiger geworden als ihr gewohnter Apfelstrudel, und selbst Familienmitglieder, die Zucchini sonst meiden, hätten die Süßspeise nicht als Gemüsegebäck erkannt. Genau solche Alltagserfahrungen zeigen, wie vielseitig ein einfaches Gemüse wie die Zucchini in der Küche eingesetzt werden kann.
Rezept: Apfel-Zucchini-Strudel
Zutaten
- 6 bis 8 Äpfel (idealerweise eine säuerlich-süße Sorte)
- 1 etwas größere, junge Zucchini
- Blätterteig
- Semmelbrösel
- Zimt
- Rohrzucker
- 1 Ei
Zubereitung
- Die 6 bis 8 Äpfel schälen. Am besten eignet sich eine säuerlich-süße Apfelsorte, da sie dem Strudel später die charakteristische Frische verleiht.
- Die etwas größere, junge Zucchini schälen. Anschließend Äpfel und Zucchini wie für einen Rüblikuchen fein raspeln.
- Ein Backblech mit Butter einfetten und eine Schicht Blätterteig darauflegen.
- Die Teigschicht mit Semmelbröseln bestreuen, die geraspelte Zucchini und die Äpfel darauf verteilen, mit Zimt bestreuen und mit Rohrzucker süßen.
- Eine weitere Teigschicht darüberlegen und den Vorgang wiederholen.
- Die Anzahl der Schichten kann nach eigenem Geschmack variiert werden – mehr als zwei Schichten werden jedoch nicht empfohlen, damit der Strudel gleichmäßig durchbackt.
- Zum Schluss mit einer letzten Teigschicht abdecken und diese mit verquirltem Ei bestreichen, damit der Strudel eine knusprige Kruste erhält.
- Bei 170 {-15696}C etwa 1 Stunde backen.
- Vor dem Servieren kann der Strudel mit Puderzucker bestäubt werden. Die Äpfel geben dem Strudel eine angenehme Säure, während die Zucchini das Ganze geschmacklich abrundet und neutralisiert.
Warum diese Kombination geschmacklich funktioniert
Zucchini besteht zu einem großen Teil aus Wasser und schmeckt für sich genommen sehr mild. Genau diese Eigenschaft macht sie zur idealen Ergänzung für die intensivere Apfelfüllung: Sie mildert die Säure, ohne den Eigengeschmack der Äpfel zu überdecken, und sorgt gleichzeitig für zusätzliche Saftigkeit im Inneren des Strudels. Laut einer Übersicht von Healthline enthält Zucchini zudem Antioxidantien wie Lutein und Beta-Carotin sowie lösliche und unlösliche Ballaststoffe, die zu einer geregelten Verdauung beitragen können.
Der Apfel: mehr als nur Süße und Säure
Äpfel enthalten unter anderem das lösliche Ballaststoff Pektin, das in der Schale besonders konzentriert vorkommt. Mehrere Studien haben untersucht, ob Apfelpektin einen günstigen Einfluss auf die Cholesterinwerte haben kann. Eine niederländische Untersuchung der Universität Maastricht, zusammengefasst auf Zentrum der Gesundheit, deutet darauf hin, dass Apfelpektin bei einer Aufnahme von rund 15 Gramm pro Tag über vier Wochen einen leicht positiven Effekt zeigen könnte. Auch der Beitrag von V-Ernährung ordnet diese Ergebnisse ein und weist darauf hin, dass die Effekte moderat ausfallen und eine ausgewogene Ernährung insgesamt entscheidend bleibt. Wichtig ist: Ein Strudel mit Zucker und Blätterteig ist eine Süßspeise und sollte, wie jede Nascherei, mit Genuss und in Maßen verzehrt werden – er ersetzt keine gesunde Grundernährung.
Kleiner Sicherheitshinweis
Wer Äpfel gerne komplett verwertet: Die Kerne sollten nicht in größeren Mengen verzehrt werden, da sie geringe Mengen cyanogener Verbindungen enthalten. Mehr dazu und zu weiteren Lebensmitteln, bei denen Vorsicht angebracht ist, lesen Sie im Beitrag Gesunde Nahrungsmittel, welche unter Umständen lebensgefährlich sein können auf Rundgesund.com.
Tipps zum Nachbacken
- Wer es weniger süß mag, kann den Rohrzucker reduzieren und stattdessen mehr Zimt verwenden.
- Die geraspelte Masse aus Apfel und Zucchini vor dem Belegen leicht ausdrücken, damit der Teig nicht durchweicht.
- Der Strudel schmeckt sowohl warm als auch ausgekühlt und lässt sich gut vorbereiten.
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