Hinweis: Bananentee ist ein traditionelles Hausmittel. Er ersetzt keine ärztliche Behandlung bei anhaltenden Schlafstörungen – bei länger bestehenden Beschwerden sollte immer eine Ärztin oder ein Arzt konsultiert werden.
Viele Menschen, die abends unruhig sind oder schwer zur Ruhe kommen, schwören auf eine warme Tasse Bananentee vor dem Schlafengehen. Wissenschaftlich untersucht ist das Hausmittel zwar noch wenig, doch die Idee dahinter ist einleuchtend: Bananen – und ganz besonders ihre Schale – enthalten Nährstoffe, die mit Entspannung und Schlaf in Verbindung gebracht werden, etwa Magnesium, Kalium und die Aminosäure Tryptophan. Tatsächlich steckt in der Schale einer Banane sogar mehr Magnesium als im Fruchtfleisch selbst, wie unter anderem der Sleep Foundation zu entnehmen ist.
Das Rezept
Ganz unkompliziert: Die Banane gründlich waschen und beide Enden abschneiden. Pro Banane rechnet man etwa einen halben Liter Wasser. Die ungeschälte Banane wird im Ganzen ins Wasser gegeben und etwa 10 Minuten gekocht. Anschließend den Topf vom Herd nehmen, die Banane herausnehmen und den Tee auf natürliche Weise abkühlen lassen. Die gekochte Banane selbst kann man bedenkenlos mitessen.
Wie man sieht, ist an diesem Rezept nichts Außergewöhnliches – die eigentliche Frage ist also: Warum sollte man das überhaupt tun?
Warum Magnesium und Kalium beim Einschlafen helfen können
Bananen enthalten viel Kalium und Magnesium – zwei Mineralstoffe, die in Verbindung mit Muskelentspannung und einem ruhigeren Nervensystem stehen. Die eingekochte Banane liefert außerdem natürliche Stärke und wirkt dadurch sättigend, kann also als leichte Alternative zu einer schweren Abendmahlzeit dienen. Wichtig zu wissen: Unreife Bananen enthalten zusätzlich resistente Stärke, die vom Dünndarm nicht vollständig verdaut werden kann. Im Dickdarm wird sie fermentiert, was Blähungen begünstigen kann.
Nach einem körperlich anstrengenden Tag, bei sportlicher Belastung oder in stressigen Phasen wird Bananentee von vielen als angenehmes Abendritual geschätzt. Eine registrierte Ernährungsberaterin erklärt gegenüber Sleep.com, dass die Schale Vorstufen von Melatonin und Serotonin enthalte – jener Botenstoffe, die den Schlaf-Wach-Rhythmus mitregulieren –, betont aber zugleich, dass kontrollierte Studien am Menschen dazu bislang fehlen. Auch ein Beitrag von Senchateabar verweist auf eine mögliche Verbindung zwischen niedrigem Magnesiumspiegel und schlechterem Schlaf, hält aber ausdrücklich fest, dass die Forschungslage insgesamt noch uneindeutig ist. Wer zu Nierenproblemen neigt oder kaliumarme Kost einhalten muss, sollte den Kaliumgehalt von Bananentee ärztlich abklären lassen.
Wer sich für weitere Hausmittel gegen unruhigen Schlaf interessiert, findet bei Rundgesund.com auch das Rezept für eine Banane mit Zimt vor dem Schlafengehen, eine Variante mit ähnlicher Wirkrichtung.
Was beim Reifen einer Banane wirklich passiert
Bananen werden noch grün geerntet. Würden sie am Stamm ausreifen, wären sie beim Transport bereits matschig und geschmacklos. Genau das passiert auch, wenn sie zu lange im Kühlschrank liegen.
Bei rund 13 Grad Celsius kommt der Reifeprozess praktisch zum Stillstand – die Banane geht in eine Art Ruhephase über. Ist die Temperatur nur geringfügig niedriger oder höher, bilden sich braune Flecken. Nach der Ankunft am Zielort werden die Früchte deshalb noch etwa 5 Tage in speziellen Reifekammern bei rund 16 Grad gelagert, bevor sie in den Handel kommen.
Pestizide und die Sache mit „Bio"
Bananen sind meist 20 bis 30 Tage unterwegs, bevor sie Mitteleuropa erreichen. Da sie grün geerntet werden, ist der Pestizideinsatz während des Transports gering – allerdings wird die Schale auf den Plantagen häufig mit einer dünnen Wachsschicht behandelt, um Frische zu bewahren und Schädlinge sowie mechanische Beschädigungen abzuhalten. Zusätzlich wird die Nachreifung in den Kühllagern häufig mit Ethylen unterstützt, einem Reifegas, das auch natürlicherweise in der Frucht selbst vorkommt.
Und was unterscheidet nun Bio-Bananen von herkömmlichen?
In der Praxis oft weniger, als man denkt. Der wesentliche Unterschied liegt vor allem in der Dokumentation: Bei Bio-Bananen ist genau deklariert, welche Dünge- und Pflanzenschutzmittel auf der Plantage eingesetzt wurden – das entspricht den europäischen Bio-Vorgaben (mehr dazu bei der Europäischen Kommission). Fehlt diese Dokumentation, lässt sich über den tatsächlichen Einsatz von Chemikalien schlicht keine gesicherte Aussage treffen.

























