Stellen Sie sich vor: 20.000 Atemzüge am Tag – und mit jedem davon ziehen Sie nicht nur Luft, sondern auch Feinstaub, Abgase, Viren und Bakterien in Ihren Körper. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hält fest, dass nahezu die gesamte Weltbevölkerung – rund 99 % – in Gebieten lebt, in denen die empfohlenen Luftqualitätswerte überschritten werden. Kein Wunder also, dass Atemwegsbeschwerden weltweit zunehmen. Die gute Nachricht: Was auf Ihrem Teller landet, kann einen Unterschied machen.
Auch der serbische Tennisprofi Novak Djokovic hat öffentlich mehrfach betont, wie sehr ihn eine entzündungshemmende Ernährung – reich an Ingwer, Kurkuma und frischem Obst – in Sachen Wohlbefinden und Atemtechnik unterstützt. Man muss kein Spitzensportler sein, um von ähnlichen Prinzipien zu profitieren.
Wir haben 17 ganz gewöhnliche Lebensmittel zusammengestellt, die in fast jeder Küche zu finden sind – und für die es erste wissenschaftliche Hinweise auf einen möglichen Nutzen für die Atemwege gibt.
- Äpfel – die tägliche Portion Flavonoide
"Ein Apfel am Tag hält den Doktor fern" ist mehr als nur ein Sprichwort. Äpfel enthalten reichlich Vitamin C und Flavonoide – natürliche Pflanzenstoffe mit antioxidativer Wirkung. Eine große Kohortenstudie mit Daten der UK Biobank fand, dass ein moderater bis hoher Flavonoidkonsum – unter anderem aus Äpfeln, Beeren und Tee – mit einem geringeren COPD-Risiko und einer besseren Lungenfunktion einherging, besonders bei (ehemaligen) Rauchern. Eine schwedische Kohorte kam zu einem ähnlichen Bild bei regelmäßigem Apfelkonsum. Ein klarer Kausalbeweis steht allerdings noch aus. - Rote Bete und Rote-Bete-Blätter – natürlicher Sauerstoff-Booster
Rote Bete ist reich an Nitraten, die im Körper zur Erweiterung der Blutgefäße beitragen können und so die Sauerstoffversorgung unterstützen. Einige kleinere Studien, unter anderem aus Großbritannien, beobachteten bei Personen, die Rote-Bete-Saft tranken, eine verbesserte körperliche Ausdauer. Auch die Blätter wurden traditionell als Tee gegen Husten und Halsreizungen verwendet – vermutlich wegen ihres hohen Chlorophyllgehalts. - Erdbeeren – süßer Schutz für alternde Lungen
Erdbeeren liefern nicht nur Vitamin C, sondern auch Anthocyane – rote Pflanzenfarbstoffe mit antioxidativer Wirkung. Beobachtungsstudien aus den USA legen nahe, dass ein regelmäßiger Verzehr mit einer langsameren altersbedingten Abnahme der Lungenfunktion in Verbindung stehen könnte, insbesondere bei Rauchern. Auch hier gilt: Zusammenhang ist nicht gleich Ursache. - Paranüsse – klein, aber reich an Selen
Selen ist ein Spurenelement, das für ein funktionierendes Immunsystem wichtig ist, und Paranüsse zählen zu den reichhaltigsten natürlichen Quellen dafür. Ein einziger Kern kann bereits einen erheblichen Teil des Tagesbedarfs decken. In der Volksheilkunde galten Nüsse traditionell als "Kraft für die Lunge" in den Wintermonaten. - Chili – scharfer Schutz für die Schleimhäute
Der Scharfstoff Capsaicin sorgt nicht nur für das brennende Gefühl, sondern kann auch die Schleimproduktion in den Atemwegen anregen und so beim Freihalten der Bronchien helfen. In der traditionellen chinesischen Küche wird scharfes Essen seit Jahrhunderten bei Erkältungen geschätzt. - Edamame – ein Baustein der japanischen Ernährung
Edamame, unreife Sojabohnen, enthalten viele Isoflavone – pflanzliche Verbindungen, denen in Beobachtungsstudien aus Japan ein möglicher Zusammenhang mit selteneren Atembeschwerden und chronischem Husten zugeschrieben wird. Wer keine Edamame bekommt, kann auf Sojamilch ausweichen. - Leinsamen – der klassische Husten-Sud
Leinsamen gehören zu den ältesten Hausmitteln überhaupt. In Wasser eingeweicht, bilden sie eine schleimige Substanz, die die Atemwege reizmindernd umhüllen kann. Zusätzlich enthalten sie Omega-3-Fettsäuren, denen entzündungshemmende Eigenschaften zugeschrieben werden. - Ingwer – die Wurzel, die frei macht
Ingwer wird seit Jahrhunderten bei Erkältungen eingesetzt. Mehr dazu, wie Ingwer den Stoffwechsel unterstützt, lesen Sie im Beitrag Abnehmen mit Ingwer auf Rundgesund.com. Erste Studien, etwa aus Indien, deuten darauf hin, dass Ingwer die Durchblutung fördern und Entzündungsprozesse in den Bronchien dämpfen könnte – belastbare, große klinische Studien fehlen aber noch. - Grüner Tee – natürlicher Begleiter bei Allergien
Grüner Tee enthält Quercetin, einen Pflanzenstoff mit antihistaminähnlichen Eigenschaften. Wer im Frühling unter Pollenflug leidet, für den könnte eine Tasse grüner Tee eine sanfte Ergänzung zur gewohnten Allergiebehandlung sein. - Trauben – Unterstützung bei Allergien und Asthma
Besonders dunkle Trauben enthalten Proanthocyanidine, die oxidativen Stress in der Lunge abmildern können. Eine italienische Beobachtungsstudie fand bei Kindern mit regelmäßigem Traubenkonsum ein selteneres Auftreten von Asthma – ein Zusammenhang, der weiter erforscht wird. - Pilze – Vitamin-D-Quelle mit Tradition
Pilze liefern Vitamin D, das für die Lungengesundheit eine Rolle spielt. In einigen Untersuchungen zeigte sich bei regelmäßigem Pilzverzehr eine bessere Belastbarkeit bei körperlicher Anstrengung. In der Volksmedizin wurden Pilze mitunter als "Lungentonikum" bezeichnet. - Olivenöl – flüssiges Gold für die Atemwege
Olivenöl ist das Herzstück der mediterranen Küche und reich an Ölsäure und Antioxidantien. Im Beitrag Mittelmeer-Wunder gegen Krebs, Candida, Atemwegserkrankungen, Warzen auf Rundgesund.com finden Sie mehr über traditionelle Anwendungen von Olivenöl bei Atemwegsbeschwerden. Ein Löffel Olivenöl mit Honig vor dem Schlafengehen ist ein altes griechisches Hausmittel gegen Husten. - Kürbis – besonders für Raucher interessant
Kürbis enthält Carotinoide, die als Radikalfänger gelten. Details zu weiteren wertvollen Inhaltsstoffen aus dem Kürbis – etwa im Kürbiskernöl – lesen Sie im Beitrag Gute Eigenschaften von Kürbiskernöl auf Rundgesund.com. In der Volksheilkunde wurde Kürbissuppe traditionell zur Unterstützung "reiner Lungen" gekocht. - Rotkohl – eine Schüssel voller Antioxidantien
Rotkohl verdankt seine Farbe den Anthocyanen, die zugleich als schützende Pflanzenstoffe gelten. Besonders Menschen, die in Städten mit stärker belasteter Luft leben, wird eine regelmäßige Portion empfohlen. - Lachs – Kraft aus dem Meer
Lachs ist reich an Omega-3-Fettsäuren, denen eine entzündungshemmende Wirkung zugeschrieben wird. Eine norwegische Untersuchung beobachtete bei regelmäßigem Fischkonsum ein selteneres Auftreten von Asthma. Wer keinen Lachs bekommt, kann auf Sardinen oder Makrele ausweichen. - Tomaten – ein möglicher Helfer bei Asthma
Tomaten enthalten reichlich Lycopin, das entzündungshemmend wirken kann. Mehr über die gesundheitlichen Eigenschaften von Tomatensaft – unter anderem für Cholesterin und Herz-Kreislauf-Gesundheit – lesen Sie im Beitrag Tomatensaft gegen Cholesterin (und noch viel mehr!) auf Rundgesund.com. Eine britische Untersuchung bei Asthmapatienten beobachtete bei täglichem Tomatenkonsum weniger Beschwerden; Lycopin wird am besten aus gekochten Tomaten, etwa in Saucen, aufgenommen. - Kurkuma – die goldene Gewürzwurzel
Kurkuma verdankt seinen Ruf dem Curcumin, einem Stoff mit entzündungshemmenden Eigenschaften. In Indien wird warme Milch mit Kurkuma traditionell abends als Hausmittel gegen Husten getrunken. Mehr zur richtigen Anwendung von Kurkuma – etwa in Kombination mit gesunden Fetten – finden Sie im Beitrag Die häufigsten Fehler, die Menschen machen, die Kurkuma verwenden auf Rundgesund.com.
Günstige und natürliche Unterstützung für Ihre Lunge
Auch wenn die Luft, die wir atmen, zunehmend belastet ist – es gibt einfache, alltägliche Möglichkeiten, die eigene Gesundheit zu unterstützen, ganz ohne teure Präparate. Äpfel, Rote Bete, Ingwer, Kürbis und selbst gewöhnlicher Rotkohl sind Lebensmittel, die in jedem Supermarkt erhältlich sind und für die erste wissenschaftliche Hinweise auf einen positiven Zusammenhang mit der Atemwegsgesundheit bestehen.
Die Forschung der letzten Jahre liefert dazu erste Anhaltspunkte, während überliefertes Erfahrungswissen daran erinnert, dass die Natur seit jeher einfache Lösungen bereithält. Es ist daher kein Zufall, dass viele Großmütter bei Husten nach wie vor zu Leinsamen oder Honig mit Olivenöl greifen – was sich früher bewährt hat, wird heute zunehmend auch wissenschaftlich untersucht.

























