Nicht jeder Fruchtsaft ist automatisch eine gute Wahl. Manche schmecken zwar gut, enthalten aber vor allem Zucker und wenig sonst. Ananassaft gehört – sofern frisch gepresst – zu den Ausnahmen, und die Gründe dafür sind vielfältiger, als man zunächst vermuten würde.
Eine Bekannte, die jahrelang mit Blähungen und einer trägen Verdauung zu kämpfen hatte, begann auf Anraten einer Freundin, täglich ein Glas frischen Ananassaft zu trinken. Nach einigen Wochen berichtete sie von einer spürbaren Besserung. Kein Wundermittel – sondern ein natürliches Enzym, das in vielen Ernährungsweisen zu kurz kommt.
1. Verdauung: sanfte Unterstützung von innen
Die organischen Säuren im Ananassaft können dazu beitragen, dass Nährstoffe im Körper besser aufgenommen werden – das kann länger satt halten und die Verdauung unterstützen. [INTERNE VERLINKUNG EINFÜGEN: Artikel zu "Nach dem Abendessen nur Tee oder ein Stück Ananas"] – nach einer üppigen Mahlzeit soll eine kleine Menge frischer Ananassaft hilfreich sein.
Verantwortlich dafür ist Bromelain – ein Enzymgemisch aus der Ananas, das am Abbau von Eiweißen beteiligt ist. Forscher des amerikanischen National Center for Biotechnology Information (PubMed/PMC) beschreiben, dass Bromelain in Studien fibrinolytische, abschwellende und entzündungshemmende Eigenschaften zeigte und im Allgemeinen gut verträglich ist.
In Deutschland wird Bromelain unter ärztlicher Aufsicht auch klinisch eingesetzt, etwa zur Unterstützung nach Verletzungen oder Operationen. Das macht ein Glas frischen Ananassafts zu einer angenehmen Ergänzung nach dem Essen.
2. Mineralstoffe: Mangan für Knochen und Bindegewebe
Calcium ist für die Knochengesundheit bekannt – doch Mangan spielt ebenfalls eine wichtige Rolle für Knochen und Bindegewebe. Ein Glas Ananassaft (2 dl) kann bereits einen erheblichen Teil des täglichen Manganbedarfs abdecken.
[INTERNE VERLINKUNG EINFÜGEN: Artikel zu "Was passiert, wenn Sie täglich 2 Scheiben Ananas essen?"] Mangan gilt als Baustein im Schutz vor freien Radikalen, die mit dem Alterungsprozess in Verbindung gebracht werden. Ein Mangel an Mangan wird in der Fachliteratur mit einer geschwächten Knochenstruktur assoziiert.
Ananas enthält zudem Kupfer, das eine Rolle bei der Blutgerinnung, der Bildung von Hämoglobin und der Wundheilung spielt – Aspekte, die besonders im höheren Lebensalter relevant sein können.
3. Vitamin A: gut für die Augen
Ananas liefert Beta-Carotin, eine Vorstufe von Vitamin A, das zur normalen Funktion des Sehvermögens beitragen kann. [INTERNE VERLINKUNG EINFÜGEN: Artikel zu Ananas und Augengesundheit] – ein ausgewogener Vitamin-A-Spiegel wird mit dem Schutz der Netzhaut in Verbindung gebracht.
Wer viel Zeit im Straßenverkehr verbringt, kann von einer ausreichenden Vitamin-A-Zufuhr profitieren. Grundsätzlich gilt: Auch anderes orangefarbenes und gelbes Obst und Gemüse liefert wertvolle Carotinoide für die Augengesundheit.
4. Bromelain, Gelenke und Entzündungsprozesse
Ananassaft wirkt leicht harntreibend, was zur Ausleitung von überschüssiger Flüssigkeit beitragen kann – ein Faktor, der bei Gelenkbeschwerden häufig eine Rolle spielt. [INTERNE VERLINKUNG EINFÜGEN: Artikel zu Gelenkschmerzen] – ein Glas Saft vor den Mahlzeiten, beginnend morgens auf nüchternen Magen, wird in der Naturheilkunde häufig empfohlen.
Bromelain wird in der Forschung im Zusammenhang mit der Regeneration von Bindegewebe untersucht. Eine im Journal of Medicinal Food veröffentlichte Studie aus dem Jahr 2010 berichtete von einer möglichen schmerzlindernden Wirkung bei Arthritis-Patienten und einer unterstützenden Rolle bei der Wundheilung. Besonders bei körperlicher Belastung empfehlen manche Sportler ein Glas Saft vor und nach dem Training.
[INTERNE VERLINKUNG EINFÜGEN: Artikel zu Ananas bei Sportverletzungen] – auch im Sportbereich ist Ananas als natürliche Unterstützung bekannt, etwa bei Prellungen.
5. Antioxidantien und das Immunsystem
Ananas wird häufig mit Diäten in Verbindung gebracht, weniger bekannt sind die Eigenschaften, die das Immunsystem unterstützen können. Ein Glas Ananassaft kann einen bedeutenden Teil des täglichen Vitamin-C-Bedarfs decken.
[INTERNE VERLINKUNG EINFÜGEN: Artikel "8 Gründe, warum es gut ist, Ananas in Wasser einzuweichen"] – Ballaststoffe, Antioxidantien und Enzyme wirken hier zusammen. Ananas enthält außerdem Jod, das für die Schilddrüse wichtig ist, sowie Kalium, das zur normalen Herzfunktion beiträgt.
Die Fachpublikation Restorative Medicine beschreibt in ihrer Übersicht zu Bromelain, dass das Enzym auch im Zusammenhang mit antioxidativen Eigenschaften untersucht wird.
6. Bromelain in der Forschung – was die Wissenschaft sagt
Bromelain wird als möglicher Bestandteil der antioxidativen Forschung untersucht, unter anderem im Kontext der begleitenden onkologischen Versorgung. Erste Laboruntersuchungen deuten auf interessante Ansätze hin, doch die Forschung dazu steht noch am Anfang und lässt keine gesicherten Aussagen für die Anwendung am Menschen zu.
Wichtiger Hinweis: Bromelain aus Ananassaft ist kein Ersatz für eine ärztliche Behandlung und sollte insbesondere bei gleichzeitiger Medikamenteneinnahme nicht ohne ärztliche Rücksprache eingenommen werden. Das National Center for Complementary and Integrative Health (NCCIH) der USA weist darauf hin, dass Bromelain in üblichen Mengen im Allgemeinen gut vertragen wird, für viele der diskutierten gesundheitlichen Effekte jedoch noch weitere klinische Studien nötig sind.
Ein Glas frischer Ananassaft zum Frühstück kann eine willkommene Abwechslung zum klassischen Orangensaft sein.
Zum Schluss: frisch statt aus der Dose
[INTERNE VERLINKUNG EINFÜGEN: Artikel zu Ananas aus der Dose vs. frisch] – Ananas aus der Konserve enthält oft deutlich mehr Zucker und deutlich weniger aktives Bromelain, da das Enzym hitzeempfindlich ist. Deshalb lohnt es sich, auf frisch gepressten, kalt hergestellten Saft zu setzen. Nur dieser bringt die beschriebenen Eigenschaften mit.
Lesenswert auch: [INTERNE VERLINKUNG EINFÜGEN: Artikel zu Ananaswasser] – eine einfache Alternative zum Saft, die morgens auf nüchternen Magen getrunken werden kann.

























