Wer denkt, im Sommer sei ohnehin alles erlaubt, was auf den Teller kommt, könnte sich täuschen. Nach den Prinzipien der traditionellen chinesischen Ernährungslehre wirken manche Lebensmittel im Körper eher wärmend, andere eher kühlend – unabhängig davon, ob sie kalt oder warm serviert werden. Wissenschaftlich ist dieses Konzept nicht im Sinne der westlichen Medizin belegt, wird aber von vielen Ernährungsberatern als praktische Orientierungshilfe für die heiße Jahreszeit genutzt. Der Grundgedanke: An heißen Tagen lieber die kühle Suppe statt der cremigen, fette, salzige und frittierte Speisen eher meiden und stattdessen zu frischem Obst oder Gemüse greifen.
Nicht wenige Leserinnen und Leser unseres Portals berichten uns von ähnlichen Beobachtungen: Nach schweren, fettigen Mahlzeiten an heißen Tagen fühlten sie sich merklich träger und aufgeheizter als nach einer leichten Gemüsepfanne oder einem Obstsalat. Ob das nun am Fettgehalt, an der Verdauungsarbeit oder tatsächlich an einer "wärmenden" Wirkung liegt, lässt sich im Einzelfall kaum trennen – als Anhaltspunkt für die eigene Sommerküche taugt die Beobachtung aber allemal.
Lebensmittel, denen man im Sommer eher den Vorzug geben könnte:
- süßes Obst: Äpfel, Marillen, Feigen, Kirschen, Trauben, Wassermelonen, Melonen, Zwetschgen
- süßes und leicht bitteres Gemüse: Zucchini, Spargel, Paprika, frischer Mais, Gurken, Blumenkohl, Grünkohl
- Getreide: Gerste, Himalaya- oder Basmatireis
- Hülsenfrüchte: Bohnen, Kichererbsen, Linsen (sie gelten als besonders "befeuchtend" für den Organismus und dürfen ruhig öfter auf dem Speiseplan stehen)
- Sojaprodukte: Tofu, Sojamilch
- Milchprodukte: Käse, Kuhmilch, Ziegenmilch
- Gewürze und Kräuter: frisches Basilikum, Koriander, Kreuzkümmel, Dill, Fenchel, Minze, Safran, Kurkuma
- Getränke: Wasser, frisch gepresste Säfte süßer Früchte, Gemüsesäfte
- Tees: Kamille, Fenchel, Hibiskus, Brennnessel (am besten zimmerwarm statt eiskalt genießen)
Lebensmittel, bei denen im Sommer etwas Zurückhaltung sinnvoll sein könnte, da sie den Körper zusätzlich "aufheizen":
- saures Obst: saure Äpfel, unreifes Obst, Erdbeeren, Kirschen, Zitronen
- Gemüse: Rote Bete, Karotten, Auberginen, Knoblauch, Oliven, Kohlrabi, rohe Zwiebeln, scharfe Paprika
- Getreide: Mais, Buchweizen, Roggen, Hirse, Hafer
- Nüsse: Mandeln, Paranüsse, Cashewkerne, Walnüsse, Erdnüsse, Sesamsamen
- Gewürze: Nelken, Ingwer, Majoran, Oregano, Paprikapulver, Rosmarin, Salbei
- Milchprodukte: Hartkäse, Feta, Sauerrahm, Joghurt
- Getränke: Softdrinks, Kaffee, heißer Tee, saure Fruchtsäfte
Eine einfache Faustregel, an der man sich orientieren kann: Lebensmittel aus der zweiten Gruppe eignen sich eher für feuchte, regnerische oder kühlere Tage. An heißen, trockenen Sommertagen lohnt es sich dagegen, ausreichend zu trinken und möglichst viel frisches Gemüse einzuplanen.
Wer sich unsicher ist, wie viel Salz eigentlich in gängigen Lebensmitteln steckt – gerade im Sommer, wenn wir über Schweiß zusätzliche Mineralstoffe verlieren –, findet dazu mehr in unserem Artikel In welchen Nahrungsmitteln verbirgt sich am meisten Salz?.
Auch die Frage, ob Getränke im Sommer eher kalt oder doch lauwarm getrunken werden sollten, wird oft unterschätzt – Details dazu haben wir in Wann man kaltes bzw. warmes Wasser trinken sollte zusammengefasst.
Wer im Sommer zusätzlich auf eine ausgewogene, eher basenbildende Ernährung achten möchte, findet Anregungen in unserem Beitrag 10 Alkalische Lebensmittel, die Sie täglich essen sollten.
Und wie steht es um die Flüssigkeitszufuhr?
Gerade an heißen Tagen ist ausreichendes Trinken besonders wichtig, da über Schwitzen zusätzlich Flüssigkeit verloren geht. Nach den wissenschaftlichen Referenzwerten der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) liegt die empfohlene Gesamtflüssigkeitszufuhr für gesunde Erwachsene bei etwa 2,0 Litern (Frauen) bzw. 2,5 Litern (Männer) täglich – aus Getränken und fester Nahrung zusammen. Auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) orientiert sich an ähnlichen Richtwerten. An besonders heißen Tagen oder bei körperlicher Aktivität kann der individuelle Bedarf durchaus höher liegen.
Manche Menschen bemerken erste Anzeichen eines leichten Flüssigkeitsmangels zuerst an einem trockenen Mund – mehr dazu in unserem Artikel Trockener Mund: Durstzeichen oder Warnung vor größeren Problemen?.
Wissen Sie, wie viel Wasser Sie an einem durchschnittlichen Tag trinken sollten? Probieren Sie unser interaktives Widget aus:

























