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Eine von Mendel nicht gekannte Erbse als Heilmittel: Die runzelige Variante birgt das Geheimnis eines stabilen BlutzuckerspiegelsEine von Mendel nicht gekannte Erbse als Heilmittel: Die runzelige Variante birgt das Geheimnis eines stabilen BlutzuckerspiegelsEine von Mendel nicht gekannte Erbse als Heilmittel: Die runzelige Variante birgt das Geheimnis eines stabilen Blutzuckerspiegels


Datum: 12. JUL 26 - GUT ZU WISSEN
Eine von Mendel nicht gekannte Erbse als Heilmittel: Die runzelige Variante birgt das Geheimnis eines stabilen Blutzuckerspiegels
Eine Studie im „Nature Food“ zeigt, dass runzelige Erbsen mit resistenter Stärke Blutzuckerspitzen verhindern – was helfen könnte, das Risiko für Typ-2-Diabetes zu senken.

Gleich vorweg: Nicht jede Erbse ist wie die andere. Es gibt mehrere Sorten von Erbsen! Besonders interessant ist eine Art mit runzligen Samen, die etwas wirklich Besonderes in sich trägt: resistente Stärke.

Was ist resistente Stärke? Resistente Stärke ist eine Form von Kohlenhydrat, die sich im Körper eher wie Ballaststoff verhält, nicht wie Zucker. Wenn wir sie essen, gelangt sie nicht wie gewöhnliche Stärke (etwa aus Weißbrot oder Nudeln) direkt in den Blutkreislauf, sondern wandert in unser Verdauungssystem. Dort wird sie von nützlichen Bakterien im Dickdarm als Nahrung genutzt. Diesen Prozess nennt man Fermentation – also die natürliche Zersetzung von Nahrung durch Bakterien.

Warum ist das wichtig? Weil während dieser Fermentation Substanzen entstehen, die helfen, den Blutzuckerspiegel zu regulieren, die Insulinproduktion anregen und die Darmmikrobiota (also das gesamte bakterielle Gleichgewicht im Verdauungstrakt) verbessern. Dies beeinflusst fast alles: von der Stimmung bis zu Immunsystem und Stoffwechsel.

Was sagen die Forschungen?

Eine der neuesten Studien, veröffentlicht in der Wissenschaftszeitschrift Nature Food, hat gezeigt, dass Mahlzeiten mit runzeligen Erbsen zu stabileren Blutzuckerwerten führen können. Die Teilnehmer konsumierten jeweils 50 Gramm runzelige Erbsen – als Teil einer Mischmahlzeit, als Hummus oder als Brei. Interessant ist, dass die gleichen Freiwilligen auch die bekannten, glatten Erbsen probierten – die Sorte, die wir in Geschäften oder aus der Dose kennen.

Ergebnisse?

Mahlzeiten mit runzligen Erbsen führten zu einem geringeren Anstieg des Blutzuckers nach dem Essen. Das heißt, der Körper erlebte keinen Zuckerschock – was oft der Ausgangspunkt für die Entwicklung von Diabetes ist.

Um das klarzumachen: Immer wenn wir etwas mit hohem glykämischen Index essen (z. B. Weißbrot, Reis, Kartoffeln), steigt der Blutzucker schnell an. Der Körper muss dann mehr Insulin ausschütten – ein Hormon, das den Zucker in die Zellen schleust. Passiert das zu oft, kann das zu Insulinresistenz führen, was der erste Schritt zu Typ-2-Diabetes ist. Laut Weltgesundheitsorganisation werden im Jahr 2045 bereits mehr als 700 Millionen Menschen von dieser Krankheit betroffen sein.

Was sagt die Darmmikrobiota?

In der Studie verfolgten Forscher mit mikroskopischen Markermolekülen, wie die Erbse im Körper verdaut wird. Sie fanden heraus, dass die resistente Stärke aus runzeligen Erbsen auch die Zusammensetzung der Darmmikrobiota beeinflusst. Diese Veränderung wirkt sich langfristig aus: Es geht nicht nur um einen niedrigeren Blutzucker nach einer Mahlzeit, sondern um eine ganzheitliche Verbesserung des Stoffwechsels. Bei einigen Teilnehmern zeigten sich schon nach vier Wochen regelmäßigen Verzehrs von Erbsen-Hummus und -Brei Veränderungen im bakteriellen Gleichgewicht – was langfristig auch Herz, Gewicht und sogar die Stimmung positiv beeinflussen kann.

Auch die Zubereitung ist wichtig

Bemerkenswert: Die Forscher gingen noch einen Schritt weiter und simulierten im Labor die Verdauung im menschlichen Darm. Sie stellten fest, dass die Art der Zubereitung entscheidend ist. Erbsen, die auf eine bestimmte Weise (gekocht und dann püriert oder als Hummus fermentiert) zubereitet wurden, wurden vom Körper langsamer verdaut. Das ist entscheidend, denn eine langsamere Freisetzung der Zucker sorgt für stabileren Blutzucker und entlastet den Stoffwechsel.

Im Versuch verglichen sie, wie der Körper gekochte und abgekühlte Erbsen gegenüber frisch gekochten, heißen Erbsen verdaut. Überraschenderweise führte abgekühlte Erbse zu 35 % weniger Blutzuckeranstieg als die heiße. Grund ist die sogenannte Retrogradation der Stärke: Beim Abkühlen wandelt sich ein Teil der Stärke in eine resistentere Form um. Mit anderen Worten: Manchmal ist ein kaltes Abendessen besser als frisch gekocht!

Was bedeutet das für Sie?

Wenn Sie Diabetes in der Familie haben, übergewichtig sind, sich wenig bewegen oder älter als 45 Jahre sind, haben Sie ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung von Typ-2-Diabetes. Nach Angaben des Nationalen Instituts für öffentliche Gesundheit haben in Europa bereits fast 15 % der Bevölkerung Diabetes oder befinden sich in der sogenannten prädiabetischen Phase, in der der Blutzucker leicht erhöht ist, die Krankheit aber noch nicht voll ausgeprägt.

Deshalb ist es sinnvoll, mehr Lebensmittel mit niedrigem glykämischen Index, reich an Ballaststoffen und resistenter Stärke in Ihre Ernährung einzubauen. Runzelige Erbsen sind dabei ein ausgezeichneter Verbündeter – besonders, wenn sie als Hummus, Suppe oder gekühlter Salat zubereitet werden.

Kuriose Information

Runzelige Erbsen sind keine neue gentechnisch veränderte Sorte, sondern eine natürliche Variante, die schon im 19. Jahrhundert vom berühmten Mönch Gregor Mendel, dem Vater der Genetik, entdeckt wurde. Er war es, der als Erster durch Kreuzungsversuche bei Erbsen das Prinzip der Vererbung beschrieb.

Und nun, fast 200 Jahre später, beweist die Wissenschaft erneut, welch unglaubliches Geschenk der Natur diese Pflanze ist.

Wie kann man sie in die Ernährung einbauen?

Ganz einfach. Verwenden Sie sie als Grundlage für:


  • Hummus (mit Olivenöl, Knoblauch und Zitrone)
  • Erbsensuppe (evtl. mit Ingwer und Kurkuma, die den Blutzucker zusätzlich stabilisieren)
  • Gemüsesalate mit abgekühlten Erbsen
  • Erbsenpuffer mit Kichererbsen.
Aufgrund ihres hohen Eiweißgehalts (ca. 5 g pro 100 g gekochte Erbsen), Ballaststoffe (bis zu 6 g) und ihrer Verdauungsresistenz machen sie lange satt, ohne große Blutzuckerschwankungen zu verursachen.

Schlussfolgerung

Die Geschichte der Erbse zeigt, wie ein einfaches, weitverbreitetes und traditionelles Lebensmittel zum modernen Verbündeten im Kampf gegen eine der häufigsten Krankheiten unserer Zeit werden kann. Studien belegen, dass bereits 50 Gramm runzelige Erbsen pro Tag – richtig zubereitet – den glykämischen Anstieg nach dem Essen deutlich reduzieren können.

Wenn Sie also etwas Gutes für sich tun möchten – besonders, wenn Sie Probleme mit Energie, Wohlbefinden oder Sorgen um die Zukunft haben – nehmen Sie sich einen Moment Zeit und werfen Sie einen Blick auf Ihren Teller. Vielleicht überrascht Sie gerade die bescheidene Erbse mehr, als Sie denken.
 
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Februar 2015
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