Viele warnen, dass die Rückkehr zu den Ernährungsgewohnheiten vor 100 Jahren nicht die erwarteten Effekte bringen wird, und schlagen deshalb vor, noch einige tausend Jahre zurückzugehen, in die Zeit der ersten Menschen, die Zeit des Paläolithikums (daher auch der Name dieser Ernährungsweise – Paleo-Diät). Das Paläolithikum ist nämlich die älteste und längste Periode der Vorgeschichte, die in Europa vor einer Million Jahren begann und vor etwa 10.000 Jahren endete. Für diese Zeit ist die Verwendung von Feuer, das Sammeln von Nahrung und die Jagd charakteristisch. All das bestimmte die Ernährungsweise. In dieser Zeit passte sich der Mensch an eine Ernährung an, bei der der Großteil der Energie aus Fett stammte.
Die modernere Variante der Paleo-Diät verbirgt sich hinter dem Kürzel LCHF (Low Carbohydrate, High Fat), die viel strikter mit Kohlenhydraten umgeht. Sie geht davon aus, dass in der Natur relativ wenig Kohlenhydrate vorhanden sind und streicht diese daher komplett von der Liste der erlaubten Lebensmittel. Mit der LCHF-Ernährung hat man vor zwei Jahrzehnten in Skandinavien begonnen, und seither ist die Häufigkeit einiger Krankheiten (auch Krebserkrankungen) drastisch gesunken.
Aber... So wie uns heute klar ist, dass es gute und schlechte Fette gibt, ist es auch mit Kohlenhydraten. Einfache Kohlenhydrate, wie sie in Nudeln, Brot, Süßigkeiten vorkommen, gehen schnell ins Blut, liefern schnelle Energie und bauen ebenso schnell wieder ab. Zurück bleiben nur die überflüssigen Kilos. Komplexe Kohlenhydrate (zu finden in Getreide, Reis, Kartoffeln, bestimmten Nudelsorten) sind gesünder und der Körper braucht sie auch (vor allem wegen des Bedarfs an schneller Energie), wobei man hinzufügen muss, dass man auch die einfachen Kohlenhydrate nicht völlig vernachlässigen sollte, besonders jene aus Obst.
Unser Körper ist zweistufig aufgebaut. So wie wir Kurzzeit- und Langzeitgedächtnis haben, impulsive und dauerhafte Muskelkraft, braucht der Körper auch unterschiedliche Energiequellen. Deshalb ist das vollständige Streichen von Kohlenhydraten nicht empfehlenswert, aber es ist gut, ein Verhältnis von 3:1 zugunsten von Fett einzuhalten.
Welche Vorteile bringen Fette?
1. Fette sind Bausteine unseres Gehirns
60 % unseres Gehirns besteht aus Fetten, und zwar nicht nur aus den Omega-3-Fettsäuren, die man in Lachs, Avocado und Nüssen findet, sondern auch aus komplexen, tierischen Fetten, den Vitaminen A, D, T und K und vielen anderen Stoffen. Fehlt auch nur eine dieser Komponenten, können Krankheiten wie Alzheimer, Parkinson, Depressionen und andere neurologische Störungen auftreten. Für qualitativ hochwertige Denkprozesse und gute Laune sind vor allem die Omega-3-Fettsäuren verantwortlich.
2. Leichteres Atmen
Die Oberfläche der Lunge ist mit Fetttröpfchen ausgekleidet, die das Atmen erleichtern. Fehlen diese oder sind sie stark reduziert, kann es zu Atemproblemen und sogar zu Erstickung kommen. Tritt dieser Mangel bei Säuglingen oder Kindern auf, kann sich Asthma entwickeln. Daher ist eine ausreichende Fettaufnahme in der frühen Kindheit besonders wichtig.
3. Immunsystem
Fette beeinflussen unser Immunsystem stark. Ein Mangel an gesättigten Fettsäuren in den weißen Blutkörperchen verringert die Widerstandsfähigkeit des Körpers gegenüber Viren, Bakterien und Pilzen. Wenn Sie oft krank sind oder unter Pilzinfektionen leiden, sollten Sie mehr Nüsse, Oliven-, Raps- oder Leinöl konsumieren (wir empfehlen einen Löffel auf nüchternen Magen), Avocado sowie Fisch und Meeresfrüchte.
4. Gesunde Haut
Der Großteil unserer Haut besteht aus Fetten. Bereits wenn Sie nur zwei Wochen fettarme Nahrung zu sich nehmen, wird Ihre Haut trocken, schuppig, rissig und dadurch anfälliger für Viren und Krankheiten.
5. Herzgesundheit
Durch Stress, Übergewicht und Bewegungsmangel ist unser Herz stärker belastet. Deshalb braucht auch das Herz Nahrung für seine Arbeit. Natürlich kann es diese aus Kohlenhydraten bekommen, die aber nur etwa eine halbe Stunde Energie liefern, oder aus Fetten, die langsam verbrannt werden und das Herz vier oder mehr Stunden unterstützen. Für das Herz ist besonders Kokosöl empfehlenswert.
Noch etwas: Machen Sie sich keine Sorgen, dass ein Gramm Fett etwa 9 Kalorien hat, während ein Gramm Kohlenhydrate nur 4 Kalorien enthält. Wenn Sie wissen, dass Fette acht Mal länger satt machen, dann haben Kohlenhydrate eigentlich viermal zu viele Kalorien.























