Die alte Zwiebel-Kohl-Suppe, die früher bei allen Herbst- und Winterbeschwerden auf den Tisch kam
Sie ist ein wärmender, traditioneller Baustein einer ausgewogenen Ernährung, der die körpereigenen Abwehrkräfte auf natürliche Weise unterstützen kann. Die Paprika darin enthält je nach Sorte und Reifegrad zwei- bis dreimal so viel Vitamin C wie eine Zitrone.
Wussten Sie, dass eine ganz gewöhnliche Paprikaschote mehr Vitamin C liefert als eine Zitrone? Genau diese Paprika steckt in einer Suppe, die unsere Großmütter jeden Herbst in großen Töpfen gekocht haben. Sie wird ganz ohne teure Zutaten zubereitet, ist in einer halben Stunde fertig und kostet nur ein paar Euro.
Die Zwiebelsuppe mit Kohl ist eine überaus gesunde und nahrhafte Mahlzeit. Früher galt sie als bewährtes Hausmittel für so ziemlich alle Herbst- und Winterbeschwerden. Heute kennen wir sie eher als Suppe zum Abnehmen. Das Abnehmen ist dabei eigentlich ein angenehmer Nebeneffekt des regelmäßigen Suppengenusses. Es kann Ihnen also durchaus passieren, dass Sie Ihr Wohlbefinden in der kalten Jahreszeit stärken und nebenbei ein, zwei Kilo verlieren.
Eine Leserin erzählt
Eine unserer Leserinnen, eine pensionierte Lehrerin aus der Steiermark, schrieb uns, dass bei ihr jedes Jahr Anfang Oktober „der große Suppentopf“ aus dem Keller geholt wird. Das Rezept stammt noch von ihrer Mutter, die damit die ganze Familie durch den Winter brachte. „Früher habe ich die Suppe nur gekocht, wenn jemand verschnupft war“, erzählt sie. „Heute esse ich sie im Herbst zwei-, dreimal pro Woche zum Abendessen. Ich fühle mich leichter, schlafe besser und habe ganz nebenbei die Kilos verloren, die sich über den Sommer angesammelt hatten.“ Ihr Tipp: Die Suppe schmeckt am zweiten Tag noch besser, wenn sich die Aromen richtig verbunden haben.
Warum gerade diese fünf Zutaten?
Zwiebel: Sie ist die eigentliche Hauptdarstellerin dieser Suppe. Zwiebeln enthalten Schwefelverbindungen und den Pflanzenstoff Quercetin, ein Antioxidans, dem eine unterstützende Rolle für die Zellgesundheit zugeschrieben wird. Laut dem AOK-Gesundheitsmagazin werden der Zwiebel zahlreiche positive Wirkungen nachgesagt, wobei die Forschung noch nicht alle davon eindeutig bestätigt hat. Nicht ohne Grund wurde sie 2015 zur Heilpflanze des Jahres gekürt. Mehr über die vielseitige Knolle lesen Sie in unserem Artikel Mit diesem Wissen werden Sie unverzüglich Zwiebelsaft versuchen.
Weißkohl: Kohl ist eines der wertvollsten heimischen Wintergemüse. Nach Angaben der AOK enthalten 100 Gramm Weißkohl rund 47 Milligramm Vitamin C, dazu Kalium, Calcium und sogenannte Glucosinolate. Die Techniker Krankenkasse hebt außerdem den hohen Ballaststoffgehalt hervor, der lange satt hält und die Verdauung unterstützt. Wer Kohl schlecht verträgt, kann ihn laut einem Ernährungsexperten im Magazin FITBOOK kurz in Salzwasser vorkochen, das Wasser abgießen und ihn dann in frischem Wasser fertig garen.
Sellerie: Er bringt die typische, würzige Note in die Suppe und ist dabei sehr kalorienarm. Die Techniker Krankenkasse nennt nur etwa 18 Kilokalorien pro 100 Gramm. Daneben liefert Sellerie Kalium, Calcium und Magnesium.
Tomaten: Sie sorgen für eine angenehme Säure und enthalten den roten Farbstoff Lycopin. Dieses Antioxidans kann der Körper aus gegarten Tomaten sogar besser aufnehmen als aus rohen, und darum passen sie hervorragend in eine Suppe.
Paprika: Sie ist der heimliche Vitamin-C-Star dieser Suppe. Das österreichische Gesundheitsportal gesundheit.gv.at gibt für rohe Gemüsepaprika rund 120 Milligramm Vitamin C pro 100 Gramm an, also mehr als Zitrusfrüchte. Laut der Apotheken Umschau kann bereits eine Portion von 100 Gramm roter Paprika den Tagesbedarf eines Erwachsenen decken. Welche anderen Herbstlebensmittel ähnlich wertvoll sind, lesen Sie im Beitrag Paprika, Pflaumen und Spinat für den Herbststart.
Zutaten für die Suppe
- 6 Zwiebeln
- 1 Bund Sellerie
- 1 kleiner Weißkohl
- 2 Tomaten
- 2 frische Paprikaschoten (am besten rote)
- Salz und Pfeffer nach Geschmack
Zubereitung
Alle Zutaten in Würfel schneiden und mit kaltem Wasser übergießen. Bei kleiner Flamme kochen. Sobald das Wasser kocht, noch 15 bis 20 Minuten weiterköcheln lassen, bis das Gemüse weich ist. Dann vom Herd nehmen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Unser Tipp: Vitamin C ist hitzeempfindlich. Wer möglichst viel davon erhalten möchte, gibt die gewürfelte Paprika erst in den letzten fünf bis acht Minuten in den Topf. So bleibt sie zudem schön bissfest und farbenfroh.
Ein häufiger Irrtum: Oft liest man, dass der Pfeffer in dieser Suppe ein hervorragender Vitamin-C-Lieferant sei. Das stimmt so nicht, denn in den kleinen Mengen, die wir zum Würzen verwenden, spielt Pfeffer dafür praktisch keine Rolle. Der eigentliche Vitamin-C-Lieferant ist die Gemüsepaprika, gefolgt vom Weißkohl.
Wie oft und wie lange?
Diese Suppe können Sie zum Mittag- und auch zum Abendessen genießen. Wer damit vor allem das Wohlbefinden in der kalten Jahreszeit unterstützen und dabei ein wenig abnehmen möchte, ersetzt am besten das Abendessen durch einen großen Teller Suppe.
Wer sie gezielt zum Abnehmen nutzen möchte und sie zum Frühstück, Mittag- und Abendessen isst, sollte dies nicht länger als sieben bis höchstens zehn Tage tun und danach eine Pause einlegen. Ernährungsexperten der Barmer bestätigen zwar, dass man mit Kohlsuppe innerhalb weniger Tage Gewicht verlieren kann. Sie weisen aber auch darauf hin, dass bei einer einseitigen Kohlsuppendiät wichtige Nährstoffe zu kurz kommen, etwa die B-Vitamine, Magnesium, Eisen und Zink aus Vollkornprodukten. Laut gesundheit.de ist ein einwöchiges Suppenfasten ein- bis zweimal im Jahr für gesunde Menschen unbedenklich.
Unser Rat: Ergänzen Sie die Suppe mit etwas Eiweiß wie Hülsenfrüchten, Eiern, Fisch oder magerem Fleisch sowie einer Scheibe Vollkornbrot. So bleiben Sie länger satt und gut versorgt. Wer dauerhaft und ohne Jo-Jo-Effekt abnehmen möchte, findet weitere Anregungen in unserem Beitrag 7 Tipps für gesundes Abnehmen.
Und was ist mit dem Immunsystem?
Eine warme Gemüsesuppe kann kein Wundermittel sein, und keine einzelne Speise schützt zuverlässig vor Erkältungen. Darauf weist auch der Ratgeber der mkk hin. Für ein normal funktionierendes Immunsystem braucht der Körper jedoch eine gute Versorgung mit Nährstoffen, allen voran Vitamin C. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt Erwachsenen täglich rund 95 bis 110 Milligramm, und schon ein Teller dieser Suppe trägt einen guten Teil dazu bei.
Dass warme Suppen in der Erkältungszeit seit Generationen geschätzt werden, hat übrigens auch die Wissenschaft interessiert. Forscher der Universität von Nebraska haben im Jahr 2000 eine klassische Hühnersuppe mit Zwiebeln, Sellerie und Karotten im Labor untersucht. Dabei stellten sie eine leicht entzündungshemmende Wirkung fest (Studie in der Fachzeitschrift Chest). Wie die AOK zusammenfasst, handelt es sich dabei um erste Hinweise und nicht um einen Beweis. Dazu kommt, dass der warme Dampf die Schleimhäute befeuchtet und die Suppe zur täglichen Flüssigkeitszufuhr beiträgt.
Schon nach wenigen Tagen werden Sie vielleicht merken, warum diese Suppe in vielen Familien liebevoll „Zaubersuppe“ genannt wird: Sie wärmt, macht satt, ist leicht und bringt eine Extraportion Gemüse auf den Teller, gerade dann, wenn draußen Nebel und Kälte herrschen.
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