Datum: 8. APR 26 - GUT ZU WISSEN
Senkt Joghurt wirklich das Risiko für Bluthochdruck?
Bluthochdruck ist eine stille Plage der modernen Welt. Fast jeder dritte Erwachsene ist von diesem Problem betroffen – oft jedoch, ohne es zu wissen, bis es schon zu spät ist.

Was wäre, wenn es eine einfache Lösung gegen Bluthochdruck gäbe, die wir einfach aus dem Kühlschrank nehmen können? Die Rede ist von Joghurt – einem der am meisten unterschätzten Verbündeten für unsere Gesundheit.

Wenn du zu denjenigen gehörst, die gerne zu einem Becher Joghurt greifen – egal ob natur, griechisch, mit etwas Honig oder Obst – haben wir gute Neuigkeiten. Neue Forschungen aus den USA zeigen, dass Joghurt tatsächlich deutliche Effekte auf die Senkung des Blutdrucks haben kann. Und zwar ganz ohne Tabletten, ohne spezielle Diäten – nur durch den regelmäßigen Genuss dieser süß-sauren Leckerei.

Was sagt die Wissenschaft?

Eine in Phoenix durchgeführte Studie umfasste mehr als 100.000 Frauen über fast 20 Jahre. Es zeigte sich, dass diejenigen, die mindestens 5 Portionen Joghurt pro Woche aßen, ein um 20 % geringeres Risiko hatten, Bluthochdruck zu entwickeln. Das ist eine Menge. Eine Portion Joghurt entspricht etwa 150 Gramm – das heißt, ein Becher pro Tag kann den Gang zum Arzt tatsächlich ersparen.

Die Studie wurde im wissenschaftlichen Magazin American Journal of Hypertension (Amerikanisches Journal für Bluthochdruckforschung) veröffentlicht. Dabei wurde betont, dass es eine der größten Studien zu diesem Thema ist. Bisher wusste man, dass fettarme Milchprodukte (wie Magermilch) helfen können, den Blutdruck zu senken – jetzt ist erstmals bewiesen, dass gerade Joghurt den stärksten Effekt hat.

Warum ist Joghurt so wirksam?

Joghurt enthält viel Calcium, Kalium und Magnesium – drei Mineralstoffe, die eine Schlüsselrolle bei der Regulierung des Blutdrucks spielen.
  • Calcium hilft den Blutgefäßen, sich wie nötig zu dehnen und zusammenzuziehen.

  • Kalium unterstützt den Körper dabei, überschüssiges Natrium (Salz), das den Blutdruck erhöht, auszuscheiden.

  • Magnesium entspannt die Gefäße und ermöglicht einen besseren Blutfluss.

Außerdem enthält Joghurt Probiotika – das sind gute Bakterien, die den Darm regulieren, was sich auch auf das Immunsystem und sogar die Stimmung auswirkt. Die Wissenschaft entdeckt in den letzten Jahren, dass die Darmgesundheit eng mit dem Blutdruck zusammenhängt. Ein schlechtes Bakteriengleichgewicht kann Entzündungen im Körper fördern, was indirekt den Blutdruck erhöht.

Was ist mit anderen Studien?

Auch andere Untersuchungen bestätigen, dass Joghurt ein Verbündeter im Kampf gegen Bluthochdruck sein kann. In Australien haben Forschende der University of South Australia die Daten von mehr als 900 Erwachsenen analysiert und festgestellt: Wer mehr Joghurt isst, hat im Schnitt einen um 7 mmHg niedrigeren systolischen Blutdruck (die obere Zahl beim Messen). Wer schon erhöhten Blutdruck hatte, kam sogar auf 11 mmHg weniger. Das ist vergleichbar mit den Effekten bestimmter Medikamente!

Eine ähnliche Studie wurde auch in Harvard durchgeführt, wo an der Nurses Health Study über 200.000 Menschen teilnahmen. Das Ergebnis: Wer regelmäßig Joghurt isst, hat bis zu 31 % weniger Risiko für Bluthochdruck – vor allem, wenn Joghurt Teil einer ausgewogenen Ernährung ist (wenig Salz, mehr Gemüse und Obst).

Wie viel Joghurt ist genug?

Laut American Heart Association sollten Erwachsene täglich 2 bis 3 Portionen fettarmer Milchprodukte zu sich nehmen – dazu zählt auch Joghurt. Eine Portion entspricht, wie oben erwähnt, etwa 150 Gramm.

Isst du also 5–7 Mal pro Woche Joghurt, hast du schon gewonnen. Es muss auch nicht immer derselbe sein – du kannst abwechseln: Naturjoghurt, griechischer Joghurt, Kefir, pflanzlicher Joghurt (zum Beispiel aus Mandeln oder Hafer) – Hauptsache ohne Zuckerzusatz.

Wie in den Alltag integrieren?

Joghurt ist nicht langweilig. Du kannst ihn morgens mit Haferflocken essen, als Salatdressing, im Smoothie, mit Kräutern als Sauce oder mit Obst zum Abendessen. Hast du etwas Fantasie? Probier mal selbstgemachtes Tzatziki (Joghurt, Gurken, Knoblauch, Dill) oder eine Joghurtsoße mit Zitrone und Senf.

Übrigens: Griechischer Joghurt enthält mehr Eiweiß als normaler Joghurt. Das macht besser satt und ist ideal für alle, die auf ihr Gewicht achten.

Und wie sieht’s mit Zucker aus?

Achte auf zugesetzten Zucker! Viele Fruchtjoghurts aus dem Handel enthalten bis zu 18 Gramm Zucker pro Becher – das sind fast 5 Stück Würfelzucker! Kauf lieber Naturjoghurt und gib frisches Obst, einen Löffel Honig oder etwas Zimt dazu. So bekommst du einen natürlicherweise süßen Snack – ohne versteckte Risiken.

Gut zu wissen ...

Joghurt ist nicht nur lecker, sondern auch einer der vielseitigsten Verbündeten deiner Gesundheit. Er senkt den Blutdruck, fördert die Verdauung, stärkt das Immunsystem, sorgt für starke Knochen und hilft sogar beim Abnehmen. Wenn du eine Sache täglich zu deinem Speiseplan hinzufügen solltest, dann Joghurt. Und vergiss nicht: Wenn Joghurt in deinem Kühlschrank steht, ist die Gesundheit in deinen Händen!

Wie Dr. Kerry Ivey von der Universität Melbourne sagt: Kleine Veränderungen in der Ernährung – wie das Hinzufügen von Joghurt zur täglichen Routine – können enorme Auswirkungen auf die Herz-Kreislauf-Gesundheit haben.
 
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Februar 2015
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