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Als alle ihr sagten, sie solle sich damit abfinden, entschied sie sich anders … und verlor 95 KiloAls alle ihr sagten, sie solle sich damit abfinden, entschied sie sich anders … und verlor 95 KiloAls alle ihr sagten, sie solle sich damit abfinden, entschied sie sich anders … und verlor 95 KiloAls alle ihr sagten, sie solle sich damit abfinden, entschied sie sich anders … und verlor 95 KiloAls alle ihr sagten, sie solle sich damit abfinden, entschied sie sich anders … und verlor 95 Kilo


Datum: 22. OKT 26 - GUT ZU WISSEN
Als alle ihr sagten, sie solle sich damit abfinden, entschied sie sich anders … und verlor 95 Kilo
Mit 16 Jahren wog die gebürtige Australierin Haley Duffy rund 175 Kilo. Nach einem ärztlich begleiteten Eingriff am Magen, sieben kleinen Mahlzeiten am Tag, morgendlichem Laufen ...

175 Kilo. Mit 16 Jahren. In einem Alter, in dem andere ihre ersten Partys feiern, kämpfte Haley jeden Tag mit ihrem Körper, mit Blicken auf der Straße und mit einer Gesundheit, die immer mehr ins Wanken geriet. Und alle um sie herum sagten dasselbe: „Wir lieben dich so, wie du bist. Mach dir keine Gedanken.“ Gut gemeint – und doch wusste Haley tief in ihrem Inneren, dass genau diese Worte sie nicht weiterbrachten. Sie traf eine Entscheidung, die ihr Leben veränderte.



Auch Prominente kennen diesen Weg



Wie sehr ein Kampf gegen die Kilos schon in der Jugend prägen kann, zeigt auch die Geschichte der deutschen Fitness-Unternehmerin Sophia Thiel. Sie war in ihrer Jugend übergewichtig, begann 2012 mit dem Kraftsport und nahm innerhalb von drei Jahren mehr als 25 Kilo ab. Später sprach sie offen darüber, wie belastend der Druck rund um Körper und Essen für sie war – ein ehrlicher Hinweis darauf, dass eine große Veränderung nicht nur den Körper betrifft, sondern immer auch Kopf und Seele. Genau das zeigt auch Haleys Geschichte.



Als für Haley die Welt zusammenbrach



Im Jahr 2010 brach für die junge Haley die Welt zusammen. Zuerst stellten Ärzte Störungen in ihrem Stoffwechsel fest, dann wurde bei ihr ein polyzystisches Ovarialsyndrom (PCOS) diagnostiziert – eine Hormonstörung, bei der sich an den Eierstöcken viele kleine Zysten bilden. Haley selbst sieht in dieser Erkrankung einen wichtigen Grund für ihr starkes Übergewicht, wie sie später einer britischen Nachrichtenagentur erzählte.



Laut dem staatlichen Gesundheitsportal gesund.bund.de haben zwischen 50 und 80 Prozent aller Frauen mit PCOS Übergewicht. Gleichzeitig weist das Portal darauf hin, dass eine Gewichtsabnahme bei Übergewicht helfen kann, die Beschwerden zu lindern. Auch das MSD Manual beschreibt, dass Bewegung und Gewichtsverlust dazu beitragen können, die Symptome zu lindern und den Hormonhaushalt wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Ihr Zustand war damals so ernst, dass ihre Ärzte einen chirurgischen Eingriff am Magen empfahlen.



Gut zu wissen: Nicht immer steckt hinter einer Gewichtszunahme nur das Essverhalten. Auch die Schilddrüse kann eine Rolle spielen – mehr dazu lesen Sie in unserem Artikel Kleine Drüse, großer Einfluss: Wenn die Schilddrüse aus dem Takt gerät.



Gegen den gut gemeinten Rat der Liebsten



Nach der Operation veränderte sich Haleys Leben grundlegend. Teilweise wegen des Eingriffs selbst, teilweise aber auch, weil Haley beschloss, nicht länger auf ihre Eltern und Freunde zu hören. Alle sagten ihr nämlich, dass sie sie so lieben, wie sie ist, und dass sie sich keine Sorgen um ihr Aussehen machen solle. Sie selbst wusste jedoch, dass gerade die überschüssigen Kilos die Ursache ihrer Probleme waren. Mit 16 Jahren brachte Haley bereits 175 Kilo auf die Waage, sie war niedergeschlagen und voller Komplexe. Trost suchte sie – wie so viele – im Essen.



Dass ein solcher Eingriff kein „bequemer Ausweg“ ist, betonen auch Fachleute. In Deutschland regelt die S3-Leitlinie „Chirurgie der Adipositas und metabolischer Erkrankungen“ der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV), wann eine solche Operation infrage kommt. Eine Übersichtsarbeit in der Fachzeitschrift Der Chirurg hebt hervor, wie wichtig realistische Erwartungen, eine lebenslange Nachsorge und ein gut abgestimmtes Behandlungsteam sind. Der Eingriff ist also ein Werkzeug – die eigentliche Arbeit beginnt danach.



Etwa ein Kilo pro Woche



Nach der Operation begann sich einiges zu ändern. Haley nahm ungefähr ein Kilo pro Woche ab und verlor in knapp drei Jahren rund 95 Kilo. Spätere Berichte sprechen sogar von insgesamt etwa 110 Kilo über einen Zeitraum von sechs Jahren. Sie sagt, dass sie seitdem regelmäßig trainiert, jeden Morgen läuft und auf ihre Ernährung achtet. An frühere Zeiten erinnert sie heute fast nur noch die überschüssige Haut.



Ein Kilo pro Woche klingt viel – und liegt doch an der oberen Grenze dessen, was Ernährungsfachleute allgemein als gesundes Tempo beschreiben. Wie auch Women’s Health erklärt, gelten etwa 0,5 bis 1 Kilo pro Woche als realistisch und nachhaltig. Bei Haley geschah das unter ärztlicher Begleitung nach einem Eingriff – wer ohne Operation abnehmen möchte, ist mit einem geduldigeren Tempo meist besser beraten. Praktische Anregungen dazu finden Sie in unserem Beitrag 7 Tipps für gesundes Abnehmen.



Was bleibt: die überschüssige Haut



Als Haley vor einiger Zeit über Facebook eine Spendenaktion für eine Operation startete, bei der ihr die überschüssige Haut entfernt werden sollte, berichteten praktisch alle großen Medien weltweit über ihre Geschichte. Doch kaum jemand befasste sich ernsthaft mit ihrer zweifellos großen Leistung. Gegenüber der Agentur erzählte sie, dass die Haut sie jeden Tag an ihren langen Kampf erinnere und auf ihr seelisches Wohlbefinden drücke.



Damit ist sie nicht allein. Eine Untersuchung des Sahlgrenska-Universitätskrankenhauses in Göteborg zeigte, dass die meisten Menschen nach einem starken Gewichtsverlust durch eine Magenoperation unter überschüssiger Haut leiden – Frauen noch häufiger als Männer. Eine systematische Übersichtsarbeit in der Fachzeitschrift Obesity Reviews mit fast 7.000 Teilnehmenden kam zu dem Ergebnis, dass sich nur ein kleiner Teil tatsächlich einer straffenden Operation unterzieht, viele davon aber anschließend über eine bessere Lebensqualität berichten.



Eine ganz ähnliche Erfahrung machte eine junge Frau aus Perth, über die Yahoo News Australien berichtete. Sie hatte ebenfalls 95 Kilo verloren – allerdings ganz ohne Operation, nur durch eine Ernährungsumstellung und tägliches Training auf dem Laufband. Trotzdem musste sie im Sommer dicke Strumpfhosen und Winterkleider tragen, um die Hautfalten zu verbergen. Ein plastischer Chirurg aus Perth erklärte damals, dass solche Geschichten keineswegs selten seien und immer mehr junge Menschen in ihren Zwanzigern nach einer starken Abnahme Hilfe suchten.



Sieben Mahlzeiten, drei Gemüsesorten und ein Genusstag



In einem Gespräch verriet die junge Frau, wie ihr Alltag heute aussieht. Wir haben ihre wichtigsten Gewohnheiten aus Sicht der Ernährungsberatung eingeordnet:




  • Sieben kleine Mahlzeiten am Tag. Nach einem Eingriff am Magen passen oft nur kleine Portionen in den Magen, deshalb verteilen viele Betroffene ihr Essen auf mehrere Mahlzeiten. Für Menschen ohne Operation gilt: Die Zahl der Mahlzeiten ist weniger entscheidend als die Gesamtmenge. Mehr dazu in unserem Artikel Weniger, aber öfter essen? Warum die Tellergröße oft mehr zählt als der Verzicht.

  • Weniger Kohlenhydrate – aber nicht ganz ohne. Haley meidet Kohlenhydrate weitgehend, verzichtet aber nicht vollständig darauf. Das ist ein vernünftiger Mittelweg, denn Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte und Gemüse liefern wertvolle Ballaststoffe.

  • Nie mehr als drei Gemüsesorten auf einmal. Eine ungewöhnliche, aber durchaus nachvollziehbare Regel: Einfache Mahlzeiten sind leichter zu planen und für einen empfindlichen Magen oft bekömmlicher. Wie man mit klugen Kombinationen dennoch möglichst viel aus seinem Gemüse herausholt, lesen Sie im Beitrag Lebensmittel, die die Nährstoffaufnahme verbessern.

  • Kaum Fleisch – aber auch hier kein strenges Verbot. Fleisch hat sie fast vollständig von ihrem Speiseplan gestrichen, aber eben nicht ganz.

  • Keine süßen Getränke. Limonaden und gesüßte Säfte liefern viel Zucker, ohne lange satt zu machen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt in ihrer Richtlinie, freien Zucker auf weniger als zehn Prozent der täglichen Energiezufuhr zu begrenzen.



Und dann die Überraschung: Obwohl sie ständig auf ihre Ernährung achtet, gibt es einen Tag in der Woche, an dem sie sich etwas gönnen darf. Dann gibt es Pizza, Süßes oder ein Sandwich – allerdings alles im Rahmen ihrer erlaubten Kalorienmenge. Haley sagt, dass sie keinen Hunger verspürt und es oft gar nicht schafft, an einem Tag alle Kalorien zu sich zu nehmen, die ihr eigentlich zustünden.



Aus ernährungsfachlicher Sicht ist dieser Genusstag kein Widerspruch, sondern ein kluger Schachzug: Wer sich nichts verbietet, sondern Genuss bewusst einplant, hält eine Umstellung oft länger durch. Wichtig ist nur, dass auch „gesunde“ Lebensmittel Kalorien liefern – warum, erklärt unser Artikel Auch gesunde Zutaten können zu Gewichtszunahme führen.



Jeden Morgen laufen



Haley läuft jeden Morgen. Ob nüchtern oder nach einem kleinen Frühstück, ist dabei eine Frage der persönlichen Vorliebe. Laut Runner’s World zeigte eine Studie der Universitäten Bath und Birmingham, dass beim Laufen vor dem Frühstück mehr Fett verbrannt wird als danach. Gleichzeitig raten Lauftrainer, auf die Signale des eigenen Körpers zu hören und sich nicht zu einem Nüchternlauf zu zwingen. Die WHO empfiehlt Erwachsenen insgesamt 150 bis 300 Minuten moderate Bewegung pro Woche – schon zügige Spaziergänge zählen dazu.



Das Schwerste: das eigene Umfeld



Am schwersten beim Abnehmen waren für Haley aber ihre Eltern und Freunde. Eine Änderung der Essgewohnheiten bedeutet oft auch, das Umfeld zu verändern – Freunde, Kollegen, gemeinsame Rituale. Am härtesten ist die tägliche Routine.



Dass das Umfeld eine enorme Rolle spielt, belegt auch die Wissenschaft. In einer bekannten Studie der Forscher Rena Wing und Robert Jeffery, veröffentlicht im Journal of Consulting and Clinical Psychology, nahmen Menschen, die gemeinsam mit Freunden an einem Abnehmprogramm teilnahmen, mehr ab. Von jenen, die mit Freunden kamen und zusätzlich gezielte Unterstützung erhielten, schlossen 95 Prozent das Programm ab, und zwei Drittel hielten ihr Gewicht danach vollständig. Bei den Teilnehmenden, die allein kamen, schaffte das nur knapp ein Viertel. Eine Auswertung der griechischen MedWeight-Studie deutet zudem darauf hin, dass vor allem positive, ermutigende Unterstützung hilft – und weniger ständige Ratschläge.



Haleys Familie und Freunde meinten es gut, als sie sagten, sie solle sich so annehmen, wie sie ist. Doch manchmal ist die liebevollste Unterstützung die, die den eigenen Wunsch nach Veränderung ernst nimmt.



Was wir aus Haleys Geschichte mitnehmen können




  • Ursachen abklären lassen: Hormonelle Störungen wie PCOS oder Schilddrüsenprobleme können das Gewicht beeinflussen. Ein Gespräch mit der Hausärztin oder dem Hausarzt ist ein guter erster Schritt. Mögliche weitere Zusammenhänge beleuchtet unser Beitrag Warum manche Menschen essen, was sie wollen.

  • Geduld statt Blitzdiät: Große Veränderungen brauchen Zeit – Haley brauchte Jahre, nicht Wochen.

  • Genuss einplanen: Ein bewusster Genusstag kann helfen, langfristig dranzubleiben.

  • Kleine Rituale nutzen: Ein festes Abendritual kann den Griff zu Süßem ersetzen – eine Idee dafür finden Sie in 4 Zutaten, ein Glas am Abend: Das Ingwer-Gurken-Petersilie-Zitrone-Getränk, das Ihren Stoffwechsel unterstützen kann.

  • Verbündete suchen: Ob Freundin, Partner oder Selbsthilfegruppe – gemeinsam fällt der Weg leichter.

  • Auch an die Seele denken: Wer sehr viel abnimmt, braucht oft auch Zeit, um sich an den neuen Körper zu gewöhnen. Professionelle Unterstützung ist hier keine Schwäche, sondern Stärke.



Quellen und weiterführende Informationen


 
Gewichtsabnahme
 
Hormonstörung PCOS
 
Magenoperation
 
Ernährungsumstellung
 
Bewegungsgewohnheiten
 





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Februar 2015
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