Neuesten Nachrichten


Interaktive Widgets:




Kleine Drüse, großer Einfluss: Wenn die Schilddrüse aus dem Takt gerätKleine Drüse, großer Einfluss: Wenn die Schilddrüse aus dem Takt gerätKleine Drüse, großer Einfluss: Wenn die Schilddrüse aus dem Takt gerätKleine Drüse, großer Einfluss: Wenn die Schilddrüse aus dem Takt gerätKleine Drüse, großer Einfluss: Wenn die Schilddrüse aus dem Takt gerät


Datum: 30. AUG 26 - GUT ZU WISSEN
Kleine Drüse, großer Einfluss: Wenn die Schilddrüse aus dem Takt gerät
Die Schilddrüse steuert Energie, Herzschlag und Stoffwechsel – Frauen sind davon deutlich häufiger betroffen als Männer, auch wenn sich erste Anzeichen oft nur als Müdigkeit zeigen.

Eine Leserin aus Süddeutschland erzählte uns kürzlich, wie sie monatelang ihre Erschöpfung, kalte Hände und den schleichenden Gewichtsanstieg auf Stress im Job schob – bis ein Routine-Bluttest beim Hausarzt eine Schilddrüsenunterfunktion zutage brachte. „Im Nachhinein waren die Zeichen alle da", sagt sie, „ich habe sie einfach nicht als solche erkannt." Genau diese Geschichte hören Ärztinnen und Ärzte immer wieder – und sie zeigt, wie leise sich Schilddrüsenprobleme oft ankündigen.



Schätzungen zufolge ist in Europa ein erheblicher Teil der Erwachsenen von einer Schilddrüsenfunktionsstörung betroffen, vielen davon ist es gar nicht bewusst.



Was die Schilddrüse eigentlich tut



Die Schilddrüse produziert zwei zentrale Hormone: T3 (Trijodthyronin) und T4 (Thyroxin). Diese kleinen Botenstoffe entscheiden mit darüber, wie schnell unser Körper Energie verbrennt, wie das Herz schlägt, wie die Verdauung funktioniert und ob wir uns wach oder ständig müde fühlen.



Gesteuert wird sie vom Hormon TSH (Thyreotropin), das die Hirnanhangdrüse (Hypophyse) ausschüttet – vergleichbar mit einem Dirigenten, der dem Orchester das Tempo vorgibt. Ist der TSH-Wert hoch, arbeitet die Schilddrüse tendenziell zu langsam (Hypothyreose); ist er niedrig, deutet das eher auf eine Überfunktion hin (Hyperthyreose).



Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO Europa) nimmt das Risiko für einen Jodmangel in der europäischen Bevölkerung durch veränderte Ernährungsgewohnheiten aktuell sogar wieder zu – ein Faktor, der die Schilddrüsenfunktion direkt beeinflussen kann. Hormonelle Umstellungen, etwa in Schwangerschaft, nach der Geburt oder in den Wechseljahren, gelten zudem als möglicher Grund, warum Frauen häufiger betroffen sind als Männer.



Woran erkennt man mögliche Anzeichen?



Genau hier liegt die Schwierigkeit: Die Symptome sind oft so unspezifisch, dass sie schnell auf Stress, Schlafmangel oder das Älterwerden geschoben werden. Bei einer möglichen Unterfunktion berichten manche Menschen von anhaltender Müdigkeit, Kälteempfindlichkeit, Haarausfall, trockener Haut oder einer schleichenden Gewichtszunahme trotz gleichbleibender Ernährung. Bei einer möglichen Überfunktion können Herzklopfen, innere Unruhe, vermehrtes Schwitzen, ungewollter Gewichtsverlust oder Zittern der Hände auftreten.



Wichtig: Diese Symptome können viele Ursachen haben und sind kein Ersatz für eine ärztliche Abklärung – wer mehrere davon über längere Zeit bei sich beobachtet, sollte das mit einem Arzt oder einer Ärztin besprechen.



Die Kontrolle ist unkompliziert



Ein Schilddrüsen-Check gehört zu den einfacheren Laboruntersuchungen: Aus einer Blutprobe lassen sich TSH, T3 und T4 bestimmen, die Kosten liegen je nach Anbieter meist im niedrigen zweistelligen Euro-Bereich, das Ergebnis liegt oft noch am selben Tag vor.



Manche Fachgesellschaften empfehlen, die Schilddrüsenwerte in gewissen Abständen kontrollieren zu lassen, insbesondere bei familiärer Vorbelastung oder bei unklaren Beschwerden – die genaue Empfehlung besprechen Sie am besten mit Ihrem Hausarzt oder Ihrer Hausärztin, da sie von Alter, Geschlecht und Risikofaktoren abhängt.



Was man selbst unterstützend tun kann



Bei ernsthaften Funktionsstörungen ist eine ärztliche Behandlung unverzichtbar. Ergänzend dazu greifen viele Menschen seit jeher auf bewährte Hausmittel zurück, die die Schilddrüse im Alltag unterstützen können.



Jod ist ein Grundbaustein für die Hormonproduktion der Schilddrüse. Bereits vor Jahrzehnten wurde vielerorts jodiertes Speisesalz eingeführt, weil Jodmangel-bedingte Kropfbildung damals weit verbreitet war. Diese Maßnahme gilt als einer der großen Erfolge der öffentlichen Gesundheitsvorsorge des 20. Jahrhunderts. Heute warnen Fachleute jedoch, dass der Rückgang von Brot und Hausmannskost zugunsten stark verarbeiteter Lebensmittel – oft mit nicht-jodiertem Salz – diesen Fortschritt teilweise wieder gefährden könnte. Meeresfisch, etwa Lachs, gilt als eine gute Jodquelle im Speiseplan.



Aus der Volksmedizin ist zudem die Walnuss als Unterstützung für die Schilddrüse bekannt. Ein Grund dafür könnte ihr Gehalt an Selen sein – einem Spurenelement, das für die Aktivierung der Schilddrüsenhormone eine Rolle spielt. Auch Paranüsse gelten wegen ihres hohen Selengehalts als natürliche Quelle.



Auch Kräutern wird traditionell eine unterstützende Wirkung nachgesagt. Für die Ashwagandha-Wurzel, ein Adaptogen aus der ayurvedischen Heilkunde, liegt eine randomisierte, placebokontrollierte Studie aus dem Jahr 2018 vor, die bei Menschen mit einer leichten (subklinischen) Schilddrüsenunterfunktion Veränderungen der TSH- und T4-Werte beobachtete – ein interessanter, aber noch begrenzter Forschungsstand, der eine ärztliche Abklärung nicht ersetzt. In der heimischen Kräuterkunde greifen manche Menschen ergänzend auch zu Melisse- oder Thymiantee, denen traditionell eine beruhigende Wirkung zugeschrieben wird.



Die Rolle von Stress



Neuere Untersuchungen legen nahe, dass nicht nur die Ernährung, sondern auch chronischer Stress das hormonelle Gleichgewicht beeinflussen kann: Anhaltender Stress führt zur Ausschüttung von Cortisol, das mit der Schilddrüsenfunktion in Wechselwirkung steht. Entspannungsrituale wie ein täglicher Spaziergang, bewusste Atemübungen oder eine Tasse Lavendeltee gehören zu den einfachen, gut belegten Methoden, das Nervensystem herunterzufahren.



Mehr zum Zusammenhang zwischen Ernährung und Wohlbefinden lesen Sie auch in unserem Beitrag „5 nützliche Eigenschaften getrockneter Aprikosen", der unter anderem auf ihre unterstützende Wirkung bei Schilddrüsenproblemen eingeht.



Warum man Beschwerden nicht ignorieren sollte



Eine unbehandelte Schilddrüsenfehlfunktion kann auf Dauer weitreichendere Folgen haben. Eine Unterfunktion wird unter anderem mit erhöhten Cholesterinwerten in Verbindung gebracht, eine unbehandelte Überfunktion kann Herzrhythmusstörungen begünstigen. Umso wichtiger ist eine frühzeitige Abklärung durch Fachpersonal, statt Beschwerden über Jahre zu verschleppen.



Auch äußerliche Anzeichen können manchmal ein Hinweis sein – mehr dazu in unserem Artikel „Was die Falten auf Ihrem Gesicht über Ihre Gesundheit aussagen".



Fazit



Die Schilddrüse ist ein kleines Organ mit großer Wirkung. Ein regelmäßiger Check, ein aufmerksamer Blick auf den eigenen Körper und ein bewusster Lebensstil – mit ausreichend Jod, Selen und Erholung – können viel dazu beitragen, sie im Gleichgewicht zu halten. Bei anhaltenden oder ungewöhnlichen Beschwerden gilt jedoch immer: ärztlichen Rat einholen, statt selbst zu diagnostizieren.


 
Schilddrüsenfunktionsstörung
 
Symptome Schilddrüsenprobleme
 
Jodmangel Europa
 
Hausmittel Schilddrüse unterstützen
 
Stress Schilddrüsenfunktion
 





Rundum gesund - RSS
Copyright (c)
Rundgesund.com
Februar 2015
π Kontakt:
info@rundgesund.com
Über uns   |   Facebook Rundum Gesund - Seitenanfang