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Ihre Zunge verrät mehr, als Sie denken: Was der weiße Belag am Morgen wirklich bedeutetIhre Zunge verrät mehr, als Sie denken: Was der weiße Belag am Morgen wirklich bedeutetIhre Zunge verrät mehr, als Sie denken: Was der weiße Belag am Morgen wirklich bedeutetIhre Zunge verrät mehr, als Sie denken: Was der weiße Belag am Morgen wirklich bedeutetIhre Zunge verrät mehr, als Sie denken: Was der weiße Belag am Morgen wirklich bedeutet


Datum: 25. AUG 26 - GUT ZU WISSEN
Ihre Zunge verrät mehr, als Sie denken: Was der weiße Belag am Morgen wirklich bedeutet
Ein weißlicher Belag auf der Zunge am Morgen ist bei den meisten Menschen völlig normal und in der Regel harmlos – er kann aber ein nützlicher Hinweisgeber für die eigene Mundhygiene sein.

Werfen Sie morgens einen Blick auf Ihre Zunge, bevor Sie sich die Zähne putzen? Die wenigsten tun das. Dabei sitzen dort schätzungsweise bis zu 80 % aller Bakterien der Mundhöhle – deutlich mehr als auf den Zähnen selbst (meridol). Wer sich fragt, warum der Atem trotz gründlichem Zähneputzen nicht ganz frisch wirkt, findet die Antwort oft genau dort: auf der rauen, gefurchten Oberfläche der Zunge.



„Seit Jahren kämpfe ich mit unangenehmem Atem, der mich sozial stark verunsichert hat", schreibt ein Betroffener in einem Erfahrungsbericht, den die Stiftung Warentest im Rahmen einer Untersuchung zu Mundgeruch veröffentlicht hat. Eine andere Nutzerin berichtet, sie kaue seither ständig Kaugummi und traue sich kaum noch, anderen Menschen nahezukommen (Stiftung Warentest). Solche Erfahrungen sind keine Seltenheit: Schätzungen zufolge ist etwa jeder Vierte zeitweise von Mundgeruch betroffen, bei rund 6 Prozent hält er dauerhaft an (ECDI).



Warum die Zunge so wichtig ist


Zähneputzen, Zahnseide und selbst aufwendige „Entgiftungskuren" bringen wenig, wenn die Zunge dabei außer Acht gelassen wird. Sie gilt als eines der größten bakteriellen Reservoire der Mundhöhle – kein Wunder, denn ihre raue, papillenreiche Oberfläche bietet Bakterien, abgestorbenen Zellen und Speiseresten einen idealen Nährboden (Zahnputzladen-Blog). Ein weißlicher Zungenbelag, wie ihn viele Menschen morgens bemerken, entsteht vor allem über Nacht, wenn der Speichelfluss reduziert ist und sich Bakterien ungestört vermehren können.



Dieser Belag wird häufig mit unangenehmem Atem in Verbindung gebracht – laut mehreren Quellen soll er bei einem erheblichen Teil der Fälle von Mundgeruch eine Rolle spielen (ZWP online). Auch ein möglicher Zusammenhang mit Zahnfleischproblemen und Karies wird in der zahnmedizinischen Fachliteratur diskutiert, wobei die Studienlage hier nicht ganz einheitlich ist (dazu weiter unten mehr). In jedem Fall gilt: Ein dauerhaft auffälliger, sich verfärbender oder schmerzender Zungenbelag sollte zahnärztlich oder ärztlich abgeklärt werden – er kann, muss aber nicht, auf andere Ursachen hinweisen.



Wie reinigt man die Zunge richtig?


Einen Zungenreiniger können Sie sich kaufen – im Notfall tut es aber auch der Rücken eines Löffels, den viele Zahnbürsten inzwischen ohnehin schon integriert haben (AOK). Wichtig ist dabei die richtige Technik: Die Zunge weit herausstrecken, den Reiniger am hinteren, sichtbaren Bereich ansetzen und mit sanftem Druck nach vorne ziehen. Zu festes Schaben kann die empfindliche Zungenoberfläche reizen und ist nicht nötig.



Manche Anwender empfinden eine leichte, massierende Bewegung während der Reinigung als angenehm – auf der Zunge liegen einige Punkte, die in der traditionellen Akupunktur eine Rolle spielen, auch wenn hierzu keine belastbare wissenschaftliche Evidenz vorliegt. Zahnärzte empfehlen üblicherweise, die Zungenreinigung fest in die tägliche Mundhygiene zu integrieren, am besten morgens und abends gemeinsam mit dem Zähneputzen (Zahnärzte Baden-Baden). Nach jeder Reinigung sollte der Mund gründlich mit Wasser ausgespült werden.



Was die Forschung dazu sagt


Die wissenschaftliche Datenlage zur Zungenreinigung ist interessanter, als man denkt. Mehrere Studien – vor allem aus dem asiatischen Raum – berichten von einer messbaren Reduktion geruchsbildender Schwefelverbindungen durch regelmäßiges Zungenschaben (ZWP online). Eine belgische Untersuchung an Parodontitis-Patienten kam hingegen zu einem überraschenden Ergebnis: Nach 14 Tagen regelmäßiger Zungenreinigung ließ sich zwar der sichtbare Belag deutlich reduzieren, ein Effekt auf die Gesamtbakterienmenge im Mund war jedoch nicht nachweisbar (zm-online). Das zeigt: Ein sauberer Eindruck und eine tatsächlich veränderte Bakterienzusammensetzung sind nicht immer dasselbe.



Auch ein aktueller Cochrane-Review zu verhaltensbasierten Ansätzen in der Mundhygieneberatung bei Zahnfleischerkrankungen kommt zu einem vorsichtigen Schluss: Die Evidenz reicht bislang nicht aus, um einen klaren zusätzlichen Nutzen solcher Programme sicher zu belegen (Cochrane Deutschland). Das bedeutet nicht, dass Zungen- und Mundhygiene wirkungslos wären – im Gegenteil, sie gelten weiterhin als sinnvoller Baustein der täglichen Pflege –, sondern lediglich, dass pauschale Wundermittel-Versprechen mit Vorsicht zu genießen sind.



Wann zum Arzt?


Ein gelegentlicher weißer Morgenbelag ist meist kein Grund zur Sorge. Anders sieht es aus, wenn der Belag trotz regelmäßiger Reinigung über mehrere Wochen bestehen bleibt, sich die Farbe deutlich verändert oder zusätzliche Beschwerden wie Schmerzen, Brennen oder Blutungen auftreten (Dental-Ratgeber). Auch bei anhaltendem Mundgeruch trotz sorgfältiger Mundhygiene empfiehlt sich eine fachliche Abklärung – der Zahnarzt ist hierfür laut Deutscher Gesellschaft für Parodontologie in den meisten Fällen die richtige erste Anlaufstelle (DG PARO).



Das Wichtigste in Kürze



  • Bis zu 80 % der Mundbakterien sitzen auf der Zunge, nicht auf den Zähnen.

  • Ein weißer Morgenbelag ist meist harmlos, kann aber mit Mundgeruch und weiteren Beschwerden in Verbindung stehen.

  • Zungenreiniger oder Zahnbürstenrücken reichen für die tägliche Pflege oft aus.

  • Anhaltende oder auffällige Veränderungen gehören in fachliche Hände.



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