Lassen Sie uns erklären, warum gerade Magnesiummangel einer der am meisten unterschätzten Gründe für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist, die weltweit immer noch die Haupttodesursache darstellen.
Was sagen die Studien?
Eine Gruppe internationaler Forscher untersuchte alle bedeutenden Studien, die seit 1937 veröffentlicht wurden, das sind fast 90 Jahre wissenschaftliche Erkenntnisse. Ihre überraschende Entdeckung: Niedrige Magnesiumspiegel im Körper stehen in engem Zusammenhang mit Herz- und Gefäßproblemen.
Die Forscher fragten sich, warum trotz jahrzehntelanger Anwendung von Statinen (das sind Medikamente, die den Fettgehalt im Blut senken) immer noch eine außergewöhnlich hohe Sterblichkeit durch Herzerkrankungen festgestellt wird. Und sie fanden heraus, dass die Ursache nicht dort liegt, wo wir sie bisher gesucht haben.
Magnesium: der stille Held in Ihrem Körper
Magnesium ist ein Mineral, das unser Körper unbedingt für mehr als 300 verschiedene Aufgaben benötigt: von der Funktion der Muskeln und Nerven bis zur Regulierung von Blutzucker und Blutdruck. Aber hier beginnt die Geschichte erst.
Bei Magnesiummangel im Körper beginnen kleine Veränderungen, die lange unbemerkt bleiben. Die Gefäße beginnen sich langsam zu verstopfen, der Blutdruck steigt, und das Herz kämpft, um das Gleichgewicht dennoch zu halten. Langsam, aber stetig zeigt der Körper Anzeichen von Erschöpfung.
Eine im Journal BMJ Open Heart veröffentlichte Studie weist darauf hin, dass niedrige Magnesiumspiegel direkt mit der Verkalkung von Weichteilen in Zusammenhang stehen. Das bedeutet, dass die Weichteile, wie etwa Gefäße, zu verhärten beginnen, als würde sich darin Kalk ablagern. Das erhöht das Risiko eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls.
Kalzium ohne Magnesium? Gefährliche Kombination
Viele Menschen nehmen heute Nahrungsergänzungsmittel mit Kalzium ein, sei es für die Knochen oder gegen Osteoporose. Doch hier lauert eine Gefahr. Nimmt man Kalzium ohne genügend Magnesium auf, kann das ein Ungleichgewicht verursachen, wodurch sich die Gefahr der Gefäßverhärtung noch erhöht.
Wie die bekannte amerikanische Ernährungswissenschaftlerin Dr. Carolyn Dean erklärt, wäre das ideale Verhältnis von Kalzium zu Magnesium 1:1, während die meisten Menschen heutzutage sogar fünfmal mehr Kalzium als Magnesium zu sich nehmen – was völlig falsch ist.
Was sagt die Statistik?
Nach Angaben des Nationalen Gesundheitsinstituts der USA (NIH):
- nehmen mehr als 60 % der Erwachsenen nicht die empfohlene Menge Magnesium auf;
- haben in den USA etwa 48 % der Bevölkerung einen Magnesiumspiegel im Blut unterhalb des Normalwerts;
- für Europa gibt es keine ganz genauen Daten, aber Ernährungsmuster deuten auf einen ähnlichen Mangel wie in den USA hin.
Warum fehlt Magnesium?
In der Vergangenheit nahmen unsere Vorfahren Magnesium auf natürliche Weise mit Trinkwasser auf, das über steinigen Boden floss, mit Gemüse aus dem eigenen Garten und mit Getreide, das nicht industriell verarbeitet war. Heute essen wir vor allem verarbeitete Lebensmittel, die reich an Salz, Zucker und Konservierungsstoffen sind, die Magnesium aus dem Körper ausschwemmen.
Außerdem entzieht der heutige, oft hohe Stress unserem Körper zusätzliches Magnesium. Experten sagen, jedes Mal, wenn Sie gestresst sind, verbraucht Ihr Körper mehr Magnesium, weil es zur Beruhigung des Nervensystems gebraucht wird.
Hülsenfrüchte, Nüsse und ... das Problem der modernen Ernährung
Ein weiteres Problem: Die heutige Ernährung enthält oft keine magnesiumreichen Lebensmittel. Hülsenfrüchte, wie Bohnen, Linsen und Kichererbsen, sowie Nüsse, wie Mandeln, Haselnüsse und Cashewkerne, zählen zu den besten natürlichen Quellen. Doch die meisten Menschen essen davon zu wenig.
100 Gramm Mandeln enthalten zum Beispiel etwa 270 mg Magnesium, was bereits etwa 70 % des Tagesbedarfs eines Erwachsenen deckt. Aber wie viele Menschen essen das tatsächlich jeden Tag? Und wie viele greifen stattdessen zu Keksen oder Sandwiches?
Das Herz schlägt, wenn es genug „Treibstoff“ hat
Der Herzmuskel besitzt mehr Rezeptoren für Magnesium als jeder andere Muskel im Körper. Ohne Magnesium arbeitet er träger, unregelmäßig, erschöpft. Und hier entsteht das bekannte Gefühl des "Herzstolperns", das viele so beschreiben, als würde sich das Herz im Brustkorb umdrehen.
Laut einer Studie des European Journal of Clinical Nutrition erleben Menschen mit ausreichender Magnesiumzufuhr um 30 % seltener einen Herzinfarkt.
Darüber hinaus stellt eine Studie aus dem Jahr 2013 im Journal Circulation fest, dass ein langfristiger Magnesiummangel zu chronisch erhöhtem Blutdruck führt, was ein direkter Einstiegspunkt für Herzprobleme ist.
Magnesium in der Volksmedizin
Die Alten verwendeten vielleicht andere Begriffe, kannten aber gut die Wirkung magnesiumreicher Lebensmittel. Außerdem empfahlen sie Bäder mit Epsom-Salz – das ist ein Salz, das besonders reich an Magnesiumsulfat ist, das über die Haut vom Körper aufgenommen wird und beruhigend, entspannend und entgiftend wirkt.
Was können Sie also tun?
Wenn Sie Probleme mit Herz oder Blutdruck haben, greifen Sie nicht zuerst zu Medikamenten. Prüfen Sie zunächst, ob Ihrem Körper vielleicht einfach Grundbausteine wie Magnesium fehlen.
Nach den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sollte ein Erwachsener täglich mindestens 310 bis 420 mg Magnesium aufnehmen, je nach Geschlecht und Alter. Diese Menge erreichen Sie aber schnell mit ein paar einfachen Schritten:
- morgens eine Handvoll Kürbiskerne,
- über den Tag ein paar Mandeln oder Cashewkerne,
- zum Mittagessen Linsen oder Kichererbsen als Beilage,
- und abends ein Bad mit Magnesiumsalz.
All das können Sie ohne Nebenwirkungen und ohne teure Medikamente umsetzen.
Fazit
Es klingt vielleicht einfach, aber die Wahrheit ist: Gesundheit liegt nicht immer in komplizierten Therapien, sondern oft in kleinen, übersehenen Dingen. Magnesium ist kein Wundermittel, kann aber für viele ein Wendepunkt sein.
Das Herz, als stärkster Muskel im Körper, schlägt für Sie 100.000-mal am Tag. Fragen Sie sich: Geben Sie ihm, was es braucht?

























