Die Leber ist das größte innere Organ. Unter anderem ist sie für den Stoffwechsel von Zucker und Fett, die Entgiftung, die Speicherung von Vitaminen und Eisen zuständig. Wenn sich darin Fett ansammelt, und zwar nicht durch Alkohol, sondern wegen Ernährung und Lebensstil, spricht man von nicht-alkoholischer Fettleber, auf Englisch NAFLD (Non-Alcoholic Fatty Liver Disease).
Man schätzt, dass diese Erkrankung etwa 25 % der Weltbevölkerung betrifft, bei älteren Erwachsenen sogar bis zu 35 %.
Was sagt die Wissenschaft? Die schwedische Studie bringt neue Erkenntnisse
Eine von einem Team schwedischer Wissenschaftler durchgeführte und in der renommierten Zeitschrift Cell Metabolism veröffentlichte Studie hat überraschende Ergebnisse geliefert. Daran nahmen 10 Menschen teil, die alle Probleme mit Übergewicht und nachweislich eine verfettete Leber hatten.
Die Wissenschaftler stellten ihnen eine spezielle Diät zusammen, bei der sie die Menge der Kohlenhydrate senkten, aber die Gesamtzahl der Kalorien gleich ließen. Das bedeutet, sie aßen nicht weniger, nur anders. Schon nach nur zwei Wochen reagierte die Leber fast unglaublich.
Im Durchschnitt nahm die Menge an Fett in der Leber um 30 % ab, zusätzlich verbesserten sich weitere Gesundheitsindikatoren – zum Beispiel die Menge der Fettsäuren, die der Körper selbst produziert. Das bedeutet, die Leber fing buchstäblich an, „freier zu atmen“.
Was bedeutet das praktisch?
Kohlenhydrate sind all jene Lebensmittel, die uns schnell Energie liefern: Brot, Nudeln, Reis, Kartoffeln, aber auch Zucker in jeder Form. Wenn wir zu viel davon essen und uns nicht genug bewegen, wird der Überschuss zuerst als Körperfett gespeichert und beginnt dann, sich auch dort abzulagern, wo es nicht erwünscht ist: in der Leber.
Wenn wir die Zufuhr von Kohlenhydraten reduzieren, stellt der Körper auf eine andere Arbeitsweise um. Er beginnt, vermehrt Fett als Energiequelle zu nutzen, wodurch auch das in der Leber gespeicherte Fett abgebaut wird. Genau das ist bei den schwedischen Studienteilnehmern passiert.
Was sagen Erfahrungen und Volksweisheit?
Schon früher beobachteten Menschen ihren Körper genau und bemerkten schnell, wenn mit der Leber etwas nicht stimmte. Es traten rote Augen, ein bitterer Geschmack im Mund, grundlose Müdigkeit und Hautprobleme auf. Dann war es Zeit für eine Leberreinigung.
Sie verwendeten Löwenzahnsaft, Artischocken, Mariendistel und Sauerkraut. Löwenzahn zum Beispiel fördert die Leber- und Gallenfunktion und beschleunigt die Ausscheidung von Giftstoffen aus dem Körper. Mariendistel enthält Silibinin, das laut Wissenschaftlern der Universität Minnesota zu den wirksamsten Stoffen bei der Regeneration geschädigter Leberzellen zählt.
Doch zurück zu den Kohlenhydraten: Alte Volksweisheit warnte stets vor zu viel Brot. Damals war Brot mit Zusätzen – Kartoffeln, Bohnen, Samen – eher die Ausnahme als die Regel. Süßigkeiten waren eine festliche Besonderheit, keine tägliche Gewohnheit. Darin liegt das Grundproblem unserer Zeit.
Was empfehlen Experten?
Die Amerikanische Vereinigung zur Erforschung von Lebererkrankungen (AASLD) empfiehlt in ihrem Leitfaden von 2023, dass Menschen mit NAFLD mindestens 7–10 % ihres Körpergewichts verlieren, da sich damit die Fettmenge in der Leber deutlich verringert. Wie man abnimmt, ist dabei wichtig. Am besten ist es, die Aufnahme von Zucker und einfachen Kohlenhydraten zu reduzieren.
Eine Studie der Yale-Universität aus dem Jahr 2022 bestätigte, dass schon eine Reduzierung der Kohlenhydrate auf 30 % der täglichen Zufuhr einen starken Einfluss auf die Lebergesundheit hat. Das heißt: Wer 2000 Kalorien pro Tag zu sich nimmt, sollte maximal 600 Kalorien (etwa 150 Gramm) aus Kohlenhydraten beziehen.
Allerdings: Nicht alle Kohlenhydrate sind gleich. Obst, Vollkorngetreide und Hülsenfrüchte enthalten Ballaststoffe, Vitamine und „langsame“ Zuckerarten, die den Blutzucker nicht rasch ansteigen lassen. Problematisch sind hingegen Weißbrot, Zucker, Gebäck, Eis und süße Getränke.
Und die Risiken?
Eine Reduzierung der Kohlenhydrate hat Vorteile, ist aber nicht für alle geeignet. Wer Typ-1-Diabetes, Nierenerkrankungen oder andere Stoffwechselstörungen hat, sollte unbedingt vorher mit einem Arzt sprechen. Auch Schwangere und Stillende sollten vorsichtig sein.
Wissenschaftler der Harvard Medical School weisen darauf hin, dass eine langfristig ausgewogene, abwechslungsreiche und natürliche Ernährung am sichersten ist.
Kann eine Diät ohne Brot und Nudeln Ihre Leber heilen?
Haben Sie Probleme mit Fettleber und trinken keinen Alkohol, besteht eine große Wahrscheinlichkeit, dass die Ursache tatsächlich in der Ernährung liegt. Die schwedische Studie hat es gezeigt: Weniger Kohlenhydrate – gesündere Leber. Sie müssen jedoch nicht ganz auf Brot oder Nudeln verzichten. Entscheidend ist maßvoller und bewusster Konsum.
Wenn Sie eine Umstellung planen, beginnen Sie langsam. Greifen Sie anstelle von Weißbrot zu Roggenbrot. Statt Kartoffeln essen Sie Gemüse. Ersetzen Sie süße Getränke durch Wasser oder ungesüßten Tee. Und vor allem: Hören Sie auf Ihren Körper.























