Datum: 16. MAI 26 - GUT ZU WISSEN
Warum angebrannter Toast am Morgen keine gute Idee ist
Wussten Sie, dass Sie mit geröstetem Toast zum Frühstück mehr Schaden als Nutzen anrichten können? Also Vorsicht ...

Beim Backen von Brot, besonders von Weißbrot, bildet sich bei hohen Temperaturen ein unangenehmer Stoff namens Acrylamid. Falls Sie dieses Wort noch nicht gehört haben: Das ist eine chemische Verbindung, die entsteht, wenn stärkehaltige Zutaten (also solche, die viel in Brot, Kartoffeln und Gebäck vorkommen) auf über 120 Grad Celsius erhitzt werden. Je stärker das Essen gebräunt ist, desto mehr enthält es von dieser Substanz.

Professor Robert Thomas, Onkologe und Forscher aus Großbritannien, warnte, dass dieser Stoff alles andere als harmlos ist. Acrylamid kann das genetische Material in unseren Zellen, also die DNA, schädigen – und wenn solche Veränderungen im Körper auftreten, steigt das Risiko für Krebs.

In den USA begann man 2002 erstmals, Acrylamid in Lebensmitteln genauer zu erforschen. Bis heute haben verschiedene Institutionen wie die US-amerikanische Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde (FDA) bestätigt, dass dieser Stoff das Nervensystem beeinträchtigen und sogar das Risiko für einige Krebsarten erhöhen kann. Laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) aus dem Jahr 2015 gilt Acrylamid wahrscheinlich als krebserregend für Menschen.

Und Vorsicht – das betrifft nicht nur Toast. Viel davon steckt auch in:
  • gebackenen Kartoffeln (vor allem frittierten),

  • knusprigen Crackern,

  • industriell gebackenen Keksen,

  • Frühstückscerealien und sogar in Instantkaffee.

Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass etwa 99 % der Erwachsenen täglich eine gewisse Menge Acrylamid aufnehmen – am meisten tatsächlich über stark gebräunte Lebensmittel. Und es wird noch schlimmer: Kinder, die kleiner sind und mehr Essen pro Kilogramm Körpergewicht zu sich nehmen, sind noch stärker gefährdet.

Ist die schwarze Kruste vom Toast wirklich so problematisch?

Ja. Die Farbe ist ein gutes Warnsignal. Je dunkler das Brot, desto mehr Acrylamid enthält es. Wenn Sie bemerken, dass die Ränder schon fast schwarz sind, schneiden Sie sie lieber weg oder toasten Sie das Brot weniger lange. Unsere Vorfahren haben Brot immer langsam bei moderater Hitze gebacken. Es ging dabei nicht nur um den Geschmack, sondern auch um die Gesundheit. Klar gesagt: Wer täglich gerösteten Toast isst, kann langfristig sein Risiko für Krebs im Verdauungstrakt, in der Leber und in den Nieren erhöhen. Einige Studien zeigen, dass Acrylamid auch das Nervensystem beeinträchtigen und Störungen wie Zittern, schlechtes Gedächtnis und Müdigkeit hervorrufen kann.

Süße Marmelade – zusätzliches Öl ins Feuer

Und jetzt zu einem weiteren Problem. Viele bestreichen Toast mit Marmelade. Vielleicht Selbstgemachte, vielleicht Gekaufte – aber fast immer enthält sie Zucker. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sollten Erwachsene nicht mehr als 25 Gramm freien Zucker am Tag aufnehmen (das entspricht etwa 6 Teelöffeln), doch die meisten überschreiten diese Grenze schon mit dem Frühstück. Ein Esslöffel Marmelade kann bis zu 10 Gramm Zucker enthalten – und viele nehmen davon reichlich. Eine Studie, veröffentlicht 2023 im Fachblatt Nature Communications, zeigte, dass Menschen mit hohem Zuckerkonsum ein um 44 % erhöhtes Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs aufweisen. Eine weitere Untersuchung mit 800.000 Teilnehmern aus 10 Ländern (EPIC-Studie) bewies einen Zusammenhang zwischen Zuckerkonsum und Darmkrebs.

Was also zum Frühstück essen?

Wer gesünder leben will, muss nichts Exotisches essen. Statt Marmelade können Sie Toast mit Avocado bestreichen. Diese Frucht ist voller gesunder Fette, die sich förderlich aufs Herz auswirken, das schlechte Cholesterin senken und länger satt machen. Außerdem enthält Avocado über 20 verschiedene Vitamine und Mineralstoffe, darunter Vitamin E, Kalium und Magnesium. Sie enthält auch sogenannte Carotinoide, die die Zellen vor Schäden und Entzündungen schützen. Statt Brot können Sie auch Haferbrei mit Apfel oder Heidelbeeren nehmen, der viele Ballaststoffe enthält. Die verbessern die Verdauung, regulieren den Blutzucker und senken das Risiko für Darmkrebs.

Mundhygiene und Krebs – eine überraschende Verbindung

Kommen wir zu etwas, das oft übersehen wird – dem Zähneputzen. Das mag banal erscheinen, doch mehr als 60 verschiedene Studien weltweit haben bestätigt, dass schlechte Mundhygiene das Risiko für Krebs im Mundraum, im Rachen und in der Speiseröhre erhöht.

In einer von der Harvard Medical School geführten Studie wurde festgestellt, dass Menschen mit entzündetem Zahnfleisch ein um 74 % höheres Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs haben. Zahnfleischentzündungen führen zu einer dauerhaft vorhandenen, niedriggradigen Entzündungsreaktion im Körper, die das gesamte System beeinträchtigen kann. Wir empfehlen, die Zähne zweimal täglich zu putzen und zusätzlich Zahnseide zu verwenden, da sie Speisereste entfernt, die die Bürste nicht erreicht. Das Zahnfleisch können Sie außerdem durch Kauen von Salbeiblättern stärken oder es mit Wasser spülen, in dem Kamille oder Ringelblume eingeweicht wurden – zwei alte Heilpflanzen mit entzündungshemmender Wirkung.

Was sagen unsere Vorfahren?

Auch wenn wir uns heute oft auf die Wissenschaft verlassen, wussten unsere Großeltern und Urgroßeltern genau, was „nicht zu gebräunt“ und „nicht zu süß“ bedeutet. Früher war Gesundheit etwas, das man täglich mit sich trug – mit einem getrockneten Apfel in der Tasche und der Gewohnheit, abends den Mund mit Salbeitee zu spülen. Volksheilkunde ist keine Magie – es geht ums Beobachten, um Umsicht und um Vertrauen in die Natur. Ob Kräuter, Ernährung oder ganz einfach die Gewohnheit, den Tag mit vollwertigem Essen und nicht mit angebranntem Brot zu beginnen.

Zum Schluss

Auch wenn es nach Kleinigkeiten klingt – wie Toast mit Marmelade – sind es doch genau diese Gewohnheiten, aus denen sich langfristige Gesundheit aufbaut. Und wenn der Austausch der schwarzen Kruste gegen frischen Brei oder auch mal eine Avocado dazu beiträgt, das Krankheitsrisiko zu senken – warum nicht ausprobieren? Für Gesundheit brauchen wir keine teuren Ergänzungsmittel – vor allem brauchen wir das Bewusstsein, dass jeder Bissen zählt.
 
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Februar 2015
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