Und sie hätten recht.
Meerrettich: Heilmittel der alten Welt
Meerrettich (Armoracia rusticana) war bereits den alten Ägyptern bekannt, die ihn zur Steigerung der Körperkraft und als Heilmittel nutzten. Im Mittelalter war er als Gewürz und Heilmittel zugleich wertvoll, und heute bestätigen Untersuchungen, dass Meerrettich ein starkes natürliches Antibiotikum ist.
Er enthält Stoffe mit antibakterieller (zerstören Bakterien), antiviraler (hemmen Viren) und antifungaler (gegen Pilze gerichteter) Wirkung. Besonders wichtig sind dabei die Glucosinolate – Verbindungen, die auch in Brokkoli, Grünkohl und Senf vorkommen und im Körper in Isothiocyanate umgewandelt werden, die für ihre starke antimikrobielle Wirkung bekannt sind.
In einer Studie aus dem Jahr 2007, veröffentlicht in Phytotherapy Research, wurde festgestellt, dass Meerrettichextrakt gegen mehr als 20 verschiedene Bakterienarten wirkt – darunter auch solche, die Sinusitis und Bronchitis hervorrufen.
Warum hilft Meerrettich so gut bei den Atemwegen?
Wenn wir unter verstopften Nebenhöhlen, Husten oder Halsschmerzen leiden, greifen wir oft zu synthetischen Medikamenten. Doch Meerrettich bietet eine natürliche Alternative, denn er:
- reinigt die Atemwege, löst Schleim und hilft, besser abzuhusten,
- wirkt entzündungshemmend, d.h. er reduziert Schwellungen und Rötungen im Hals und den Nebenhöhlen,
- und was am wichtigsten ist – er stärkt unser Immunsystem.
Meerrettich enthält ganze 79 mg Vitamin C pro 100 Gramm, mehr als eine Orange! (diese enthält etwa 53 mg/100 g). Vitamin C ist entscheidend für die Abwehrkräfte des Körpers, da es die weißen Blutkörperchen anregt, effektiver gegen Infektionen zu kämpfen.
Zusätzlich enthält Meerrettich auch Kalium, Kalzium, Magnesium und Ballaststoffe, die bei der Verdauung und Entgiftung helfen.
Meerrettich gegen Bronchitis und Harnwegsinfektionen
Eine interessante Studie aus Deutschland (veröffentlicht in Arzneimittel-Forschung) zeigte, dass die Kombination von Meerrettich und Kapuzinerkresse (noch eine Heilpflanze) bei der Behandlung akuter Atemwegsinfekte und sogar von Blasenentzündungen hilft – ganz ohne Antibiotika. In der Studie nahmen Patienten mit leichten Infektionen teil, die über eine schnellere Verbesserung der Symptome ohne Nebenwirkungen berichteten.
Das bedeutet, Meerrettich könnte ein wichtiger Bestandteil unserer „Hausapotheke“ werden – besonders in Zeiten zunehmender Resistenz von Bakterien gegen Antibiotika.
Rezepte aus der Hausküche
Und wie wendet man ihn an? Es braucht kein Apotheker zu sein, um ein wirksames Meerrettichmittel vorzubereiten. Hier sind einige bewährte Methoden, wie man ihn verwenden kann:
- Sirup für die Nebenhöhlen und den Hals
Reiben Sie frische Meerrettichwurzel in dünne Scheiben und legen Sie sie auf ein Tuch, das über eine Schüssel gespannt ist. Bestreuen Sie sie mit Puderzucker (oder für eine natürlichere Variante mit Honig) und lassen Sie sie einige Stunden oder über Nacht stehen. Der Sirup, der langsam in die Schüssel tropft, wird 1–2 Esslöffel täglich vor den Mahlzeiten eingenommen.
Warum wirkt es? Zucker oder Honig helfen, den Saft aus dem Meerrettich zu lösen, der alle nützlichen Stoffe enthält. Der Sirup wirkt wie ein natürliches Antibiotikum und öffnet wunderbar die Nebenhöhlen. - Tee für Lunge und Hals
Für alle, die mit langwierigem Husten, Bronchitis oder Heiserkeit kämpfen, empfehlen wir Tee. Sie brauchen 10 Gramm geriebenen Meerrettich auf 200 ml kochendes Wasser. 5 Minuten ziehen lassen, dann abseihen. Dreimal täglich eine Tasse trinken.
Warum wirkt es? Die Hitze löst die flüchtigen Verbindungen aus dem Meerrettich, die den Schleim weicher machen und den Husten erleichtern. - Getränk zur Entgiftung des Körpers
Geriebene Meerrettichwurzel in Milch einweichen. Trinken Sie davon dreimal täglich eine Tasse, mindestens einen Monat lang. Die Milch mildert den scharfen Effekt des Meerrettichs und hilft, die Heilstoffe besser aufzunehmen.
Warum wirkt es? Meerrettich stimuliert Leber und Nieren und hilft, den Körper schneller von Giftstoffen zu befreien.
Noch einige interessante Zahlen
Nach Angaben der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) enthält 100 g Meerrettich auch 246 mg Kalium, das wichtig für ein gesundes Herz ist.
In der traditionellen deutschen Medizin wird Meerrettich schon seit über 500 Jahren als Mittel gegen Erkältungen und Grippe eingesetzt.
In den USA steigt der Verbrauch natürlicher Antibiotika wie Meerrettich jährlich um etwa 6 %, da die Menschen nach natürlicheren Heilmethoden suchen.
In Polen gehört Meerrettich zu den 10 meistempfohlenen Pflanzen zur Grippebehandlung, gemeinsam mit Holunder und Knoblauch.
Was sagen Forscher?
Dr. Maria Pasi vom Institut für Naturheilkunde in Berlin sagt: Meerrettich ist eines der am meisten unterschätzten natürlichen Antibiotika. Seine Kraft steckt in den flüchtigen Ölen, die schnell zu den Problemzonen durchdringen – Nebenhöhlen, Hals, Bronchien.
Ähnlich sieht es auch die slowenische Ethnobotanikerin Jasna Kogoj, die sagt: Im Garten sollte mindestens eine Meerrettichwurzel wachsen – als Schutz vor Viren und für erste Hilfe bei Infektionen.
Warnhinweis
Obwohl Meerrettich natürlich ist, ist er nicht für jeden geeignet. Menschen mit empfindlicher Magenschleimhaut oder mit Magengeschwüren sollten ihn vorsichtig und in kleinen Mengen zu sich nehmen. Für Kinder unter drei Jahren wird er nicht empfohlen.












