Datum: 5. APR 26 - GUT ZU WISSEN
Warum suchen wir Trost in Essen?
Wenn du nach einem anstrengenden Tag im Büro oder nach einem Streit mit dem Partner einfach nur eine Schüssel Schokoladeneis oder eine große Tüte Chips möchtest, gibt es dafür eine wissenschaftliche Erklärung ...

Warum verlangt unser Gehirn nach süßen und fetthaltigen Lebensmitteln, wenn wir gestresst sind? Das an sich ist nichts Ungewöhnliches, problematisch wird es jedoch, wenn Stress (zu) häufig auftritt und wir ihn immer wieder mit Essen „behandeln“. Das führt zu Gewichtszunahme und erhöht das Risiko für Diabetes, Herzkrankheiten und andere gesundheitliche Probleme. Aber keine Sorge, es gibt Wege, wie man dieses Bedürfnis kontrollieren und sogar zu seinem Vorteil nutzen kann!

Warum löst Stress das Verlangen nach Essen aus?

Die Verbindung zwischen einem stressigen Leben und einer Gewichtszunahme ist kein Zufall. Forschungen zeigen, dass die Hormone, die Stress und Appetit regulieren, unsere Essensauswahl beeinflussen.

Zu den wichtigsten Hormonen gehören:
  • Cortisol – das Stresshormon, das dem Körper signalisiert, dass er mehr Energie benötigt (oft in Form von süßen oder fettigen Speisen).

  • Ghrelin – das Hungerhormon, das das Hungergefühl stimuliert.

  • Leptin – das Sättigungshormon, das dem Körper mitteilt, dass er genug gegessen hat.>Wenn wir gestresst sind, steigt der Cortisolspiegel, was den Appetit erhöht. Der Körper sehnt sich dann nach schneller Energie, die er in süßen und fetthaltigen Speisen findet. Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass Menschen mit chronisch erhöhtem Cortisolspiegel öfter zu hochkalorischem Essen greifen und schneller an Gewicht zunehmen.

    Was ist „Trostessen“?

    Wenn Sie gestresst sind, haben Sie Lust auf Schokoladenkuchen, kalorienreiche Lasagne oder Schokoladeneis. Leider verschafft Ihnen diese Wahl kurzfristig ein Glücksgefühl, schadet aber langfristig Ihrer Gesundheit.

    Eine Studie, veröffentlicht im Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, zeigte, dass der Verzehr von fettreichen und zuckerhaltigen Lebensmitteln die Ausschüttung von Dopamin, dem Glückshormon, auslöst. Das erklärt, warum wir uns nach dem Genuss solcher Nahrung besser fühlen.

    Beispiele für „Trostessen“:
    • Schokolade und Süßigkeiten

    • Eis
    • Frittierte Snacks wie Pommes und Chips

    • Schnellgerichte (Hamburger, Pizza, Lasagne)

    • Cremige und käsige Gerichte (Mac and Cheese, überbackene Speisen)

    Gibt es gesündere Alternativen?

    Natürlich! Trostessen wirkt sich zwar tatsächlich auf unser Wohlbefinden aus, aber es gibt Möglichkeiten, sich ohne schädliche Auswirkungen auf die Gesundheit zu trösten.
    • Kleinere Portionen
      Wenn Sie sich wirklich nicht anders helfen können, essen Sie eine Kugel Eis statt drei oder kaufen Sie Eis mit weniger Zucker. Statt 100 g Schokolade essen Sie lieber eine kleine Tafel.

    • Wählen Sie natürliche Zucker
      Zucker aus Obst wie Wassermelone, Pfirsichen oder Himbeeren wirkt ähnlich auf das Gehirn wie Süßigkeiten, aber ohne die schädlichen Folgen.

    • Gesunde Fette
      Wenn Sie Sehnsucht nach Fettigem haben, wählen Sie Speisen mit gesunden Fetten, wie Avocado, Nüsse, Olivenöl oder Fisch.

    • Mehr Proteine
      Proteine sättigen länger und helfen, den Blutzucker stabil zu halten. Ergänzen Sie Ihre Ernährung mit griechischem Joghurt, magerem Fleisch oder Hülsenfrüchten.

    • Sorgen Sie für ausreichend Schlaf
      Studien haben gezeigt, dass Schlafmangel den Ghrelin-Spiegel (Hungerhormon) erhöht und den Leptin-Spiegel (Sättigungshormon) senkt, wodurch wir hungriger werden und öfter zu ungesunden Lebensmitteln greifen.
    • Regelmäßige körperliche Bewegung

      Bewegung reduziert Stress auf natürliche Weise und setzt Endorphine frei, was das Bedürfnis nach Trostessen senkt.

    Was sagen die Studien?

    Harvard Medical School berichtet, dass Menschen, die weniger als 6 Stunden pro Nacht schlafen, häufiger zu ungesunden Speisen greifen und mehr wiegen. American Journal of Clinical Nutrition gibt an, dass schon eine Nacht mit schlechtem Schlaf das Verlangen nach süßen und fetten Speisen um bis zu 30 % steigern kann.

    University of California stellte fest, dass Personen, die sich regelmäßig aerob bewegen, deutlich seltener zu Trostessen greifen als körperlich inaktive.

    Wie kann man emotionales Essen überwinden?

    Wenn Sie gewohnt sind, aus emotionalen Gründen zu essen, ist es wichtig, die Auslöser zu erkennen und bessere Wege im Umgang mit Stress zu finden:
    • Führen Sie ein Ernährungstagebuch – Schreiben Sie auf, was und wann Sie essen, um Muster zu erkennen.

    • Lenken Sie sich ab – Anstatt sofort zu essen, gehen Sie spazieren, hören Sie Musik oder rufen Sie einen Freund an.

    • Bereiten Sie gesunde Snacks vor – Wenn Sie wissen, dass Sie in Stresssituationen snacken wollen, halten Sie Nüsse, griechischen Joghurt oder Obst bereit.

    • Sorgen Sie für genug Flüssigkeit – Manchmal verursacht schon leichte Dehydrierung ein falsches Hungergefühl.

    Trostessen spielt eine wichtige Rolle für unser emotionales Wohlbefinden, aber übermäßiger Konsum kann zu gesundheitlichen Problemen führen. Der Schlüssel zum Gleichgewicht liegt in Mäßigung, kluger Alternativenwahl und einem gesunden Lebensstil. Wenn wir besser verstehen, warum wir zu bestimmten Speisen greifen und wie unser Körper funktioniert, werden wir leichter bessere Entscheidungen treffen. Wenn Sie das nächste Mal der Stress in die Küche zieht, fragen Sie sich – habe ich wirklich Hunger oder brauche ich einfach nur eine Umarmung?
 
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Februar 2015
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