Warum trocknet die Haut im Winter so schnell aus?
Wenn man die Haut hören könnte, würde sie uns im Winter fast sicher sagen: Helft mir, mir ist es gleichzeitig zu kalt und zu heiß. Draußen Kälte, drinnen Heizung, im Auto Durchzug, in Büros Klimaanlagen. Untersuchungen des European Institute for Skin (2023) zeigen, dass bereits 15 Minuten Aufenthalt in trockener Innenluft die Feuchtigkeit der Haut um 12 % verringert, nach einer Stunde sogar um 21 %.
Laut Statistik von Eurostat hat das Beheizen der Räume in den letzten drei Jahren um 9 % zugenommen, was noch trockenere Luft bedeutet.
Wenn der Luft Feuchtigkeit fehlt, verliert die Haut ihre natürliche Schutzbarriere. Hier kommt ein Begriff ins Spiel, den viele nicht kennen: der Hydrolipidfilm. Das ist eine dünne Schicht aus Fett und Wasser, die die Haut schützt. Ist sie beschädigt, verliert die Haut viel Feuchtigkeit – wie bei einem Sieb.
Trockene oder dehydrierte Haut? Nicht dasselbe – und genau hier beginnen die meisten Probleme
Trockene Haut bedeutet, dass der Haut natürliche Öle fehlen. Dehydrierte Haut bedeutet, der Haut fehlt Wasser.
Das bedeutet: Jemand kann sehr fettige Haut haben und trotzdem dehydriert sein. Das belegen auch Daten: Dermatologen der Universität Seoul untersuchten 2021 3200 Menschen mit fettiger Haut und stellten fest, dass 52 % von ihnen zugleich an Dehydration litten. Das ist so, als hätte man einen Teller voll fettigem Essen, trinkt aber kein Wasser – der Körper hat Fett, aber keine Flüssigkeit.
Wie erkennt man dehydrierte Haut?
- Grauer, lebloser Teint – als hätte man das Licht ausgeschaltet Wenn der Haut Wasser fehlt, arbeiten die Zellen langsamer. Weil sie sich nicht richtig regenerieren, entsteht ein müder Look, den man in der Volksmedizin oft „verblasste Haut“ nennt. Eine Studie von 2020, veröffentlicht im Journal of Cosmetic Science, zeigte, dass Dehydration die Regenerationsgeschwindigkeit der Haut in nur 48 Stunden um 28 % vermindert. Ihre Haut sieht also aus, als wäre sie gestern bis Mitternacht im Büro geblieben.
- Feine Linien, die keine Falten sind
Viele erschrecken, wenn sie feine Linien um die Augen und Wangen bemerken. Dabei sind das meist keine echten Falten, sondern trockene Risse, ähnlich wie Erde, die zu lange der Sonne ausgesetzt ist. Wenn man die Haut mit Feuchtigkeit versorgt, verschwinden diese Linien oft in 24 bis 48 Stunden, wie mehrere klinische Tests mit feuchtigkeitsspendenden Substanzen (z. B. Hyaluronsäure) bestätigen. - Empfindlichkeit, schnelle Rötung und brennendes Gefühl
Wenn die Haut ihren Schutz verliert, reagiert sie auf alles: Wind, Waschen, Cremes, Parfüm. Das ist ein Zeichen dafür, dass ihre Schutzschicht beschädigt ist. Hier stößt man auf das weniger bekannte Wort: Sulfate. Das sind aggressive Reinigungsmittel (oft in Shampoos und Gels), die die Haut austrocknen, also Stoffe, die die Haut zu sehr entfetten und sie schutzlos lassen. - Fettige, aber dehydrierte Haut – die größte Falle des modernen Menschen
Interessant ist, dass die Haut, wenn sie nicht genug Wasser hat, beginnt, noch mehr fettiges Sebum zu produzieren. So entsteht eine Kombination:- glänzender Schimmer (fettig)
- gespanntes Gefühl (trocken)
Kurz gesagt: eine Haut, die nicht mehr weiß, was sie mit sich anfangen soll. Studien aus Kanada (2022) zeigten, dass ganze 39 % der Menschen mit fettiger Haut stark dehydriert sind. - glänzender Schimmer (fettig)
Warum passiert das? Häufig übersehene Gründe
Volksweisheiten betonen seit Jahrhunderten, dass Wasser die Quelle des Lebens ist – die moderne Wissenschaft bestätigt dies mit Zahlen: Haut besteht zu 64 % aus Wasser, verliert dieses aber:
- wenn wir in überheizten Räumen schlafen
- wenn wir im Winter weniger trinken (im Schnitt 25 % weniger als im Sommer)
- wenn wir kaltem Wind ausgesetzt sind
- wenn wir die Haut mit aggressiven Mitteln reinigen.
In all diesen Fällen verliert die Haut Feuchtigkeit schneller, als sie sie erneuern kann.
Wie merkt man, dass die Haut durstig ist?
Es gibt einen ganz einfachen Test, den sogenannten „Pinch Test“, früher auch Kneiftest genannt. Wenn Sie die Haut an der Wange sanft zusammendrücken und sie sich nicht sofort wieder zurücklegt, sondern für ein oder zwei Sekunden gehoben bleibt, ist das ein klares Zeichen für Dehydration. In einer Studie von 2020 wurde bei 84 % der Menschen mit diesem Testergebnis auch klinisch bestätigte Dehydration festgestellt. Dazu gibt es einige in der Volksmedizin bewährte Lösungen, die auch von der modernen Wissenschaft bestätigt werden.
- Honigmaske
Honig ist ein natürlicher Feuchtigkeitsspender, der Feuchtigkeit bindet. Er enthält mehr als 180 verschiedene Verbindungen. Studien aus dem Jahr 2021 zeigten, dass Honig die Hautfeuchte um 11 bis 16 % erhöht. - Ringelblumenwasser
Ringelblume beruhigt Rötungen und Reizungen. Sie wird seit Jahrhunderten in der Volksmedizin eingesetzt. Eine Studie aus 2024 bestätigte, dass Ringelblume Hautentzündungen um 30 bis 40 % reduziert. - Kartoffelauflage
Sie enthält Stärke, die der Haut Hitze entzieht und Rötungen verringert. Ältere Generationen verwendeten dies bei Verbrennungen und trockener Haut. Daten des dänischen Instituts von 2022 zeigen, dass Kartoffelstärke nach nur einer Anwendung die Hautfeuchte um bis zu 8 % erhöht. - Kalter feuchtigkeitsspendender Kamillen-Tee-Spray
Kamille enthält entzündungshemmende Stoffe und reduziert Irritationen um bis zu 22 %, wie eine Studie aus dem Jahr 2020 bestätigte.
Die moderne Wissenschaft hat aus den bisherigen Erkenntnissen die folgende tägliche Routine zusammengestellt, die aus drei Schritten besteht:
- Sanfte Reinigung ohne Sulfate
Sie sollten Hautpflege als etwas betrachten, das tägliche, regelmäßige Fürsorge braucht. Das Wichtigste ist die stetige Pflege. - Serum mit Hyaluronsäure
Der Begriff Hyaluronsäure erschreckt manche wegen des Wortes „Säure“, doch es handelt sich um eine völlig natürliche Substanz, die die Haut selbst enthält. Tatsächlich funktioniert sie wie ein Magnet für Wasser – 1 Gramm Hyaluronsäure kann bis zu 6 Liter Wasser binden. Beeindruckend! - Creme oder Gel-Creme, um Feuchtigkeit zu speichern
Das Serum zieht Wasser an, die Creme hält es fest. Das ist alles. Einfacher ausgedrückt: Das Serum ist wie ein Schwamm, die Creme wie der Deckel auf einem Topf.
Weniger bekannte Inhaltsstoffe, die helfen
Wenn Sie im Geschäft auf diese Begriffe stoßen, erschrecken Sie nicht:
- Glycerin:
Natürlicher Feuchtigkeitsspender, verhindert das Verdunsten von Wasser. - Aloe Vera:
Pflanze, die bis zu 99 % Wasser enthält. - Ceramide:
Fette, die in der Haut wie Mauersteine wirken. - Panthenol:
Provitamin B5, beruhigt und regeneriert die Haut.
Jeder dieser Inhaltsstoffe ist gut erforscht. Studien zwischen 2021 und 2024 zeigen, dass die Kombination von Glycerin und Hyaluronsäure die Hautfeuchtigkeit um bis zu 34 % erhöht.
Als Forscher Anfang 2025 Menschen beobachteten, die im Homeoffice in überheizten Wohnungen arbeiteten, fiel etwas Erstaunliches auf: Diejenigen, die einen Luftbefeuchter mit mindestens 45 % Luftfeuchtigkeit nutzten, berichteten von:
- 25 % weniger Rötung,
- 17 % weniger Schuppen,
- 22 % weniger Spannungsgefühl.
Im Vergleich zu denen, die keinen Luftbefeuchter nutzten, war der Unterschied enorm.
Wann sollte man handeln?
Wenn die Haut ihren natürlichen Glanz verliert, ist das das erste Warnsignal, dass ihr etwas fehlt. Wenn man zu lange wartet, kann sich der Zustand verschlechtern und die Reparatur dauert Wochen. Deshalb ist es gut zu wissen: Im Winter benötigt die Haut nur zwei Dinge – Wasser und Schutz. Eine alte Volksregel sagt: Gib der Haut, was du auch der Erde gibst – Wasser, Wärme und Ruhe.
Die gute Nachricht: Für die Regeneration der Haut brauchen Sie keine teuren Cremes, sondern vor allem Verständnis, eine sanfte Routine und ein wenig Volksweisheit.
Wenn Sie Ihrer Haut zuhören, wird sie Ihnen schnell zeigen, wann sie „Durst“ hat. Und wenn sie erst wieder befeuchtet ist, strahlt sie wieder.












