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Ein Glas Milch: Wer darf es trinken, wer besser nicht – und wann ist der richtige Zeitpunkt dafür?Ein Glas Milch: Wer darf es trinken, wer besser nicht – und wann ist der richtige Zeitpunkt dafür?Ein Glas Milch: Wer darf es trinken, wer besser nicht – und wann ist der richtige Zeitpunkt dafür?Ein Glas Milch: Wer darf es trinken, wer besser nicht – und wann ist der richtige Zeitpunkt dafür?Ein Glas Milch: Wer darf es trinken, wer besser nicht – und wann ist der richtige Zeitpunkt dafür?


Datum: 1. NOV 26 - GUT ZU WISSEN
Ein Glas Milch: Wer darf es trinken, wer besser nicht – und wann ist der richtige Zeitpunkt dafür?
Milch liefert viele wertvolle Nährstoffe wie Kalzium, Jod und B-Vitamine – doch nicht jeder Körper verträgt sie gleich gut. Wer Milchzucker schlecht verdaut, greift besser zu Alternativen, und für alle anderen lohnt sich ein Blick auf Menge und Tages

Für die einen ist sie das Symbol für Kindheit, starke Knochen und gemütliche Abende – für die anderen der Grund für Blähungen, Bauchgrummeln und ein unangenehmes Völlegefühl. Kaum ein Lebensmittel spaltet die Meinungen so sehr wie das Glas Milch. Die Wahrheit liegt, wie so oft, in der Mitte: Milch ist ein echtes Nährstoffpaket, aber eben nicht für jeden und nicht zu jeder Tageszeit gleich gut geeignet.



Als ein Weltstar auf Milch verzichtete



Wie stark die Verträglichkeit von Milch das Wohlbefinden beeinflussen kann, zeigt die Geschichte des Tennisstars Novak Djokovic. In seinem Buch „Serve to Win“ beschreibt er, wie er zu Beginn seiner Karriere immer wieder mit Erschöpfung und Atemproblemen auf dem Platz kämpfte. Nach Untersuchungen, über die unter anderem IOL berichtete, zeigte sich bei ihm eine ausgeprägte Unverträglichkeit gegenüber Weizen und Milchprodukten. Djokovic stellte seine Ernährung um, verzichtete unter anderem auf Milchprodukte – und fühlte sich nach eigenen Angaben leichter, energiegeladener und schlief besser. Natürlich ist seine Erfahrung keine allgemeine Empfehlung, sondern eine sehr persönliche Geschichte. Sie zeigt aber deutlich: Wie gut uns Milch bekommt, ist eine höchst individuelle Frage.



Ähnliches erzählt auch eine Leserin aus Graz: „Jahrelang habe ich morgens Milchkaffee und abends warme Milch getrunken und mich gewundert, warum mein Bauch ständig aufgebläht war. Erst als ich auf Joghurt und laktosefreie Milch umgestiegen bin, wurde es besser. Ganz verzichten muss ich zum Glück nicht.“



Was steckt in einem Glas Milch?



Frische Kuhmilch ist reich an Mineralstoffen und Nährstoffen und eignet sich besonders für alle, die noch wachsen. In einem Glas Milch (etwa 250 ml) steckt ein beachtlicher Teil des täglichen Bedarfs an Jod, Kalzium sowie Vitamin B2 und B12. Dazu kommt die Aminosäure Tryptophan, aus der der Körper das „Glückshormon“ Serotonin und das Schlafhormon Melatonin bildet – mehr dazu in einer Übersichtsarbeit im International Journal of Molecular Sciences. Natürlich enthält Milch noch viel mehr: hochwertiges Eiweiß, Vitamin A, Kalium und Phosphor.



Laut der Verbraucherzentrale NRW gehören Milch und Milchprodukte neben Seefisch und Jodsalz zu den wichtigsten Jodquellen in unserer Ernährung. Und auch beim Kalzium spielt Milch eine zentrale Rolle: Ein Liter Milch liefert rund 1.200 Milligramm Kalzium, wie die Helios Kliniken erklären. Warum Milch seit Jahren im Mittelpunkt der Forschung steht, lesen Sie auch in unserem Beitrag Milch, Honig, Spinat und Apfel: Vier Lebensmittel aus der eigenen Küche, die seit Jahren im Mittelpunkt der Ernährungsforschung stehen.



Das Schönste daran: Ein Glas kalte, fettarme Milch hat nur rund 120 Kalorien, bei Vollmilch sind es etwas mehr.



Vorsicht bei Diäten



Auch wenn Milch nicht übermäßig kalorienreich ist, sollten Sie bei einer Diät aufmerksam bleiben. Milch ist im ernährungswissenschaftlichen Sinn kein Durstlöscher, sondern ein Lebensmittel – sie sättigt und liefert Energie. Wer mehrere Gläser am Tag trinkt, nimmt schnell mehr Kalorien zu sich, als ihm bewusst ist. Für den Durst bleiben Wasser und ungesüßter Tee die bessere Wahl.



Wer sollte auf Milch verzichten?



Milch ist für alle, die empfindlich auf Laktose reagieren, eher ungeeignet. Bei einer Laktoseintoleranz fehlt dem Körper ganz oder teilweise das Enzym Laktase, das den Milchzucker spaltet. Typische Folgen sind Blähungen, Bauchschmerzen, Völlegefühl und Durchfall. Laut dem staatlichen Gesundheitsportal gesund.bund.de sind in Europa etwa 5 bis 15 Prozent der Menschen betroffen, im Norden seltener als im Süden.



Die gute Nachricht: Ein vollständiger Verzicht ist meist nicht nötig. Das unabhängige Portal gesundheitsinformation.de des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen betont, dass viele Betroffene kleinere Mengen Milchzucker gut vertragen. Gereifte Käsesorten, Joghurt und Kefir enthalten deutlich weniger Laktose als frische Milch. Welche Variante besser zu Ihnen passt, erfahren Sie in unserem Beitrag Was ist gesünder: Milch oder Joghurt?



Wichtig ist auch, die Laktoseintoleranz nicht mit einer Milcheiweißallergie zu verwechseln: Bei einer Allergie reagiert der Körper schon auf kleinste Mengen. Wer regelmäßig Beschwerden nach Milchprodukten hat, sollte die Ursache ärztlich abklären lassen, statt auf eigene Faust ganze Lebensmittelgruppen zu streichen.



Wann ist der richtige Zeitpunkt für ein Glas Milch?



Viele Menschen berichten, dass ihnen Milch in den Abendstunden schwerer im Magen liegt. Nach traditioneller Ernährungslehre ist Milch deshalb vor allem vormittags und vor dem Mittagessen willkommen, am späten Nachmittag und Abend dagegen weniger. Wer kein Mittagessen isst und lieber früh zu Abend isst, kann Milch entweder in den Vormittag verlegen oder zu einem pflanzlichen Milchersatz greifen.



Wissenschaftlich ist ein „verbotener“ Zeitpunkt für Milch allerdings nicht belegt. Für Menschen mit empfindlicher Verdauung gilt aber ein praktischer Tipp, den auch Ernährungsfachleute geben: Milchprodukte lieber in kleinen Portionen über den Tag verteilen und zusammen mit einer Mahlzeit genießen. So gelangt weniger Laktose auf einmal in den Darm. Und wer abends dennoch Lust auf etwas Milchiges hat, ist mit einem Becher Joghurt oft besser beraten.



Eine beliebte Kombination für den Vormittag ist übrigens Tee mit Milch – mehr dazu in unserem Beitrag Grüner Tee mit Milch: Der alte Hausmittel-Trick, der wirklich wirkt – aber nur bei richtiger Zubereitung.



Wie viel Milch ist genug?



Eine alte Faustregel lautet: Teilen Sie Ihr Körpergewicht durch zwei und anschließend durch zehn – das Ergebnis zeigt, wie viele Deziliter Milch pro Tag noch gut verträglich sind. Wer 60 Kilogramm wiegt, sollte demnach nicht mehr als 3 dl Milch täglich trinken. Am besten natürlich vormittags.



Diese Volksregel liegt erstaunlich nah an den offiziellen Empfehlungen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt Erwachsenen seit 2024 zwei Portionen Milch und Milchprodukte pro Tag. Eine Portion entspricht etwa einem Glas Milch (250 ml), einem Becher Joghurt (150 g) oder einer Scheibe Käse (30 g). Wer also morgens ein Glas Milch trinkt, hat mit einem Käsebrot am Abend sein Tagesziel bereits erreicht.



Nicht jede Milch ist gleich



Muttermilch, Ziegenmilch, Kuhmilch oder gar Kamelmilch – die Unterschiede sind größer, als viele denken. Eine spannende Übersicht bietet unser Beitrag Die einzigartige Milch. Allgemein gilt: Möglichst wenig verarbeitete Milch und fermentierte Produkte wie Kefir sind eine gute Wahl. Warum das so ist, erklärt auch unser Artikel Rundum gesund: Lebensmittel, die sich positiv auf die Gesundheit auswirken.



Gute Alternativen für alle, die Milch nicht vertragen



Wer Kuhmilch meidet, muss auf cremige Getränke nicht verzichten. Pflanzliche Drinks aus Hafer, Soja, Mandeln oder Haselnüssen sind eine schmackhafte Abwechslung. Die DGE rät dabei, zu Produkten zu greifen, die mit Kalzium und Jod angereichert sind, da pflanzliche Alternativen von Natur aus weniger dieser Nährstoffe enthalten. Wer es gerne selbst macht, findet bei uns zwei einfache Rezepte: Rezept für Haselnussmilch, die Sie selbst zubereiten können und Wie man Kefir aus Kokosmilch macht.



Fazit: Genuss mit Maß und Bauchgefühl



Milch ist weder Wundermittel noch Gift. Für die meisten Menschen in Mitteleuropa ist sie gut verträglich und kann als Teil einer ausgewogenen Ernährung wertvolle Nährstoffe liefern. Das Ernährungsradar fasst den aktuellen Forschungsstand ähnlich zusammen: Bei normalen Mengen gibt es keine Hinweise auf ein erhöhtes Krankheitsrisiko. Entscheidend sind die richtige Menge, ein passender Zeitpunkt und vor allem das eigene Körpergefühl. Wer Beschwerden bemerkt, hört am besten auf seinen Bauch – und lässt sich im Zweifel ärztlich oder ernährungsfachlich beraten.


 
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Februar 2015
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